Schlagwort: August

Für das erste Augustwochenende hatten Tina und ich schon vor einer Weile einen tollen Buchshopping-Trip durch München geplant. Heute war es dann endlich soweit, die Sonne schien und wir waren ganz gespannt, welche Buchschätze wir mit nach Hause nehmen würden. Vorab hatten wir noch gescherzt, dass wir wahrscheinlich kaum etwas finden würden, wenn wir so gezielt planen, Bücher zu kaufen. Aber ich kann euch beruhigen – wir haben viel gekauft und hätten noch viel mehr mitnehmen können.

Los ging es bei Isarflimmern an der Fraunhoferstraße, einer feinen Buchhandlung mit ganz toller, individueller Auswahl. Hier wurden wir direkt fündig, haben spannende Pläne für Ende September / Anfang Oktober geschmiedet und zogen glücklich mit unseren Buchkäufen weiter.

Danach folgten Stopps bei Texxt in der Sendlinger Straße und auf dem Weg Richtung Marienplatz, kamen wir auch bei Oxfam vorbei.

Direkt am Marienplatz lohnt sich immer ein Besuch in einer ganz besonders hübschen, kleinen Buchhandlung, der Buchhandlung Lentner. Die tollen Fenster, hohen Regale und das gemütliche Flair machen sie zu einem wunderbaren Ort für Buchliebhaber. Danach folgte ein kleiner Abstecher zum Hugendubel, wo wir uns vor allem englische Bücher zu entdecken erhofften. Das hat nicht ganz so gut geklappt, dafür wurden wir aber bei der deutschen Belletristik fündig.

Zum Abschluss fuhren wir Richtung Isartor, wo schon der Spruch „poetisiert euch.“ am Fenster der Buchhandlung Literatur Moths dazu einlädt, all die Buchschätze im Laden zu bestaunen.

Buchshopping München 1

Aktuell

Abel Tannatek, von allen nur Tannatek genannt, ist in seiner Schule und auch sonst ein Außenseiter. Er fehlt ständig im Unterricht, rennt in eigenartigen Klamotten rum und hat zudem den Ruf mit Drogen zu handeln. Abel ist ein Junge ohne richtige Freunde und mit wenig Hoffnung für die Zukunft. Aber dieser Abel kann auch anders sein als der Tannatek, den alle in ihm sehen. Nur seine Mitschülerin Anna erfährt wirklich, was es es mit ihm auf sich hat. Denn Abel ist eigentlich sehr sanft und feinfühlig, hat es nicht leicht im Leben und kümmert sich zudem rührend um seine kleine Schwester Micha.

Aber was ist dran an den Gerüchten um die Drogengeschichten, und wieso ist er nachts oder auch zu Unterrichtszeiten so häufig unterwegs? Den Jungen umgibt ein dunkles Geheimnis und in den Märchen, die er seiner kleinen Schwester und später auch Anna erzählt, steckt viel mehr Wahres als Abel, Micha, Anna und dem Leser lieb ist.

Dieser Roman der Autorin von Antonia Michaelis hat eine unglaubliche Sogwirkung. Man ist gefangen im Leben von Abel und Micha, durch die immer größere Nähe, die Anna zu den beiden aufbaut. Wie Anna fühlt man sich zunächst fast als ein Fremdkörper in der kleinen Welt, die sich die beiden Geschwister aufgebaut haben. Und genauso langsam, wie Anna ihnen immer näher kommt, tut es auch der Leser. Geheimnisse werden nach und nach aufgedeckt und durch die Märchenabschnitte, die Abel Micha teils zur Beruhigung, teils aber auch als Warnung erzählt, kommt man ihnen Stück für Stück näher. Doch mit jedem dieser Stücke wird man sich auch der Wahrheit bewusster, die man andererseits am liebsten gar nicht kennen würde.

Das Buch ist zugleich eine Geschichte über Freundschaft, zerüttete Familienverhältnisse und das Erwachsenwerden. Außerdem enthält es Thrillerelemente, die die sowieso schon immense Spannung durch die schwierige Situation von Abel und Micha noch zusätzlich steigert. Zudem ist es kein wirkliches Jugendbuch, ich würde es eher erst ab 16 – frühestens aber ab 14 Jahren – empfehlen, aufgrund der brisanten Thematik. Die Geschichte geht extrem nahe und konfrontiert mit Situationen, die zutiefst schockieren oder auch berühren. Dank des sprachlichen Feingefühls der Autorin und der Rückzugsmöglichkeit in den Märchenabschnitten, wird es aber nicht zu dramatisch. Durch die stets hoffnungsvolle Micha gibt es immer mal wieder Auflockerung – sie ist so stark und verliert nie den Blick für das Gute, dass sie schnell zu meiner Lieblingsfigur wurde.

Der Märchenerzähler ist ein Buch, das auch lange nach dem Lesen noch nachwirkt und zum Nachdenken anregt. Diese Geschichte kann man einfach nicht vergessen, sie bleibt im Gedächtnis und ich finde, das ist es, was wirklich gute Bücher bewirken sollten. Ich habe vorher noch nie etwas in der Art gelesen. Es handelt sich hier um ein absolutes Ausnahmebuch von einer Ausnahmeautorin! Unbedingt zu empfehlen, aber nur, wenn man starke Nerven hat und sich intensiv mit einem Buch auseinander setzen möchte.

Jetzt bin ich schon gespannt auf das im August erscheinende, neue Buch von Antonia Michaelis mit dem Titel  Die Worte der weißen Königin. Hierbei handelt es sich aber noch weniger um ein Jugendbuch. Es ist eher eines für Kinder oder Erwachsene. Zudem steht es in keinem Bezug zu „Der Märchenerzähler“, was man aufgrund der Covergestaltung doch leicht vermuten könnte.

Oetinger Verlag
448 Seiten · gebunden
15.0 x 21.0 cm
ab 14 Jahren
EUR 16,95 · SFR 25,90 · EUA 17,50
ISBN-13: 978-3-7891-4289-5
EAN: 9783789142895
Erschienen im Februar 2011

Aktuell Jugendbuch Krimi und Thriller Rezensionen

Viele von euch kennen sicher schon „In My Mailbox“. Die Idee dahinter ist, dass man einmal in der Woche über seine neuen Bücher schreibt und sie vorstellt. Denn mal ehrlich: kann man wirklich alle Bücher noch lesen, die man bekommt? Ich schaffe das nicht! Aber so bekommen sie wenigstens alle ein bisschen Aufmerksamkeit im Blog, auch wenn man es nicht schafft, wirklich jedes zu lesen und auch noch zu rezensieren. Die Idee dazu kommt vom Blog The Story Siren, den ich übrigens auch regelmäßig – und das sehr gern – lese!

Diese Woche war meine Buchausbeute ziemlich groß, wie ihr auf dem Foto sehen könnt (wenn ihr draufklickt, kann man die Titel besser erkennen). Acht der Bücher habe ich selbst – als Belohnung für die geschaffte Bachelorarbeit – gekauft. Die restlichen habe ich so bekommen. Und zu einigen davon möchte ich gern auch noch etwas mehr schreiben:

Sieben Minuten nach Mitternacht von Patrick Ness, nach einer Idee von Siobhan Dowd: Obwohl dieses Buch noch nicht erschienen ist, liest man schon ziemlich viel darüber und alle Leser haben eins gemeinsam: sie sind total berührt. Außerdem erscheint das Buch gleichzeitig in einer Ausgabe für Kinder und Jugendliche bei cbj und als Erwachsenenausgabe bei Goldmann. Auf den ersten Blick gefiel mit das Cover der Kinderbuchausgabe nicht so sehr, aber jetzt, wo ich es erstmal in der Hand hatte, finde ich dieses gebundene Buch mit den tollen Illustrationen doch sehr hübsch und hochwertig. Wenn es endlich erschienen ist, muss ich mir auch mal die Ausgabe von Goldmann genauer ansehen. Das weiße, schlichte Cover hat es mir irgendwie angetan. Und ich bin sehr gespannt, ob mich das Buch genauso berührt, wie all die anderen. Teilweise habe ich schon Vergleiche mit „Der kleine Prinz“ gesehen, nicht bezogen auf den Inhalt, sondern vielmehr das Gefühl beim Lesen. Da bin ich, als großer Freund vom kleinen Prinzen, nun also echt gepannt.

Auf der anderen Seite des Meeres von Siobhan Dowd: Erst als ich nach dem Büchershoppen in Ruhe zu Hause noch mal alle Bücher angesehen habe, fiel mir auf, dass dieses Buch ja von Siobhan Dowd ist, also genau der Autorin, deren Idee Patrick Ness in „Sieben Minuten nach Mitternacht“ umgesetzt hat. Ich glaube wirklich, dass mich dieses Buch begeistern wird und bin zugleich vorab schon ein bisschen traurig, dass es von dieser Autorin nicht mehr neue Bücher geben wird. Schön ist aber, dass ich in dieser Woche gleich zwei Mal etwas von ihren Ideen in meine Bücherregale bringen konnte.

Divergent von Veronica Roth: Von diesem Buch liest man ja überall nur Gutes, und die Autorin ist gerade mal 22, scheinbar also ein richtiges Talent. Wirklich darauf gestoßen hat mich aber Crini bei Twitter, weil sie so sehr von dem Buch geschwärmt hat und es angeblich sogar noch spannender als „Die Tribute von Panem“ ist. Wenn das stimmt, dann werde ich dieses Buch lieben und bin schon richtig gespannt darauf.

Between Shades of Gray von Ruta Sepetys: Dieses ist mein zweites englisches Buch in dieser Woche. Es war zusammen mit „Divergent“ und „Numbers 3“ bei meiner Bestellung bei The Book Depository dabei. Nur Numbers ist noch nicht bei mir angekommen. Diese Buch hat mich vor allem durch sein Cover so bezaubert. Als ich dann gelesen habe, wovon es handelt, und es auch noch Vergleiche zu Anne Frank und „Der Junge im gestreiften Pyjama“ gab, musste auch dieses Buch unbedingt zu mir. Die deutsche Übersetzung erscheint übrigens mit dem Titel „Und in mir der unbesiegbare Sommer“ im September dieses Jahres beim Carlsen Verlag. Das schlichte, und nicht ganz so schöne Cover, wie das der englischen Ausgabe, könnt ihr hier rechts sehen.

Mein Zuwachs in dieser Woche an Büchern von cbj und cbt ist definitiv am größten. Totenmädchen habe ich mir selbst gekauft, da ich von Mary Hooper schon mehrere Bücher gelesen habe, und auch wenn ich eigentlich kein Fan historischer Romane bin, finde ich ihre immer wieder toll. Bei Zweilicht von Nina Blazon stolpere ich immer wieder über den Titel. Man muss ja automatisch an das Wörtchen „Zwielicht“ denken. Das, in Kombination mit dem leicht an Panem erinnernden Cover und der fantasievollen Inhaltsbeschreibung, machen mich wirklich neugierig auf das Buch. Von der Autorin habe ich bisher noch nichts gelesen, aber so beliebt, wie sie ist, wird es wirklich mal Zeit. Du bist dran! von Charles Benoit und Das kalte Herz der Schuld von Anna Jarzab sind beides Jugendthriller. Und beide klingen sehr spannend. An ersterem reizen mich besonders die Vergleiche mit „Tote Mädchen lügen nicht“, denn das Buch war wirklich außergewöhnlich und hatte eine ziemliche Sogwirkung. Ich bin gespannt, ob Charles Benoit diesen, ihm vorauseilenden Vergleichen, gerecht werden kann. Dann waren da auch noch Das Portal von John Connolly und Blood Magic – Weiß wie Mondlicht, Rot wie Blut von Tessa Gratton. Der Name John Connolly sagt mir irgendwie etwas, und ich denke die ganze Zeit, dass ich schon etwas von ihm gelesen habe. Aber ich finde einfach kein Buch von ihm, das ich kenne. Sehr merkwürdig… Auf Tessa Grattons Buch freue ich mich schon sehr. Endlich mal wieder ein YA Titel, der nicht von Vampiren, Werwölfen, Engeln o.Ä. bevölkert wird, sondern in dem es um Hexen geht. Der Erscheinungstermin ist der 18. Juli, die englische Ausgabe ist auch gerade erst am 24. Mai erschienen. Das Buch scheint mir ein ziemlicher Hit zu werden, aber warten wir’s mal ab.

Über die anderen Bücher freue ich mich auch – logisch, oder? – riesig! Die Frauen von Savannah von Beth Hoffman lachen mich schon lange an, das Cover ist wunderschön und genauso schön klingt auch die Geschichte. Außerdem ist das mal kein Jugendbuch, denn immer kann ich auch keine Jugendbücher lesen. Abwechslung ist da ganz gut. Von Jenny Valentine habe ich alle Jugendbücher und finde, dass sie ganz großartig für Jugendliche schreibt, aber auch so, dass man als Erwachsener total ergriffen von ihren Geschichten ist. Deshalb musste ich Das zweite Leben des Cassiel Roadnight auch unbedingt haben.

Die restlichen Neuzugänge sind: Nicholas Dane von Melvin Burgess – scheinbar auch ein recht bekannter Jugendbuchautor, der bisher aber an mir vorbeigegangen ist. Ohne. Ende. Leben. von Libba Bray, das einfach so lustig klingt und auch aussieht, dass es mir wie für mich gemacht erschien. Das Tal – Die Prophezeiung von Krystyna Kuhn, worauf ich mich, nach einem tollen ersten Band, einem eher mittelmäßigen zweiten Band und einem richtig aufregenden dritten Band, total freue. Im November erscheint der erste Band der Season 2 dieser Reihe – das Design ist jetzt nicht mehr grauer Hintergrund, mit Schrift und Logo in Rottönen, sondern rot-brauner Hintergrund mit grün-blauen Farbvarianten darauf. Nach Band 1 „Der Fluch“ erscheinen Band 2 „Das Erbe“ und Band 3 „Die Jagd“ im Februar und Mai 2012. Der 4. Band „Die Entscheidung“ wird wohl ebenfalls 2012 erscheinen, einen genauen Termin habe ich jetzt aber nicht direkt gefunden.

Zwei weitere Bücher gab es noch mit Der geheime Zoo von Bryan Chick und Bye, Bye, Crazy Chick! von Joe Schreiber. Nun kann ich, mit so viel Buchnachschub entspannt in meine freien Tage bis 30.06. starten. Was ich davon jedoch zuerst lesen soll, das weiß ich auch noch nicht so genau. Eine solche Auswahl ist schon echt überwältigend.

2011 Aktuell Bücherwoche