Schlagwort: anschpruchsvoll

Anders (1)Vor zwei Wochen hatte ich bereits angekündigt, dass ich euch in den kommenden Wochen das komplette Programm des Königskinder Verlags – einem Imprint des Carlsen Verlags – vorstellen möchte. Als zweites Buch hierfür habe ich mich für „Anders“ von Andreas Steinhöfel entschieden. Dieser tiefgründige Roman ist ebenfalls toll aufgemacht und kann nicht nur durch seinen ungewöhnlichen Inhalt, sondern auch die stimmungsvollen Illustrationen von Peter Schössow überzeugen. Diese unterstützen die besondere Atmosphäre des Buches auf wunderbare Weise.

Jedes Kapitel beginnt mit einer solchen Zeichnung und leitet damit in einen neuen Abschnitt des Lebens von Anders ein, genauer gesagt in Lebensabschnitte, nachdem der Junge mehr als 200 Tage im Koma lag, sich den neuen Namen „Anders“ ausgewählt und auch von seiner Persönlichkeit her einen kompletten Wandel durchlebt hat.

Anders (2)Andreas Steinhöfel stellt bei diesem Jugendroman unter Beweis, dass er sprachlich gekonnt über eine tragische Situation in einem Leben erzählen kann. Anders ist nach seinem Koma – wie sein Name schon verrät – völlig verrändert. Ihn umgibt etwas nahezu Mystisches! Der Autor erschafft mit seinem Erzählstil und der ganz eigenen Charakterisierung des Anders eine Stimmung, die unter die Haut geht. Dabei ist dieses Buch so außergewöhnlich, dass man es mit Worten kaum beschreiben kann. Es ist kein Buch, das man einfach mag oder gern hat, sondern es rüttelt am Leser, bringt ihn zum Nachdenken und lässt ihn nicht mehr los. Teils ist es sehr düster und immer erreicht einen der Autor mit dieser Spannung!

Was mich außerdem an „Anders“ überzeugt hat, ist, dass es keiner dieser typischen Schicksalsromane ist. Wie es den Eltern und der Familie von Anders nach dessen Unfall und Koma ergeht, wird zwar angerissen, aber nicht in aller Detailliertheit ausgekostet und beschrieben. Vielmehr geht Andreas Steinhöfel auf die Veränderungen ein, die ein solcher Schaden des Körpers für die Persönlichkeit des Menschen bedeuten kann, die davon betroffen ist. Das alles geschieht ohne auf die Tränendrüse zu drücken – teilweise nahezu distanziert -, die Emotionen seiner Leser erreicht der Autor auf viel tieferer Ebene!

Ihr seht, ich bin begeistert und irgendwie auch sprachlos, wenn es darum geht zu erklären, weshalb genau dieses Buch so gut ist! Mich hat es in seiner Unangepasstheit überzeugt!

Anders (3)

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