Schlagwort: Drama

Wahnsinn pur

Wahnsinnige Handlung, wahnsinnige Romanfiguren, wahnsinniges Ende. „Die Unglückseligen“ von Thea Dorn war ein fast perfektes Buch für mich. Ja, fast. Aber jetzt von vorne…

Thea Dorn hat Figuren geschaffen, die ganz nach meinem Geschmack sind. Das sind eine verbissene Biologin und ein scheinbar altersloser Verrückter. Ihre Wege kreuzen sich am richtigen Ort und zum richtigen Zeitpunkt. Ob es ein guter oder schlechter Zeitpunkt war, davon erzählt Thea Dorn in ihrem Werk, das epische Ausmaße erreicht und sprachliche Dimensionen annimmt, die mir in keinem anderen modernen Roman begegnet sind.

Johanna, die Biologin, trifft also per Zufall den scheinbar alterslosen Johann. Ihr fällt sofort auf, dass dieser so redet, wie Goethe schrieb. Das fällt dem Leser natürlich auch auf. Schließlich schreibt Thea Dorn ganze Kapitel aus Johanns Perspektive in genau so einer Sprache. Definitiv eine Meisterleistung, die ich anerkenne, mich aber ins Schwitzen brachte, denn ich war nie eine richtige Freundin deutscher großer Literatur des 18. Jahrhunderts. Die spannende Handlung hielt mich trotzdem am Lesen und letztendlich habe ich mich gewöhnen können, vor allem ab der zweiten Hälfe, die ich als sehr aufwühlend empfand.

Aktuell Gegenwartsliteratur Rezensionen Roman

Auf dem Blog The Broke and the Bookish wird jeden Dienstag ein Thema vorgestellt, zu dem man seine persönlichen 10 Top-Bücher vorstellen kann. Da mir das Thema in dieser Woche so gut gefällt und ich außerdem schon etliche der teilnehmenden Blogs durchstöbert habe, auf der Suche nach neuen Buchtipps, möchte ich in dieser Woche auch unbedingt mitmachen. Vielleicht sind in Zukunft mal wieder passende Themen für mich dabei – dann werde ich sie hier auch spontan aufnehmen. Hier nun also meine Top 10, die definitiv zum Weinen bringen! Ich verrate euch an dieser Stelle nicht wieso, denn das sollte man doch besser selbst beim Lesen herausfinden.

Die Tochter der WälderMarley & ichSieben Minuten nach Mitternacht GoldmannUnser letzter SommerGut gegen NordwindPalacio_24175_MR1.inddDie BücherdiebinDer Junge im gestreiften PyjamaHarry Potter und der HalbblutprinzDie Eleganz des Igels

Ich fand die Entscheidung für 10 Bücher gar nicht leicht. Es gab schon noch ein paar andere, die mich wirklich erwischt haben. Aber bei diesen 10 war es – übrigens in der angegebenen Reihenfolge von vorn nach hinten – am extremsten. Habt ihr auch solche Bücher, bei denen ihr die Tränen einfach nicht zurückhalten konntet?

Aktuell

Bevor du gehst

„Bevor du gehst“ von James Preller fiel mir zuerst durch das schlichte und sehr gelungene Design des Covers aus. Ich habe es schon oft erlebt, dass Bücher, die äußerlich eher zurückhaltend wirken und nicht mit großen Motiven und Farben auffallen wollen, mich besonders begeistern konnten. Zudem passt es wunderbar zur nachdenklichen und auch bedrückenden Seite des Buches.

James Prellers Idee zu diesem Jugendroman ist sehr interessant und lässt auf einen emotionalen und intensiven Stoff hoffen. Einen solchen hat er auch tatsächlich geschaffen, macht es dem Leser jedoch etwas schwerer, diesen auch an sich ran und auf sich wirken zu lassen. Das größte Problem hierbei ist, dass die Hauptfigur Jude mir zu fast jedem Zeitpunkt im Buch ungewöhnlich fremd und für mich undurchschaubar blieb. Die Geschichte bringt eine gewisse Schwere mit sich, die sich nicht abschütteln lässt. Nun kann ich dem Autor das aber nicht verübeln, denn es ist ihm sprachlich wirklich unglaublich gut gelungen, diese bedrückende Stimmung zu vermitteln und wirklich auf mich zu übertragen. Nur setzte sie etwas zu früh ein, als es eigentlich noch gar keinen Grund für diese Stimmung gab. Doch vielleicht ist es die ganz eigene Art des Autors auf eine schlimme Situation im Buch hinzuleiten?

Aktuell Jugendbuch Jungsecke Rezensionen

Brother SisterSieht man sich „Brother Sister“ vom US-amerikanischen Autor Sean Olin genauer an, so vermittelt das Cover schon einen guten Eindruck von der Stimmung des Buches: 2 Geschwister, die sich sehr nahe stehen und doch sieht man dem Mädchen die Sorge und Unsicherheit an. Es fühlt sich nicht wohl in seiner Haut und ist dann doch wieder angewiesen auf seinen Bruder und kann ihn zugleich nicht sich selbst überlassen.

Diese Beschreibung trifft ziemlich gut auf die Beziehung der beiden Geschwister in diesem dramatischen Jugendroman zu. Will und Ashley haben in ihrem jungen Alter schon viel mitmachen müssen. Ihr Vater hat sie vor einigen Jahren verlassen, worüber Ashley bis heute nicht hinweg gekommen ist und ihre Mutter ist Alkoholikerin. Will fühlt sich als älterer Bruder nun verantworlich für alles, vor allem für seine Schwester. Zugleich ist er mit seiner Rolle aber total überfordert und kommt auch mit gleichaltrigen Jugendlichen nicht zurecht. Er ist ein Außenseiter und seine einzige wirkliche Bezugsperson ist Ashley. Sie hingegen möchte ein ganz normales Mädchen sein und ihrer kaputten Familie ein Stück weit entfliehen. Ashley möchte tun, was Mädchen in ihrem Alter eben so machen – ausgehen, gemütliche Abende zusammen mit den anderen verbringen und unbeschwert sein. Doch dieses Glück bleibt ihr nicht vergönnt…

Aktuell Jugendbuch Jungsecke Rezensionen