Schlagwort: China

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„Wir wollen kein weiches Begräbnis!“

Nach dem Lesen vom „Wuhan Diary“ habe ich mich sehr für dessen Autorin, die bekannte chinesische Schriftstellerin Fang Fang, interessiert. Leider sind Informationen über sie nicht so einfach zu finden. Aus diesem Grund habe ich mich gefreut, als vor kurzem ein weiteres Buch von ihr auf Deutsch im Verlag Hoffmann und Campe erschienen ist: „Weiches Begräbnis“. Für mich stand fest, dass ich dieses Buch lesen muss!

Warum „weiches Begräbnis“. Das war das Erste, was ich mich gefragt habe, als ich den Titel las. Was ist das? Was bedeutet es? So ein Titel klingt vielleicht romantisch. Beim Lesen aber habe ich gelernt, dass darunter sich eine Grausamkeit verbirgt. Ein weiches Begräbnis wünscht sich kein Mensch chinesischen Ursprungs. Ein Begräbnis ohne Sarg, der Körper im direkten Kontakt mit der Erde, ist eine unzumutbare Sache, eine große Ungerechtigkeit. Wer ohne Sarg begraben wird, wer keine würdige Beerdigung bekommt, kann nicht wieder geboren werden, der muss als klagender Geist bis in die Ewigkeit umherirren.

Aktuell Gegenwartsliteratur Rezensionen Roman

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„Das Schreiben war das einzige Mittel, meinen Gefühlen und meinem seelischen Zustand Luft zu verschaffen.“

Als am 23. Januar 2020 die chinesische Millionenstadt Wuhan abgeriegelt wurde, um die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus zu verhindern, fühlten wir uns in Europa relativ sicher, dass es sich bei dem SARS-CoV-2-Virus um ein chinesisches Problem handelt, obwohl Experten weltweit vor einer Pandemie warnten.

Als unsere Bundeskanzlerin Mitte März entsprechende Einschränkungen für Deutschland angekündigt und an die Bevölkerung appelliert hat, sich strikt daran zu halten, lebten die Wuhaner bereits zwei Monate von der Welt isoliert, und ohne ihre Wohnungen verlassen zu dürfen. Und auch wenn unsere Quarantäne eine komplett neue Erfahrung für die meisten in Deutschland Lebende gewesen ist, kann man es niemals mit dem, was die Wuhaner durchgemacht haben, vergleichen.

Weil sie ihre Tochter vom Flughafen am Abend des 22. Januar abholen musste, blieb die in China sehr bekannte Schriftstellerin Wang Fang – unter dem Pseudonym Fang Fang veröffentlicht sie ihre Werke – in ihrer Wuhaner Wohnung über Nacht und erlebte die beispiellose Abriegelung einer Stadt.

Aktuell Rezensionen Sachbuch

der_duft_von_teeDie Farbe von Tee

Als ich das erste Mal die Umschlaggestaltung von „Der Duft von Tee“ (englischer Originaltitel „The Colour of Tea“) gesehen hatte, habe ich mich sofort in dieses Buch verliebt. Der Titel und das Bild darunter sind so wunderschön, dass ich ihnen kaum widerstehen konnte. Die geblümten Tassen mit goldenem Rand und die bunten Macarons versprachen eine leichte und unbeschwerte Lektüre. Groß war meine Überraschung, als ich angefangen habe zu lesen…

Hannah Tunnicliffe hat mit „Der Duft von Tee“ eine leicht zu lesende Geschichte geschrieben, die gleichzeitig von einem schweren Frauenschicksal erzählt.
Grace ist eine junge Frau, die auf den ersten Blick alles zu haben scheint: einen erfolgreichen Ehemann, der sie liebt, und eine schöne Wohnung in Macao, einer aufregenden Stadt, in der Kosmopoliten zu Hause sind. Aber Grace ist depressiv, sie ist sehr unglücklich und fühlt sich allein.

Ob es wirklich möglich ist, dass ein Mensch es schafft, einer sehr schwierigen Situation zu entkommen, das hängt nicht nur von dem vorhandenen Willen ab. Grace hat es fertig gebracht und sich einen Ruck gegeben und ihr Leben über Nacht verändert. In Graces Fall lag das Geheimnis des Wandels an den Macarons…

Aktuell Rezensionen Roman

Kit Livingstone zählt zu den durchschnittlichsten Menschen überhaupt. Mehr noch – er ist ein absoluter ‚Versager‘, wie seine Freundin Mina ihn bezeichnet. Deshalb ist Kit mehr als überrascht, als sein Urgroßvater ihn plötzlich in einer kleinen Gasse in London begrüßt. Nicht nur, dass besagter Urgroßvater eigentlich schon längst hätte tot sein müssen, nein, dieser erklärt ihm auch noch, dass Kit die Gabe besitzt mittels Ley-Linien (uralte, magische Pfade) durch Raum und Zeit zu reisen. Kit kann dies natürlich nicht ganz glauben, genauso wenig wie die bodenständige Mina, als er ihr von dem wunderlichen Treffen erzählt. Doch als er ihr beweisen will, dass diese Ley-Linien tatsächlich existieren, läuft alles aus dem Ruder!

Plötzlich verliert Kit Mina aus den Augen und dies hat fatale Folgen – denn Mina könnte sich nun praktisch überall und in jeder Zeit befinden. Und wenn man sich einmal in dem Labyrinth der Ley-Linien verloren hat, ist es nahezu unmöglich, den Weg zurück zu finden!

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