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In diesem Beitrag meines Königskinder-Specials möchte ich euch zwei Bücher des Programms vorstellen, die mich durch ihr sprachliches Feingefühl besonders begeistert haben und bei denen ich außerdem nicht so viel über den Inhalt verraten möchte. Bei beiden Büchern solltet ihr wirklich die Worte selbst für sich sprechen lassen! Auch wenn „Zwischen zwei Fenstern“ und „Wörter auf Papier“ inhaltlich sehr verschieden sind, so musste ich aufgrund des wunderbaren Erzählstils von Dianne Touchell und Vince Vawter in beiden Büchern viele großartige Textstellen markieren. Deshalb könnt ihr hier nun etwas mehr über die beiden Romane sowie ein paar Zitate kennen lernen. Außerdem möchte ich euch einen kleinen Einblick auf die in der kommenden Woche erscheinenden Frühjahsnovitäten des Verlags geben.

Zwischen zwei Fenstern„Zwischen zwei Fenstern“

Dieser Roman hat mich sehr ergriffen, erzählt er doch eine wirklich dramatische Geschichte und lässt seinen Leser den Schmerz der Hauptfiguren hautnah spüren. Selten habe ich ein Buch gelesen, das mir durch seine Erzählweise so nahe ging, manchmal fast schon zu nahe. Der erzählte Inhalt ist nämlich keinesfalls leicht zu verdauen, sondern es geht hier um Jugendliche, die es mit ihren jungen Jahren schon sehr schwer haben. Wenn junge Menschen leiden müssen und ausgerechnet ihre Eltern ein großer Bestandteil ihrer Probleme sind, dann macht mich das immer traurig. In diesem Roman treibt es die Autorin auf die Spitze und versetze mich völlig in die Verzweiflung und die körperlichen wie seelischen Schmerzen des jungen Mädchens hinein. Dennoch erzählt das Buch auch von einer besonderen Freundschaft, die sich auf Basis ihrer ganz eigenen Regeln und ungewöhnlichen Begebenheiten entwickelt. Dieses Buch ist zugleich hart und sanft und lebt von all den Stärken und Schwächen seiner Figuren! Ein außergewöhnliches & einmaliges Leseerlebnis!

Die Linien, die ich aufs Papier werfe, sind wie Messer, die durch den Morast in meinem Kopf schneiden. All die kleinen Stücke von mir kommen zusammen, als würde ich ein Netz zeichnen und mich selbst damit aufsammeln. Aber dieses Netz ist keine Falle, es ist gut; es bringt mich an einem Ort zusammen.

Ich lebe mein Leben durch ein dunkles Glas und warte darauf, dass das Licht mich fasziniert.

Im Umgang mit seinen Büchern wirkt er sehr anmutig. Dann ist er am präsentesten: Das Licht trifft dann anders auf ihn, und plötzlich wirkt er ganz groß und schlank und elegant.

Wörter auf Papier„Wörter auf Papier“

Dieser Roman hat ebenfalls ein ernstes Thema, kommt aber weitaus leichter daher als „Zwischen zwei Fenstern“. Trotz der berührenden Geschichte und all der Schwierigkeiten, die Victor durch sein Stottern hat, verbreitet „Wörter auf Papier“ immer wieder eine gewisse Wohlfühlatmosphäre und Herzlichkeit, bei der man immer wieder auch schmunzeln kann. Beides wird vor allem durch diejenigen Figuren erzeugt, die Victor offen und mit Liebe entgegentreten und ihm so immer mehr von seiner Furcht vorm gesprochenen Wort nehmen. Ganz großartig zeigt Vince Vawter hier auf, wie eng das Selbstbewusstsein und eine vermeindliche Unzulänglichkeit des eigenen Körpers zusammenhängen und wie sehr uns unsere Mitmenschen dabei beeinflussen. Jeder braucht Menschen, die in schwierigen Momenten da und eine uneingeschränkte Stütze sind. Noch viel mehr braucht man sie, wenn beispielsweise wie Victor extrem stottert. Der Autor macht außerdem deutlich, wie wichtig Sprache in unserer Gesellschaft ist und wie viel man mit dem gesprochenen aber auch mit dem geschriebenen Wort ausdrücken kann. Ich habe dieses Buch unglaublich gern gelesen, mitgelitten und mit Victor mitgefiebert.

Ich jongliere im Kopf mit den Buchstaben und Wellen und Häusern und Schlangen. Wieso hatte mir noch nie jemand gesagt, dass Buchstaben mehr sind als die Geräusche, die man macht, wenn man sie ausspricht?

Wörter in der Luft verwehen, kaum dass man sie gesagt hat, aber Wörter auf Papier bleiben für immer.

Einer der glücklichsten Umstände des Lebens ist es, wenn ein Mensch genau das tut, was für ihn bestimmt ist. Leider ein sehr seltenes Zusammentreffen.

Ein Ausblick auf den Frühling!

Nachdem das erste Programm des Königskinder Verlags bei Carlsen im Herbst veröffentlicht wurde und dabei wunderschön in den Farben Schwarz, Weiß und Gold gestaltet war, wird es im Frühjahr nun bunt. Genauso bunt wie die Buchcover sind auch die Inhaltsbeschreibungen der 5 Neuerscheinungen zu lesen, auf die wir uns freuen dürfen. Dabei dürfte wieder garantiert sein, dass die Bücher weit mehr bieten als nur gute Unterhaltung und auch sprachlich wieder ein besonderer Genuss sind. Ich finde, dass alle sehr interessant klingen und freue mich somit schon sehr auf die kommende Woche, in der die Bücher endlich erscheinen werden. Welches der Bücher macht euch denn besonders neugierig und wie findet ihr die neuen Buchcover?

Die Anatomie der NachtVielleicht lernt man solche Jungen ja nur zu später Stunde kennen. Im Nachtbus, wenn man die letzte Bahn verpasst hat und nur hoffen kann, dass Mom auch noch nicht zu Hause ist. Wenn ganz andere Leute unterwegs sind als sonst. Zum Beispiel dieser Typ mit den schwarzen Klamotten, der aussieht, als wolle er den nächsten Schnapsladen ausrauben. Doch Bex stellt fest: Jack ist kein Kioskräuber. Er ist der Graffitikünstler, der seit Wochen San Franciscos Bauwerke mit riesigen goldenen Buchstaben verziert. Aber das hält nicht jeder für Kunst; genauso wie nicht jeder Bex‘ anatomische Studien schön findet.

Bei Tag und bei Nacht, auf den Dächern der Stadt und in den Tunneln der U-Bahn wächst ihr Vertrauen zueinander. Und zwischen ihnen erblüht die Liebe.

Die wahre Geschichte von Regen und SturmRuth mag Wörter, vor allem Homophone, so wie „Ruth“ und „ruht“. Ihr alleinerziehender Vater kann damit nichts anfangen. Warum kann Ruth sich nicht benehmen wie andere Kinder? Die beste Idee, die er je hatte, ist, Ruth einen Hund mitzubringen. Sie nennt ihn Regen, denn er wurde im Regen gefunden – und das Wort ist ein Homophon.

Als ein Hurrikan die kleine Stadt heimsucht, geht Regen im Unwetter verloren. Ihr Vater hätte den Hund nie rauslassen dürfen. Bei Sturm! Ohne Halsband! Verzweifelt macht sich Ruth auf die Suche. Ein Glück, dass sie noch Onkel Weldon hat, der sie so viel besser versteht.

Das FieberHerbst 1918 : Die Spanische Grippe hat die Welt bereits im Griff. Aber für Cleo ist sie weit weg, sie ist mit sich selbst und ihrer Zukunft beschäftigt: Heiraten, Bohemien werden oder an die Universität? Doch die Gegenwart holt Cleo bald brutal ein. Die Seuche erreicht ihre Heimatstadt: Schulen, Geschäfte, Theater schließen – das öffentliche Leben kommt zum Stillstand. Und die Zahl der Opfer wächst: Nicht Kleinkinder und Alte, sondern vor allem Menschen in der Blüte ihres Lebens sterben. Als das Rote Kreuz freiwillige Helfer sucht, beschließt Cleo, nicht mehr untätig zu sein. Selbst wenn es den Tod bedeuten könnte.

Das Schloss in den WolkenValancy Stirling ist das Gespött ihrer Familie. Weit über zwanzig und noch immer unverheiratet! Nicht mal einen Verehrer hatte sie bisher! Dann passiert etwas, das ihr Leben radikal verändert. Und Valancy fasst sich ein Herz. Sie wird sich nicht mehr an die beengenden Konventionen halten, nicht mehr zu den ermüdenden Familientreffen gehen und sich nicht mehr von Onkel Benjamin triezen lassen. Stattdessen spricht sie die Wahrheit aus. Verlässt das Haus. Sucht sich eine Anstellung. Verliebt sich. Und findet das blaue Schloss, den Zufluchtsort ihrer Tagträume, endlich im richtigen Leben.

Eine mitreißende Entwicklungs- und Liebesgeschichte vor der wilden Schönheit des kanadischen Ostens.

Am tiefen GrundEin Mädchen namens Tom;
eine verheerende Flut, die sie ihrer gesamten Familie beraubt;
ein Typ namens Bill, der sie im Stich gelassen hat.
Ihre Nana, gütig und stark, die als Einzige ihr Geheimnis kennt. Ihr bester Freund Jonah und Annabel, die Meerjungfrau. Und ein ungeborenes Kind.
Voller Sehnsucht nach dem Verlorenen spricht Tom mit Oskar, dem Karpfen, mit Papa, der als Toter eine ganze andere Perspektive auf das Leben hat. Und mit ihrem ungeborenen Kind.

Eine traurige, ungewöhnliche und traumverlorene Geschichte von herzzerreißender Schönheit – so fließend und lebendig wie das Wasser.

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