Schlagwort: Dorf

Grausam und rachsüchtig

Während des Lesens von „Unterleuten“ von Juli Zeh habe ich mir oft gedacht: „Hoffentlich lesen meine bösen Nachbarn dieses Buch nicht!“. Sie würde nämlich auf super Ideen kommen, um mich zu quälen. Dieses Buch, dessen Romanfiguren hauptsächlich damit beschäftigt sind, sich miteinander zu bekriegen und das Leben unmöglich zu machen, ist eine wahre Anleitung zur erfolgreichen Tortur von Nachbarn.
Unterleuten ist ein kleines Dorf, in dem sich alle kennen, und in dem neue Bewohner so eine Art Mutprobe durchlaufen müssen (davon merken sie auch nichts), um sich so ihr Recht zu erkämpfen und verdienen, würdige Unterleutner zu sein. Das Sagen hat der Dorf-Häuptling, der alle Geheimnisse kennt und alle Fäden in der Hand hält.

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Das Herz am rechten Fleck

Während ich die letzten Seiten von „Toni und Moni oder: Anleitung zum Heimatroman“ lese, dem neuesten Roman von der Österreicherin Petra Piuk, wird im Fernsehen das Ergebnis der Parlamentswahlen in dem Heimatland der Autorin bekannt gegeben. Das, was gesendet wird, bildet eine passende Kulisse für dieses Buch und untermalt meine Lektüre in einer entsprechenden Form.

Ein österreichischer Heimatroman! Was stellt man sich darunter vor? Idyllische Landschaften – meistens grüne und saftige Berge im Sonnenschein -, schöne und liebliche Frauen, Männer, die noch diesen Namen verdienen, Volksmusik und Liebe, ganz viel Liebe.

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Obwohl Stephanie weiß, dass in letzter Zeit in ihrer Wohngegend zwei Mädchen entführt worden sind und der Kidnapper noch frei herumläuft, entscheidet sie sich dennoch dafür die Abkürzung über das Feld zu nehmen, als sie abends nach Hause läuft. Warum sollte es ausgerechnet mich treffen?, denkt sie sich, ohne zu wissen, dass der Entführer sie schon längst beobachtet.

Einige Stunden später erwacht sie gefesselt in einer Waldhütte. Allein, schutzlos und völlig ausgeliefert. Irgendwie schafft sie es ihre Fesseln zu lösen, doch wie soll sie es durch die Wildnis nach Hause schaffen, während der Entführer hinter ihr her sein könnte?

Zwei Schritte hinter mir ist ein spannender Thriller für zwischendurch. Ich habe keine zwei Stunden gebraucht, da war das Buch schon durchgelesen. Außerdem war die Flucht von Stephanie so fesselnd, dass ich gar nicht anders konnte als das Buch in einem Rutsch zu lesen. Es war sehr faszinierend, wie sie mit Hilfe ihrer Natur- und Überlebenskenntnisse einen Weg durch den Wald gefunden hat. Man konnte sich ausgesprochen gut in Stephanies Lage hineinversetzen und mit ihr mitfühlen. Trotz Panik und Angst konnte sie sich zusammenreißen und aus einer scheinbar ausweglosen Situation fliehen, was sie sehr bewundernswert macht. Zudem war sie sehr sympathisch und eine würdige Protagonistin.

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