Schlagwort: Besprechung

Emmy & Oliver„Emmy & Oliver“ ist ein toll aufgemachter Jugendroman aus dem Magellan Verlag. Dieser begeistert regelmäßig mit besonderen Geschichten für junge Leser und seinen hübsch gestalteten Büchern.

Nach der Lektüre dieses Romans von Robin Benway möchte ich diesen vor allem jungen Leserinnen zwischen 14 und 16 Jahren ans Herz legen. Die Kombination aus Liebesgeschichte mit einem ernsten Hintergrund gepaart mit sommerlicher Leichtigkeit und einer Geschichte über Freundschaft und das Erwachsenwerden sollte Mädchen in diesem Alter auf jeden Fall begeistern und fesseln.

Für mich ist der Roman vor allem gute und leicht lesbare Unterhaltung mit sympathischen Figuren, die man gern auf ihrer gemeinsamen Reise begleitet. Sie halten immer zusammen und der Autorin gelingt es, ihnen allen Leben einzuhauchen sowie interessante Konflikte zu schaffen. Das alles ist sehr gut gelungen und perfekt für einige entspannte Lesestunden. Jedoch fehlte mir das wirklich Besondere, das ich sonst von den Büchern des Magellan Verlags kenne. Zwar hat der Roman durchaus Tiefgang, jedoch konnte es mich emotional nicht völlig erreichen und war oftmals vorhersehbar. Hier hätte ich mir mehr Individualität erwartet, auch in Abgrenzung zu anderen Jugendbüchern und Jugendbuchverlagen.

Aktuell Jugendbuch Rezensionen

Eins - Sarah Crossan

Sarah Crossans neuer Jugendroman erzählt aus Sicht von Grace ihre eigene Geschichte und die ihres siamesischen Zwillings Tippi. Schnell wird deutlich, dass die beiden Schwestern nicht nur körperlich unzertrennlich sind, sondern auch emotional viel stärker aneinander hängen, als „normale“ Geschwister oder Zwillinge.

Einfühlsam, aber auch mit der nötigen Gelassenheit und einer Prise Humor an den richtigen Stellen, beschreibt die Autorin das Leben der Mädchen und ihrer Familie. Die beiden haben dabei nicht nur mit ihrer körperlichen Situation und vor allem den Reaktionen anderer Menschen auf sie zu kämpfen, sondern auch mit verschiedenen Problemen in der Familie. So ist ihr Vater alkoholabhängig und finanziell steht es ebenfalls nicht gut um sie, da die Behandlungskosten der beiden zu einer immer größeren Belastung werden. Trotz aller Schwierigkeiten erkennt man als Leser aber schnell, dass sie als Familie in den meisten Situationen zusammenhalten und sich lieben, selbst wenn das nicht immer so leicht ist.

Besonders interessant empfand ich den Wechsel von Grace und Tippi vom Privatunterricht zu Hause in eine öffentliche Schule. Sarah Crossan zeigt bei ihren Beschreibungen gekonnt die Sorgen und Ängste aber auch Hoffnungsschimmer auf, die diese Veränderung für die Mädchen mit sich bringt. Sehr gut hat mir dabei gefallen, dass der Wechsel nicht als zu dramatisch beschrieben wird und dass die beiden zwar durchaus einige Probleme mit der neuen Umgebung und ihren Mitschülern haben, diese aber nicht ständig im Fokus stehen. Viel mehr Wert legt die Autorin auf neue Freundschaften und die positiven Aspekte der Veränderungen für die Schwestern.

Aktuell Jugendbuch Rezensionen

Die fabelhaften Schwestern der Familie CookeVor dem Lesen von „Die fabelhaften Schwestern der Familie Cooke“ habe ich mich ganz bewusst gar nicht weiter über diesen Roman informiert. Ich hatte das Gefühl, dass ich mich darauf völlig unvoreingenommen einlassen sollte und das war genau richtig so. Das Buch von Autorin Karen Joy Fowler in der Übersetzung von Marcus Ingendaay erzählt eine Geschichte, die ich in dieser Form noch nie so oder so ähnlich gelesen habe. Aus diesem Grund möchte ich euch hier gar nicht viel über den Inhalt verraten, sondern von Herzen empfehlen, dieses Buch zu lesen und es ganz für sich auf euch wirken zu lassen.

Der Roman, der in seinem Original „We Are All Completely Beside Ourselves“ heißt, hat es auf die Shortlist des bekannten Man Booker Prize geschafft. Ich finde, diese Auszeichnung hat der Roman vollkommen zu Recht erhalten. Karen Joy Fowler erzählt hier die Geschichte einer Familie, die vor allem durch ihre 3 ganz unterschiedlichen Kinder geprägt ist sowie die ungewöhnlichen Bedingungen, unter denen diese miteinander aufgewachsen sind. Erzählt wird sie aus Sicht von Rosemary, die mittlerweile aufs College geht und deren Verhalten und Denken noch heute stark durch ihre außergewöhnliche Kindheit geprägt ist.

Langsam, als müsste man Rosemary erst ganz nah kennenlernen, erfährt man mehr von ihr und ihrer Vergangenheit. Denn anders als in ihrer Kindheit gibt sie nicht gern etwas von sich preis und aus dem kleinen Plappermaul von früher, ist eine schweigsame junge Frage geworden, die vor allem nicht möchte, dass andere von ihrer Vergangenheit erfahren. So wird auch der Leser von „Die fabelhaften Schwestern der Familie Cooke“ erst langsam in die Geheimnisse der Familie eingeführt und der Autorin gelingt es auf diese Weise, immer wieder für Verblüffung zu sorgen.

Karen Joy Fowler erschafft dabei einen skurillen Mix bestehend aus einer Kindheits- und Familiengeschichte, die geprägt ist von einer Suche nach einer verlorenen Schwester, einem verzweifelten Sebstfindungsprozess von Rosemary und einer ordentlichen Protion Gesellschafts- und Wissenschaftskritik. Dennoch ist der Roman, trotz all seiner Tragik, gespickt von schwarzem Humor und Sarkasmus, sodass man an vielen Stellen im Buch nicht so recht weiß, ob man jetzt lachen oder weinen soll. Gerade diese Mischung macht das Buch für mich so besonders und es wird mir immer im Gedächtnis bleiben. Einmal gelesen, wird es dafür sorgen, dass man seine Gedanken im Bezug auf einige Teile der Handlung nie mehr ganz ausschalten kann und das ist wichtig und sehr gut so!

Manhattan Verlag
Originaltitel: We Are All Completely Beside Ourselves
Originalverlag: Putnam
Aus dem Amerikanischen von Marcus Ingendaay
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag
352 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-442-54737-1
€ 17,99 [D] | € 18,50 [A] | CHF 24,50 * (* empf. VK-Preis)
Erscheinungstermin: 11. Mai 2015

Aktuell Gegenwartsliteratur Rezensionen

Am Anfang war die Schuld von Jane Shemilt„Am Anfang war die Schuld“ von der britischen Autorin Jane Shemilt ist ein gelungener Roman mit Thrillerelementen. Er erzählt die Geschichte einer scheinbar normalen Familie, bei der beide Elternteile aufgrund ihrer Jobs oft nur wenig Zeit für ihre Kinder haben. Als ihre Tochter eines Abends spurlos verschwindet, beginnt nicht nur eine verzweifelte Suche, sondern die Autorin erschafft ein spannendes Psychogramm einer nicht ganz perfekten Familie.

Aus der Perspektive der Mutter Jenny Malcom kann man als Leser hautnah diese angstvolle Suche miterleben und dabei tief in ihre Gedanken- und Gefühlswelt eintauchen. Sehr interessant dabei ist, wie sie sich immer mehr selbst in Frage stellt und sich selbst mit verantwortlich fühlt. Hatte sich ihre Tochter in der letzten Zeit verändert? Und wenn ja, wieso bemerkte sie es erst jetzt? War ihr Job als Ärztin zu zeitraubend, um ihrer Tochter genügend Aufmerksamkeit zu schenken und ist diese aus diesem Grund ganz bewusst verschwunden? Oder wurde sie eventuell doch entführt. Diese und viele weitere quälende Fragen gehen Jenny durch den Kopf. Zugleich gibt sie nicht auf, ehe sie ihre Tochter gefunden hat,niemals.

Jane Shemilt ist es hervorragend gelungen, zugleich die Verhältnisse der Familie in den Mittelpunkt zu rücken und dabei niemals die Spannung zu verlieren. Denn jederzeit lauert der Gedanke an die verschwundene Tochter und was wohl mit ihr passiert sein könnte im Hintergrund. Aus einem scheinbar perfekt organisierten Familienleben ist nun ein Chaos geworden, das sich nicht mehr beseitigen lässt. Auch das Verhältnis der Eltern zueinander leidet unter der Situation. Außerdem wird mehr und mehr klar, dass die Söhne der beiden ebenfalls schon länger nicht mehr zufrieden mit ihrem gemeinsamen Leben sind.

Noch interessanter wird „Am Anfang war die Schuld“ durch die verschiedenen Zeitebenen, in denen die Handlung erzählt wird. Im Wechsel lernt man Janes Leben direkt nach dem Verschwinden ihrer Tochter sowie ein Jahr danach und später kennen. Dieser Wechsel ist der Autorin grandios gelungen und zeigt, wie sehr sich ein Leben innerhalb von so kurzer Zeit verändern kann. Nur eines bleibt: niemals würde Jenny die Suche nach ihrer Tochter aufgeben.

Dieser Roman hat für mich alles, was ein gutes Buch braucht. Spannung und Tiefgang gehen nahtlos miteinander einher und zum Schluss wird man mit einem ganz unerwarteten Ende überrascht, das mich vollkommen überzeugen konnte. Dafür gibt es eine klare Leseempfehlung von mir!

Blanvalet Verlag
Originaltitel: The Daughter
Originalverlag: Penguin, London 2014
Aus dem Englischen von Anja Schäfer
Paperback, Klappenbroschur
448 Seiten, 13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-7645-0533-2
€ 14,99 [D] | € 15,50 [A] | CHF 20,50 * (* empf. VK-Preis)
Erscheinungstermin: 27. April 2015

Aktuell Krimi und Thriller Rezensionen

In diesem Beitrag meines Königskinder-Specials möchte ich euch zwei Bücher des Programms vorstellen, die mich durch ihr sprachliches Feingefühl besonders begeistert haben und bei denen ich außerdem nicht so viel über den Inhalt verraten möchte. Bei beiden Büchern solltet ihr wirklich die Worte selbst für sich sprechen lassen! Auch wenn „Zwischen zwei Fenstern“ und „Wörter auf Papier“ inhaltlich sehr verschieden sind, so musste ich aufgrund des wunderbaren Erzählstils von Dianne Touchell und Vince Vawter in beiden Büchern viele großartige Textstellen markieren. Deshalb könnt ihr hier nun etwas mehr über die beiden Romane sowie ein paar Zitate kennen lernen. Außerdem möchte ich euch einen kleinen Einblick auf die in der kommenden Woche erscheinenden Frühjahsnovitäten des Verlags geben.

Zwischen zwei Fenstern„Zwischen zwei Fenstern“

Dieser Roman hat mich sehr ergriffen, erzählt er doch eine wirklich dramatische Geschichte und lässt seinen Leser den Schmerz der Hauptfiguren hautnah spüren. Selten habe ich ein Buch gelesen, das mir durch seine Erzählweise so nahe ging, manchmal fast schon zu nahe. Der erzählte Inhalt ist nämlich keinesfalls leicht zu verdauen, sondern es geht hier um Jugendliche, die es mit ihren jungen Jahren schon sehr schwer haben. Wenn junge Menschen leiden müssen und ausgerechnet ihre Eltern ein großer Bestandteil ihrer Probleme sind, dann macht mich das immer traurig. In diesem Roman treibt es die Autorin auf die Spitze und versetze mich völlig in die Verzweiflung und die körperlichen wie seelischen Schmerzen des jungen Mädchens hinein. Dennoch erzählt das Buch auch von einer besonderen Freundschaft, die sich auf Basis ihrer ganz eigenen Regeln und ungewöhnlichen Begebenheiten entwickelt. Dieses Buch ist zugleich hart und sanft und lebt von all den Stärken und Schwächen seiner Figuren! Ein außergewöhnliches & einmaliges Leseerlebnis!

Die Linien, die ich aufs Papier werfe, sind wie Messer, die durch den Morast in meinem Kopf schneiden. All die kleinen Stücke von mir kommen zusammen, als würde ich ein Netz zeichnen und mich selbst damit aufsammeln. Aber dieses Netz ist keine Falle, es ist gut; es bringt mich an einem Ort zusammen.

Ich lebe mein Leben durch ein dunkles Glas und warte darauf, dass das Licht mich fasziniert.

Im Umgang mit seinen Büchern wirkt er sehr anmutig. Dann ist er am präsentesten: Das Licht trifft dann anders auf ihn, und plötzlich wirkt er ganz groß und schlank und elegant.

Wörter auf Papier„Wörter auf Papier“

Dieser Roman hat ebenfalls ein ernstes Thema, kommt aber weitaus leichter daher als „Zwischen zwei Fenstern“. Trotz der berührenden Geschichte und all der Schwierigkeiten, die Victor durch sein Stottern hat, verbreitet „Wörter auf Papier“ immer wieder eine gewisse Wohlfühlatmosphäre und Herzlichkeit, bei der man immer wieder auch schmunzeln kann. Beides wird vor allem durch diejenigen Figuren erzeugt, die Victor offen und mit Liebe entgegentreten und ihm so immer mehr von seiner Furcht vorm gesprochenen Wort nehmen. Ganz großartig zeigt Vince Vawter hier auf, wie eng das Selbstbewusstsein und eine vermeindliche Unzulänglichkeit des eigenen Körpers zusammenhängen und wie sehr uns unsere Mitmenschen dabei beeinflussen. Jeder braucht Menschen, die in schwierigen Momenten da und eine uneingeschränkte Stütze sind. Noch viel mehr braucht man sie, wenn beispielsweise wie Victor extrem stottert. Der Autor macht außerdem deutlich, wie wichtig Sprache in unserer Gesellschaft ist und wie viel man mit dem gesprochenen aber auch mit dem geschriebenen Wort ausdrücken kann. Ich habe dieses Buch unglaublich gern gelesen, mitgelitten und mit Victor mitgefiebert.

Ich jongliere im Kopf mit den Buchstaben und Wellen und Häusern und Schlangen. Wieso hatte mir noch nie jemand gesagt, dass Buchstaben mehr sind als die Geräusche, die man macht, wenn man sie ausspricht?

Wörter in der Luft verwehen, kaum dass man sie gesagt hat, aber Wörter auf Papier bleiben für immer.

Einer der glücklichsten Umstände des Lebens ist es, wenn ein Mensch genau das tut, was für ihn bestimmt ist. Leider ein sehr seltenes Zusammentreffen.

Ein Ausblick auf den Frühling!

Nachdem das erste Programm des Königskinder Verlags bei Carlsen im Herbst veröffentlicht wurde und dabei wunderschön in den Farben Schwarz, Weiß und Gold gestaltet war, wird es im Frühjahr nun bunt. Genauso bunt wie die Buchcover sind auch die Inhaltsbeschreibungen der 5 Neuerscheinungen zu lesen, auf die wir uns freuen dürfen. Dabei dürfte wieder garantiert sein, dass die Bücher weit mehr bieten als nur gute Unterhaltung und auch sprachlich wieder ein besonderer Genuss sind. Ich finde, dass alle sehr interessant klingen und freue mich somit schon sehr auf die kommende Woche, in der die Bücher endlich erscheinen werden. Welches der Bücher macht euch denn besonders neugierig und wie findet ihr die neuen Buchcover?

Die Anatomie der NachtVielleicht lernt man solche Jungen ja nur zu später Stunde kennen. Im Nachtbus, wenn man die letzte Bahn verpasst hat und nur hoffen kann, dass Mom auch noch nicht zu Hause ist. Wenn ganz andere Leute unterwegs sind als sonst. Zum Beispiel dieser Typ mit den schwarzen Klamotten, der aussieht, als wolle er den nächsten Schnapsladen ausrauben. Doch Bex stellt fest: Jack ist kein Kioskräuber. Er ist der Graffitikünstler, der seit Wochen San Franciscos Bauwerke mit riesigen goldenen Buchstaben verziert. Aber das hält nicht jeder für Kunst; genauso wie nicht jeder Bex‘ anatomische Studien schön findet.

Bei Tag und bei Nacht, auf den Dächern der Stadt und in den Tunneln der U-Bahn wächst ihr Vertrauen zueinander. Und zwischen ihnen erblüht die Liebe.

Die wahre Geschichte von Regen und SturmRuth mag Wörter, vor allem Homophone, so wie „Ruth“ und „ruht“. Ihr alleinerziehender Vater kann damit nichts anfangen. Warum kann Ruth sich nicht benehmen wie andere Kinder? Die beste Idee, die er je hatte, ist, Ruth einen Hund mitzubringen. Sie nennt ihn Regen, denn er wurde im Regen gefunden – und das Wort ist ein Homophon.

Als ein Hurrikan die kleine Stadt heimsucht, geht Regen im Unwetter verloren. Ihr Vater hätte den Hund nie rauslassen dürfen. Bei Sturm! Ohne Halsband! Verzweifelt macht sich Ruth auf die Suche. Ein Glück, dass sie noch Onkel Weldon hat, der sie so viel besser versteht.

Das FieberHerbst 1918 : Die Spanische Grippe hat die Welt bereits im Griff. Aber für Cleo ist sie weit weg, sie ist mit sich selbst und ihrer Zukunft beschäftigt: Heiraten, Bohemien werden oder an die Universität? Doch die Gegenwart holt Cleo bald brutal ein. Die Seuche erreicht ihre Heimatstadt: Schulen, Geschäfte, Theater schließen – das öffentliche Leben kommt zum Stillstand. Und die Zahl der Opfer wächst: Nicht Kleinkinder und Alte, sondern vor allem Menschen in der Blüte ihres Lebens sterben. Als das Rote Kreuz freiwillige Helfer sucht, beschließt Cleo, nicht mehr untätig zu sein. Selbst wenn es den Tod bedeuten könnte.

Das Schloss in den WolkenValancy Stirling ist das Gespött ihrer Familie. Weit über zwanzig und noch immer unverheiratet! Nicht mal einen Verehrer hatte sie bisher! Dann passiert etwas, das ihr Leben radikal verändert. Und Valancy fasst sich ein Herz. Sie wird sich nicht mehr an die beengenden Konventionen halten, nicht mehr zu den ermüdenden Familientreffen gehen und sich nicht mehr von Onkel Benjamin triezen lassen. Stattdessen spricht sie die Wahrheit aus. Verlässt das Haus. Sucht sich eine Anstellung. Verliebt sich. Und findet das blaue Schloss, den Zufluchtsort ihrer Tagträume, endlich im richtigen Leben.

Eine mitreißende Entwicklungs- und Liebesgeschichte vor der wilden Schönheit des kanadischen Ostens.

Am tiefen GrundEin Mädchen namens Tom;
eine verheerende Flut, die sie ihrer gesamten Familie beraubt;
ein Typ namens Bill, der sie im Stich gelassen hat.
Ihre Nana, gütig und stark, die als Einzige ihr Geheimnis kennt. Ihr bester Freund Jonah und Annabel, die Meerjungfrau. Und ein ungeborenes Kind.
Voller Sehnsucht nach dem Verlorenen spricht Tom mit Oskar, dem Karpfen, mit Papa, der als Toter eine ganze andere Perspektive auf das Leben hat. Und mit ihrem ungeborenen Kind.

Eine traurige, ungewöhnliche und traumverlorene Geschichte von herzzerreißender Schönheit – so fließend und lebendig wie das Wasser.

Aktuell

Die Akademie der Abenteuer - Das Erbe des Rings 4Drei Jahre nach Veröffentlichung des letzten Bandes „Das Schiff aus Stein“ gibt es ihn: den vierten Band aus der wunderbaren Reihe „Akademie der Abenteuer“. Hier geht es um eine Gruppe von Freunden, die alle fasziniert von der Vergangenheit sind. Filine, die Belesenste, interessiert sich vor allem für das alte Ägypten. No, der Bastler, versteht viel von Technik, Werkzeugen und der Herstellung verschiedenster Gegenstände. Rufus, aus dessen Perspektive die Handlung meist erzählt wird, zeichnet gern, hat viel Intuition und begreift Zusammenhänge oft „im Traum“. Oliver, auch künstlerisch begabt, ist schon so lange bei der Akademie, dass er sämtliche Geheimgänge und besonderen Orte gut kennt.

Sie alle sind Schüler der Akademie der Abenteuer. Es handelt sich um ein zauberhaftes Internat, das sich der Erforschung der Geschichte verschrieben hat. Die Lehrer haben Spezialgebiete wie Kampfkunst, Malerei oder Kochkunst und teilen ihr Wissen gerne, vorausgesetzt, man fragt sie danach. Da hier die Schüler keinen festen Stundenplan haben, sondern für sich oder in einer Gruppe an Projekten forschen, sind sie natürlich oft auf die sachdienlichen Hinweise ihrer Lehrer angewiesen. Spannend wird das Lernen ganz besonders, wenn die Vergangenheit in einer sogenannten „Flut“ regelrecht lebendig wird. Dann sind die Schüler mittendrin im Geschehen und erforschen die Geschichte. Schweifen sie ab, folgen sie der falschen Fährte, verblasst die Flut. Geschieht dies zu häufig, kann auch die Flut komplett scheitern. Das ist besonders schade, weil man dann nicht das ersehnte Artefakt aus der Vergangenheit erhält, der in der Gegenwart nur als winziges Bruchstück vorhanden ist. Klingt komplizierter als es ist!

Die Schülerin Coralie ist ihre mit allen Wassern gewaschene Gegenspielerin: Während für die meisten Schüler und Lehrer die Forschung und die Erkenntnis im Vordergrund stehen, ist Coralie äußerst materialistisch. Wertvolle Gegenstände, die sie aus der Vergangenheit mitbringt, lässt sie gewinnbringend verkaufen. Sie und ihre Familie häufen Reichtum an und teilen nicht die hohen Ziele der Akademie.

In diesem Band begegnen Filine, No, Rufus und leider auch Coralie in der Vergangenheit einem Jungen, der nach Willen seiner Eltern König werden soll. Er selber möchte gar nicht diese Macht ausüben. Wenn es aber doch sein muss, dann nur zu seinen eigenen Bedingungen. Er will für sein Volk Gutes bewirken und für Gerechtigkeit sorgen. Rufus entdeckt so manche Gemeinsamkeit mit diesem idealistischen Jungen. Auch Rufus‘ Mutter hat Pläne für Rufus, mit denen er so gar nicht einverstanden ist. Sie wähnt ihn bereits auf einer
Eliteschule für Hochbegabte und will, dass er später einen guten Job bekommt, in dem er möglichst gut verdient. Seit Rufus‘ Vater die Familie verlassen hat, zählt für Rufus‘ Mutter nur noch Profit. Sie hat keine Zeit mehr für Rufus und sie ist gar nicht mehr so fröhlich wie früher. Nicht mal ihre roten Locken dürfen sich noch so kringeln wie damals, sondern sehen aus wie aus Stein gemeißelt.

Viele Handlungsstränge sind schon in Band 1 angelegt worden, nun endlich lösen sich in Band 4 einige Verstrickungen. Allerdings hatte ich erwartet, dass dies der letzte Band der Reihe sein würde. Doch auf den letzten Seiten zeigt sich, dass die Geschichte durchaus weitergehen und genauso spannend bleiben könnte… Eine für mich unerwartete, aber äußerst willkommene Wendung!

Wie alle Bände zuvor hat mir auch „Das Erbe des Rings“ sehr gefallen. Ich muss aber zugeben, dass ich dieses Buch manchmal nicht ganz so gebannt gelesen habe wie die Vorgängerbände. Zwar waren die Figuren faszinierend, die Beschreibungen der magischen Orte und Dinge in der Akademie Phantasie anregend und die Handlung spannend wie eh und je. Jedoch störten mich die ideenlastigen Gespräche und Gedankengänge einiger Personen. Ja, hier soll eine Botschaft vermittelt werden: Geld und Status sind nicht so wichtig wie Ideen oder soziales Miteinander. Ich denke, ein geschicktes Lektorat hätte diese etwas langatmigen Diskussionen kürzen können, ohne dabei den Inhalt zu vernachlässigen. Bei der Gelegenheit hätte man auch die ein bisschen häufiger als normal auftretenden Rechtschreibfehler orten können. Abgesehen von dieser kleinen Nörgelei gefiel mir das Buch sehr gut. Ich werde es sogleich an meine beiden Söhne (13 und 16 Jahre alt) weiterreichen, denen es bestimmt auch viel Freude machen wird. Denn das ist das Tollste an der „Akademie der Abenteuer“: Auch Jungs lesen die Geschichten mit Begeisterung, denn sie sind voller Spannung, Magie und Abenteuer.

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Der Sog der Schwerkraft
Ich bin wirklich begeistert, dass Jugendbuchverlage immer häufiger zu realistischen Geschichten zurückkommen, die ganz ohne Fantasy und apokalyptische Katastrophen auskommen. Mit Begeisterung habe ich deshalb auch den Roman „Der Sog der Schwerkraft“ von der US-amerikanischen Autorin Gae Polisner erwartet, der im März 2014 im cbj Verlag erschienen ist. Schon vorab versprach das Buch einen tollen Mix aus Road-Trip und erster Liebe aber auch ernsteren Themen. Für mich ist es sehr wichtig, dass Jugendbücher nicht flach sind, sondern auch zum Nachdenken bringen und das gelingt diesem Buch auf jeden Fall.

Nick und Jaycee verbindet im Buch ein gemeinsamer Freund: Scoot! Scoot hat Progerie, das bedeutet, dass sein Körper ungewöhnlich schnell altert, und er deshalb bereits als Teenager nicht mehr lange zu leben hat. Mit seiner offenen Art sowie verschiedenen liebenswerten Macken schließt man ihn – auch wenn er nur eine Nebenfigur ist – als Leser schnell ins Herz und kann nur zu gut verstehen, weshalb er so gute Freunde wie Jaycee und Nick hat. Und während Nicks Vater sich aus dem Staub gemacht hat, um nach Manhattan zu wandern und dabei auch noch so einige Pfunde zu verlieren, betrifft Scoots größter Wunsch ebenfalls jemanden, der sich aus dem Staub gemacht hat – seinen eigenen Vater, der mit seiner Krankheit nicht zurechtkam und ihn mit seiner Mutter zurückließ.

Aktuell Jugendbuch Rezensionen Roman

Die drei Leben der Tomomi IshikawaImmer wieder suche ich nach einzigartigen, so nie dagewesenen Geschichten, die mich für einige Lesestunden in ihre ganz eigene Buchwelt mitnehmen. Mit „Die drei Leben der Tomomi Ishikawa“ von Benjamin Constable habe ich endlich wieder ein solches Buch gefunden. Schon auf der ersten Seite wusste ich, dass dieses Buch anders ist. Erst war ich noch skeptisch, habe gezweifelt, ob diese Geschichte wirklich funktionieren kann, aber dann hat sich mich richtig gepackt.

„Die drei Leben der Tomomi Ishikawa“ ist fast schon eine Art Buch im Buch. Benjamin Constable ist nicht nur Autor dieses Romans, sondern zugleich auch eine der beiden Hauptfiguren im Buch. Und ihn dürfen wir auch auf einer rätselhaften Schnitzeljagd begleiten, die uns von Frankreich nach New York und zu den ungewöhnlichsten Plätzen entführt. Eine weitere Hauptfigur dieses Romans ist, wie sollte es anders sein, Tomomi Ishikawa. Doch von ihr erfahren wir hauptsächlich mehr in Form von Briefen und Notizbüchern, die sie geschickt für Ben an für sie bedeutsamen Orten hinterlegt hat. Darin erzählt sie eine abstruse und aufregende Geschichte über ihr Leben, die immer mehr Zweifel in Ben und auch beim Leser weckt. Ist das alles nur Fiktion, was Tomomi da schreibt oder hat sie all diese Dinge wirklich getan? Ist sie überhaupt der Mensch, die Freundin, die Benjamin Constable gekannt und auf seine besondere Weise geliebt hat?

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Eden und Orion - Lichtjahre zu dirDer Auftakt zur „Eden und Orion“-Reihe von Helen Douglas hat mir ein paar unterhaltsame Lesestunden beschert. Es ist ein schöner Jugendroman über Freundschaft, die Liebe und die Zukunft. Der Untertitel „Lichtjahre zu dir“ verrät schon, dass es auch um das Thema Zeitreise geht.

Für mich hat die Autorin hier einen sehr schönen Grundgedanken in Form einer leicht zu lesenden Geschichte verpackt. Ein Junge und zwei weitere Menschen aus der Zukunft kommen zurück in unsere heutige Zeit, um die Welt vor einer ziemlichen Katastrophe zu bewahren. Doch für Ryan wird es nicht nur eine Mission in Sachen Weltrettung, sondern auch eine in Sachen Liebe. Er lernt nämlich Eden kennen, ein ganz besonderes Mädchen.

Aktuell Jugendbuch Rezensionen

Anleitung zum UnglücklichseinIch bin nicht nur ein großer Fan von Büchern, sondern komme auch an Buchverfilmungen nur schwer vorbei. Am 4. Juli 2013 erschien „Anleitung zum Unglücklichsein“ basierend auf der gleichnamigen Buchvorlage von Paul Watzlawick, auf DVD und Blue-ray. Der Film erzählt – unter der Regie von Sherry Hormann – eine verträumte Geschichte über die Liebe und das Leben.

Johanna Wokalek ist dabei eine großartige Besetzung der Hauptfigur Tiffany Blechschmid. Allein durch ihr schauspielerisches Talent gibt sie dem Film eine ganz besondere Atmosphäre – so ganz anders, als sonst für Filme mit deutschen Schauspielern üblich. Dank ihr und der wunderbar gewählten Drehorte und Kulissen entfaltet der Film seine ganz eigene Magie.

Die Stimmung, die Bilder und die Schauspieler konnten mich folglich durchweg überzeugen und in eine andere Welt entführen. Leider gelang es ihnen aber dennoch nicht, mir die eigentliche Handlung wirklich nahe zu bringen und mich mitfühlen zu lassen. Hier oftmals der rote Faden in der Handlung, weshalb ich gedanklich fast schon abschweifte und mich nur von den schönen Bildern berauschen ließ. Inhaltlich überzeugt der Film nicht ganz, was aber auch der Tatsache geschuldet sein kann, dass es eben nicht so einfach ist, aus einem Sachbuch ein gut durchdachtes Drehbuch zu machen. Hier hätte ich mir vorab mehr erwartet.

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