Schlagwort: Debüt

9783351050023Arbeitslosigkeit als Lebensphilosophie

Die Wienerin mit dem klangvollen Namen Ruth Amsel ist arbeitslos, und das findet sie auch gut so. Sie hat Besseres zu tun als jeden Tag zur Arbeit gehen zu müssen. Sie hat viel Zeit, und damit kann sie viel anfangen. Zu Hause und auf der Straße gibt es viel zu tun und zu sehen. Wenn sie Geld braucht, geht sie einfach zur „Gesellschaft für Wiedereingliederung“ -bei der sie eine Karriere als Langzeitarbeitslose erfolgreich absolvieren möchte-, lehnt mit mehr oder weniger überzeugenden Argumenten ein paar Jobangebote ab, und dann ist sie für ein paar Tage wieder frei, um ihren Freizeitbeschäftigungen zu frönen: Leute beobachten, Wohnung putzen, sich mit der einzigen Freundin treffen.

Ruth Amsel ist eine Heldin ganz nach meinem Geschmack. Sie ist klug, unkonventionell und sucht einen Platz in der Gesellschaft, den es vielleicht gar nicht für sie gibt.

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1150395_413045612138484_1223347944_n„Nah oder fern gibt es nicht mehr,

… nur noch nah oder fremd.“

Unter dieser Prämisse hat Hannah Dübgen einen rührenden Roman über vier Junge Vertreter unserer globalisierten Welt geschrieben.
Vier junge Menschen, die sich auf der Oberfläche des Planeten bewegen, als gäbe es keine Grenzen, die selbstverständlich die Zeitzonen überqueren, um kurz ein Geschäft abzuschließen oder auf einem Klavier zu spielen.

Die Geschichten der vier Hauptprotagonisten sind so unterschiedlich, wie die Länder, in denen sie leben. Gemeinsam aber haben alle etwas: Sie leben nicht in dem Land, in dem sie geboren wurden und aufgewachsen sind. Dass das nicht die einzige Gemeinsamkeit ist, entdeckt der Leser langsam im Laufe der Geschichte.
Das Besondere an diesem Roman ist die Wirkung, die dieser auf dem Leser übt. Für mich besonders interessant waren die Entdeckung mancher Ähnlichkeiten mit meiner Person und meiner Lebensweise und eines Empfindens von Verbundenheit mit einer bestimmten Figur. Und gerade diese Verbundenheit wurde für mich der wichtigste Grund, um weiter zu lesen.

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Der tote Tod und die Memme aus Überzeugung

Was passiert, wenn man kein guter Polizist ist und auf einmal einen Mordfall lösen muss? Und wenn gleichzeitig die Ehefrau von heute auf morgen weg ist, weil sie eine Auszeit braucht und den schlechten Polizisten mit zwei Kindern in empfindlichem Alter allein lässt?

Hennig Bröhmann, selbsternannte Memme und Vogelsberger Kriminalhauptkommissar, freut sich über einen freien Nachmittag mitten im Faschingstrubel und auf die Übertragung eines Fußballspiels, als seine Frau ihn darüber informiert, dass sie für eine undefinierbar lange Zeit weg muss, um ihr Leben neu zu ordnen.
Gleichzeitig meldet sich Bröhmanns Bereitschaftshandy: Ein Mann, als Tod verkleidet, wurde tot aufgefunden. Alles deutet auf Mord. Henning Bröhmann muss anscheinend da durch.

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