Schlagwort: Afrika

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Gut gemacht, Herr Agualusa!

Ich glaube, ich habe mein Highlight des Jahres gefunden: „Eine allgemeine Theorie des Vergessens“, einen genialen Roman, der in einem afrikanischen Land spielt, von dem ich bisher nur das wusste, worüber in den Nachrichten berichtet wurde, Angola.

Der angolanische Schriftsteller José Eduardo Agualusa hat ein Buch geschrieben, dessen Protagonistin für Furore sorgt, indem sie wie Robinson Crusoe 30 Jahre lang allein und isoliert in ihrer eigenen Wohnung gelebt hat.

„Eine allgemeine Theorie des Vergessens“ ist ein faszinierendes Buch mit einer sehr ungewöhnlichen Heldin (im wahrsten Sinne des Wortes) und einer sehr originellen Handlung mit mehreren überraschenden Wendungen, die bei mir große Begeisterung ausgelöst haben.

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kuchen-backen-in-kigali-073890511Tee und Kuchen gegen Sorgen

Angels Leben ist nicht einfach. Sie hat vieles durchgemacht und trägt die Verantwortung für eine große Familie. Trotzdem ist sie eine Quelle guter Laune und Harmonie. Sie ist eine erfolgreiche Konditorin und mit ihrer Bäckerkunst macht sie ihre Kunden glücklich.
Für Angel kann ein Kuchen die Lösung eines Problems sein. Für sie ist ein Kuchen nicht nur der Bestandteil einer Feier, ein Kuchen kann ihr das Herz eines Menschen öffnen, denn Angel backt sehr individuell und passend zu den Wünschen und Bedürfnissen ihrer Kunden. Wenn man bei Angel einen Kuchen in Auftrag gibt, muss man Zeit mitbringen. Man bekommt Angels Lieblingsgetränk serviert, Kardamom-Milchtee, so wie man ihn in ihrer Heimat Tansania trinkt, und beim Teetrinken kann man sich lange und entspannt unterhalten. Es kann auch sein, dass man am Ende nicht nur ein Kuchengeschäft geschlossen hat, sondern auch, dass man ein bisschen glücklicher geworden ist oder dass man seine Sorgen und Probleme aus einer anderen Perspektive sehen kann, und zwar aus einer optimistischeren.

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33 Cent - um ein Leben zu rettenEs gibt selten Bücher, die mich wirklich nachdenklich machen und bei denen auch lange Zeit nach dem Lesen, meine Gedanken förmlich mit der Handlung verworben sind. Ich bekomme das Erzählte einfach nicht aus dem Kopf und sicher war genau das auch das Ziel des Autors dieses Buches. Zuletzt ging es mir so mit Janne Tellers „Nichts. Was im Leben wichtig ist“ und nun verwundert es mich nicht, dass es sich erneut um ein Jugendbuch aus dem Hanser Verlag handelt, das dieses Gefühl wieder in mir hervorrufen konnte: „33 Cent – um ein Leben zu retten“ von Louis Jensen.

Der dänische Autor schreibt hier über ein Thema, das sicher vielen von uns bewusst ist und dennoch gerät es viel zu oft in Vergessenheit. Doch nicht so beim jugendlichen Erzähler dieses Buches, in dessen Gedanken und Gefühle wir für etwas mehr als 100 Seiten schlüpfen dürfen. Dieser findet nämlich heraus, dass nur 33 Cent pro Tag nötig sind, um einem afrikanischen Kind das Leben zu retten. Doch wenn nur so ein kleiner Beitrag gebraucht wird, weshalb sterben dann immer noch Millionen von Kindern? Immerhin sehen wir sie regelmäßig in den Nachrichten: größe Köpfe, dünne Körper, Fliegen in der Nase… Und wieso tun wir so wenig dagegen, außer ab und zu mal etwas in eine Sammelbüchse zu werfen oder zu spenden? Das allein scheint ja nicht zu reichen!

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Wilhelmina – oder wie sie lieber genannt werden möchte: Will – liebt ihr Leben auf der Farm in Simbabwe wirklich über alles. Hier hat sie ihren Vater, den Captain und ihren besten Freund Simon sowie ihr wundervolles Pferd Shumba. Sie lebt wie es ihr gefällt, frei wie ein Vogel und wild wie eine Katze. Es gibt keine Verbote und vor allem keine Vorschriften.

Doch alles ändert sich, als ihr Vater plötzlich krank wird und kurz darauf stirbt. Der gutmütige Captain kümmert sich natürlich um sie, doch seine Frau Cynthia hat schon einen Plan geschmiedet wie sie Will loswerden kann. So kommt es, dass Will trotz aller Mühen ihr geliebtes Afrika verlassen muss und auf ein Internat im kalten England geschickt wird. Und dort sind die Mädchen weitaus gefährlicher als Hyänen!

So bleibt Will wohl nur noch eines übrig – zurück nach Simbabwe zu flüchten!

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