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Die nachhaltige Pflege von Holzboeden von Will WilesRichtig raffiniert und echt britisch

Kennen Sie Mr. Bean? Lachen Sie, wenn Sie an ihn denken oder spüren Sie eine Abneigung gegen ihn? Ich glaube, Mr. Bean gehört zu diesen Berühmtheiten, die man entweder liebt oder hasst.
Ich gehöre zu denen, die großen Spaß mit Mr. Bean hat, und als ich „Die nachhaltige Pflege von Holzböden“ von Will Wiles gelesen habe, musste ich an ihn denken. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass dieses Buch so einen „lieben oder hassen Effekt“ auf die Leser hat.
Die Ähnlichkeit mit dem englischen Komödien-Antiheld war aus meiner Sicht offensichtlich. Auch wenn die Hauptfigur im Buch ganz anders ist als der Fernsehkomiker, sind sie beide eine Art Katastrophen-Magnet: Aus harmlosen Situationen schaffen sie Verwüstungslandschaften. Dafür muss man ein besonderes Talent haben.

Will Wiles bedient sich an ganz wenigen Figuren und Schauplätzen, um eine originelle Geschichte in Gang zu setzen. Mit wenigen Mitteln und viel schriftstellerischem Können hat Wiles eine drückende und feindliche Atmosphäre erzeugt, die den Protagonisten verzweifeln lässt, während der Leser fast ein schlechtes Gewissen bekommt, weil er, obwohl er den Ernst der Lage erkennt, über manche Tragödien lachen muss.

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Wie im wirklichen Leben!

Als ich auf der letzten Seite von „Willkommen auf Skios“ von Michael Frayn angekam, war mein erster Gedanke: „Schaaade…“.
Dieses Buch war für mich ein großes Vergnügen, das leider von zu kurzer Dauer gewesen und zu schnell zu Ende gegangen ist.
Während ich dieses Buch gelesen habe, fühlte ich mich sehr gut unterhalten, und zwar auf hohem Niveau.
Vom ersten bis zum letzten Kapitel erstreckt sich eine filmreife Handlung, bei der es absolut keinen Platz für Langeweile gibt. „Willkommen auf Skios“ ist eine herrliche Verwechslungskomödie, wie ich sie selten gelesen habe. Das liegt daran, dass Michael Frayn die skurrilsten, verrücktesten und scheinbar unlogischsten Situationen überzeugend beschreibt und die Erklärung der Ursachen für die katastrophalsten Szenen sehr gut fundiert. Am Ende können keine Zweifel entstehen, dass diese Ereignisse, die zu der totalen Konfusion geführt haben (so wie sie im Buch eingetreten ist), sich auch im wirklichen Leben genauso abspielen würden.

2012 Aktuell Gegenwartsliteratur Rezensionen Roman Unterhaltungsliteratur

In einem Vorwort von Doktor Watson erfahren wir, dass die Geschehnisse in diesem Buch schon lange zurückliegen, jedoch erst jetzt der Öffentlichkeit bekannt gemacht werden können. Die Verschwörung, die Sherlock Holmes damals aufdeckte, ist nämlich so unglaublich und erschütternd, dass ganz England in Aufruhr versetzt worden wäre.

Doch nun – ein Jahrhundert später – kann man in Watsons Aufzeichnungen nachlesen, was damals geschah und um welches Geheimnis es sich handelt. Definitiv zählt diese Geschichte zu Sherlock Holmes‘ härtesten und emotionalsten Fällen und zwischenzeitlich wird auch der große Detektiv selbst verdächtigt!

Bei diesem Roman handelt es sich um den ersten Fall von Sherlock Holmes seit dem Tod von Sir Arthur Conan Doyle. Anthony Horowitz, der Autor von den viel gelobten Alex-Rider-Büchern, ist mit Sicherheit die geeignetste Person, um diese Serie fortzusetzen. Da ich leider nicht die originalen Bücher gelesen habe, kann ich nicht beurteilen inwiefern es Horowitz gelungen ist, in Doyles Fußstapfen zu treten. Doch bisher habe ich nur positive Kritik gelesen und bin daher in diesem Punkt zuversichtlich.

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