Schlagwort: DDR-Alltag

9783406646980_coverDer letzte Sommer

Es gibt verschiedene Gründe, die mich veranlasst haben, „Schneckenmühle“ von Jochen Schmidt lesen zu wollen. Der Hauptgrund aber war, wie immer bei mir und diesem Thema der Fall ist, mehr über den Alltag in der DDR zu ehrfahren. Die DDR, die ewig in den 80er Jahren in der Erinnerung der Menschheit leben wird. Ein Land, das die 90er nicht überlebt hat, genau genommen, ein Land, das die 90er geprägt hat wie kein anderes, gerade deswegen, weil es aufgehört hat zu existieren.

1989, das letzte Jahr der DDR. Jens ahnt nicht, dass er im Begriff ist, seinen letzten sozialistischen Sommer zu erleben. Jens mit seinen 14 Jahren ist ein naiver liebenswerter Junge, der wenig Ahnung zu haben scheint, was die Welt bewegt, und an dem die Veränderungen in seinem Land, die später für eine neue Weltordnung sorgen werden, vorbeigehen. Aber das ist eigentlich egal. Jens verbringt seine Ferien in „Schneckenmühle“, dem sächsischen Ferienlager, wo man als 14- Jähriger richtigen Spaß hat.

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35680575zLegendäre DDR

Das Leben in der DDR war kein Zuckerschlecken. Und wer es nicht glaubt, sollte Nils Heinrichs „Wir hatten nix, nur Umlaute“ lesen, denn in Sachen Zucker in der DDR kennt er sich aus: Herr Heinrich ist ausgebildeter Konditor, und seine Ausbildung hat er im Sozialismus absolviert.

„Wir hatten nix, nur Umlaute“ ist ein persönlicher Bericht über das Leben in der DDR der 70er und 80er Jahre in einer kleinen Provinzstadt im heutigen Bundesland Sachsen-Anhalt, und in der, so Nils Heinrich, das Interessanteste war, dass nichts passierte.
Aber dafür, dass in der kleinen Stadt nichts passierte, ist Nils Heinrichs Buch ein sehr amüsanter und sogar interessanter Bericht geworden. Und das liegt daran, dass er es schafft, den Sozialismus auf die Schippe zu nehmen… aber auch sich selber. Dabei erzählt er ein paar unangenehme Wahrheiten.

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„DDR reloaded“

Ich habe eine Schwäche für Zeitreisen aller Art: als Filme, Bücher oder Ausstellungen. In meiner Fantasie habe ich schon unzählige Zeitreisen unternommen. Besonders solche Zeitreisen, in denen ich mein eigenes Leben ändern und meine Fehler korrigieren kann (am besten indem ich sie ungeschehen mache), mag ich am liebsten.
So eine Zeitreise macht die 14-jährige Alina. Leider ist es nicht ihr eigenes Leben, das sie eventuell verändern kann, sondern das ihrer Mutter: Alina erwacht eines Morgens mitten in der DDR der 80er Jahre in dem Körper ihrer auch 14-jährigen Mutter.
Ein unglaubliches Abenteuer beginnt!

„Hier gibt’s kein Facebook“, das stellt Alina nach dem anfänglichen Schock fest. Unfassbar wie die Leute in der DDR gelebt haben… oder leben mussten.

Ina Rakis „In einem Land vor meiner Zeit“ ist ein wunderbares Jugendbuch, das über das Leben in einem Land erzählt, das Ende der 80er Jahre aufgehört hat zu existieren.

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Aus der Sicht der kleinen Schwester

Marion Brasch hat mir mit ihrem Debütroman   „Ab jetzt ist Ruhe“ unglaublich genussvolle Lesestunden beschert.
Dieses Buch ist etwas ganz Besonderes: Es ist die Geschichte einer Familie jüdischer Abstammung in der DDR, aus der Sicht der „kleinen Schwester“ erzählt. Eine Familie, die es nicht ganz so einfach hatte, trotz der Privilegien, die sie genossen hatte, denn der Vater war ein hoch angesehener Funktionär.
Warum diese Familie so war wie sie war, was deren Mitglieder bewegt hat, mit welchen Konflikten sie leben musste und mit welchen Vorurteile sie konfrontiert wurde, erfahren wir in diesem wunderschönen Buch von Marion Brasch.
Aber auch sehr viel Schönes lesen wir, denn nicht alles war negativ, nicht in dieser Familie, auch nicht in der DDR.

Marion Brasch schafft es mit ihrem Erzählstil, dass der Leser in ihre Geschichte eintaucht. Man fühlt mit dieser kleinen Schwester und man kann sich sehr gut ihre Welt vorstellen. Man begleitet sie auf ihrem Weg, der sie immer wieder zu ihrer Familie zurückführt, auch wenn sie sich oft das Gegenteil gewünscht und vorgenommen hat.

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