Cathys Museum

Eine Engländerin hat einen Roman geschrieben, den ich als außergewöhnlichen Berlin-Roman bezeichnen würde, und den ich bestimmt sehr lange in Erinnerung behalten werde.
„Museum der Erinnerung „ heißt dieses Buch, bei dem ich eine starke Sehnsucht nach Berlin gespürt habe. Als Kulisse für ihre Geschichte hat Anna Stothard das Berliner Museum für Naturkunde gewählt. Aus meiner Sicht eine geniale Entscheidung, denn diese monumentale Einrichtung bietet die perfekte Bühne für die dramatische Handlung in diesem Roman. Nicht nur die Dimensionen des Gebäudes sondern die Art von Exponaten, die darin ausgestellt werden und die Beschaffenheit der Räumlichkeiten – einer klassischen naturkundlichen Sammlung – bilden die perfekte Szenerie für eine spannende Entwicklung.

Weiterlesen „Museum der Erinnerung “ von Anna Stothard

Aktuell Gegenwartsliteratur Roman

Der Retter in der Not

Geld musste man im viktorianischen England haben. Lang schlafen, Zeit zum Lesen ohne Ende, Tee trinken am Nachmittag, jeden Tag eine neue Kuchensorte, sich für jede Mahlzeit neu ankleiden, aber vor allem nicht arbeiten müssen!
Emily Fox-Seton, die Heldin aus Frances Hodgson Burnetts Roman „Die Liebenden von Palstrey Manor“ hat so ein Glück im Leben nicht. Die verarmte und verwaiste Adelige muss ihren Lebensunterhalt selber bestreiten, bekommt keine Hilfe beim Anziehen, belegt ihre Sandwichs selber und trinkt ihren Tee allein. In einer Zeit und in einer Gesellschaftsschicht, in denen Mütter ihre Töchter verheirateten, um der Familie finanzielle Sicherheit zu garantieren, und junge und gesunde Männer niemals auf die Idee gekommen wären, dass Arbeit die beste Lösung gegen Armut ist, bildet Emily die absolute Ausnahme. Und genau das ist am Ende ihr Glück: Der reiche und steife Witwer Lord Walderhurst findet Gefallen an diese Kämpferin.

Weiterlesen Die Liebenden von Palstrey Manor von Frances Hodgson Burnett

Aktuell Liebesroman Rezensionen Roman

„One Moment In Time“

Wunderbare, regelrecht märchenhafte vierundzwanzig Stunden hat Miss Pettigrew erlebt. Zum ersten Mal in ihrem Leben erfährt sie am eigenen Leib, was es bedeutet, geschätzt und bewundert zu werden, und das alles in einer glamourösen und traumhaften Umgebung.
Aber jetzt von vorne. Miss Pettigrew ist eine steife, nicht mehr junge, arbeitslose Gouvernante, die durch ein Missverständnis bei der jungen, charmanten, wunderschönen und äußerst liebenswerten Miss LaFosse landet. Das ist der Beginn von Miss Pettigrews größtem Abenteuer!

Diese märchenhafte und leichte (auf keinen Fall seichte) Komödie hat die Engländerin Winifred Watson Ende der 30er Jahre geschrieben und damit einen Hit gelandet, der 80 Jahre später nicht an Aktualität verloren hat. Denn welche Frau möchte nicht, auch wenn nur für einen Tag, ein Star sein.
Meine Sympathien hatten Miss Pettigrew und Miss LaFosse. Miss Pettigrew, weil sie trotz Steifheit bereit war, ihren Tag zu genießen, ganz nach dem Motto „One Moment In Time“, etwas, was den meisten Menschen bestimmt nicht so leicht fallen würde. Meine Favoritin war aber die mondäne Miss LaFosse, die feenhafte und fast kindliche Sängerin mit viel Charisma, die mit ihrer Großzügigkeit und Offenheit punktet.

„Miss Pettigrews großer Tag“ wurde 2008 erfolgreich verfilmt. In den Hauptrollen die Oscar-Gewinnerin Frances McDormand als Miss Pettigrew und die anmutige Amy Adams als Miss LaFosse, die aus meiner Sicht die Rolle perfekt verkörpert.

Ab und zu muss man so eine Geschichte lesen, die Sorgen vergessen lässt und bei der man ein bisschen träumen kann…

Manhattan
Gebundene Ausgabe
256 Seiten
Erscheinungsdatum: 19. Oktober 2009
Preis: EUR 22,90
ISBN: 978-3442546619

Liebesroman Rezensionen Roman Unterhaltungsliteratur

Schöne heile Welt

Ah, die 30er Jahre! Wenn man die ganzen bösen Sachen ausblenden, die in dieser Zeit dem Weltfrieden drohten und man sich Partys, Gartenfesten, Cocktailkleidern und mondänen Nachmittagstees widmen konnte, war das Leben eine einzige Freude. Angela Thirkell war eine Meisterin darin, die unbekümmerte Gesellschaft dieser Zeit zu porträtieren. Ihre Bücher gelten in England als moderne Klassiker und werden noch so gerne gelesen wie vor 80 Jahren.
Mit „Der Duft von wilden Erdbeeren“ erscheint im Manhattan Verlag ihr zweites Buch in deutscher Sprache.

Wie in „Tea Time bei Mrs. Morland“ ist in diesem Roman Thirkells Hauptthema die richtige und erfolgreiche Verkuppelung ihrer Romanfiguren. Schöne, junge und gut erzogene Damen sind nur dafür da, um einen guten Ehemann zu ergattern, egal, ob sie es sich selber wünschen oder nicht. Auch genug Helfer sind da, die wissen, was zu tun ist, damit alles reibungslos verläuft.
Weiterlesen Der Duft von wilden Erdbeeren von Angela Thirkell

Aktuell Liebesroman Rezensionen Roman Unterhaltungsliteratur

Tea Time bei Mrs Morland von Angela ThirkellMrs. Morlands Gedanken

Mrs. Morland als Freundin müsste man haben. Sie ist kultiviert, emanzipiert, intelligent, ehrlich und hilfsbereit. Ein Teenachmittag bei ihr könnte damit enden, dass man weniger Probleme hat, mehr Freunde oder sogar einen neuen Job, und wenn es passt, könnte unter den Gästen die Liebe des Lebens sein, dafür würde Mrs. Morland sorgen.

Angela Thirkell hat ihren Roman „Tea Time bei Mrs. Morland“ im Jahr 1933 geschrieben. Er wurde 2012 in England wiederveröffentlicht und 2014 vom Manhattan Verlag ins Deutsche übersetzt. Dieses Buch ist der erste Teil einer Reihe von Romanen über Mrs. Morland, ihre Familie und Freunde, die sogar Bestseller wurden. Weiterlesen Tea Time bei Mrs. Morland von Angela Thirkell

Aktuell Liebesroman Rezensionen Roman Unterhaltungsliteratur

Bridgets und Joans Tagebuch Verrueckt nach dem Toyboy von Bridget GolightlyLieber Bridget und Joan als Bridget Jones

Schon beim Öffnen dieses Buches liest man eine Warnung, eigentlich eine Klarstellung des Verlags: „Bridgets und Joans Tagebuch – Verrückt nach dem Toyboy“ ist ein eigenständiges Werk, das nichts mit den Bridget-Jones-Romanen der Autorin Helen Fielding zu tun hat.
Bridget Jones? Helen Fielding? Nie gelesen. Das kann ich aber nicht über das Werk von Bridget und Joan sagen. Ihr Tagebuch habe ich gelesen und bin dadurch reicher an Erkenntnissen geworden. Die beiden Autorinnen sind ja Damen, die mehr als 80 Jahre Lebenserfahrung (nicht zusammen, sondern jede von ihnen) vorweisen können.
Während Joan so viel Zeit wie möglich an ihrem 50.000-Teile-Serienkiller-Riesenpuzzle verbringen möchte, hat ihre Freundin Bridget schon längst vergessen, wie alt sie ist und führt ein heißes und abenteuerreiches Leben. Zumindest glaubt sie das… Weiterlesen Bridgets und Joans Tagebuch – Verrückt nach dem Toyboy von Bridget Golightly und Joan Hardcastle

Aktuell Rezensionen Unterhaltungsliteratur

51R+ypFxeiLKein Voyeur, nur ein unsichtbarer Freund…

Ich finde es immer schön, wenn ich ein Buch lese, dessen Hauptfigur nicht nur sympathisch auf mich wirkt, sondern auch eine ist, mit der ich mich identifizieren kann. Richtig interessant aber wird es, wenn diese Figur sich durch ein Verhalten auszeichnet, das nicht unbedingt den moralischen Vorstellungen der Gesellschaft entspricht, oder sogar kriminelle Züge aufweist.

Und so erging es mir mit Mr Heming, einem angesehenen Makler in einer kleinen englischen Stadt. Angesehen, höflich und hilfsbereit. Andererseits spießig und mit einem ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Aus meiner Sicht aber einfach nur ein Schnüffler: Von jedem Objekt, das er erfolgreich vermittelt, behält er einen Schlüssel, um immer wieder „nach dem Rechten zu schauen“, selbstverständlich nur, wenn die Besitzer nicht da sind, und als eine Art „Freundschaftsdienst“. Eigentlich nicht schlecht, dachte ich mir, freien Zugang zu fremden Wohnungen zu haben, sehen, wie andere leben. Das verleiht eine gewisse Macht… Mr Heming findet den zusätzlichen Kick aufregend, und für ihn ist die Gefahr, vielleicht eines Tages doch entdeckt zu werden, so eine Art Herausforderung. Und das wiederum macht die Lektüre von „Die seltsame Berufung des Mr Heming“ von Phil Hogan zu einem spannenden und fesselnden Erlebnis.

Mr Heming ist alles andre als ein sympathischer Charakter. Trotzdem habe ich ihm gewünscht, dass er weiterhin in seinem Tun unentdeckt bleibt, denn nur so konnte ich zusammen mit ihm in fremde Wohnungen spazieren und Wendungen in der Geschichte miterleben, die alles für ihn komplizierter gemacht haben.

„Die seltsame Berufung des Mr Heming“ ist englische Literatur, wie sie mir gefällt: schräg und gleichzeitig anspruchsvoll. Dazu kommt, dass das Thema „Schnüffler“ etwas ganz Neues für mich war, und dadurch etwas, das mich sehr neugierig gemacht hat. Enttäuscht wurde ich beim Lesen nicht! Ganz im Gegenteil. Der Autor hat aus diesem Stoff eine Tragikomödie und ein echtes Psychodrama gemacht, das meine Erwartungen bei weitem übertroffen hat!

Kein & Aber
Gebundene Ausgabe
367 Seiten
Erscheinungsdatum: 1. Juli 2014
Preis: EUR 19,90
ISBN: 978-3036957043

Aktuell Gegenwartsliteratur Rezensionen Roman

Der Sommernachtsball von Stella GibbonsSorgloses Leben

Meine neue Leidenschaft: Literatur für Frauen aus den 30er Jahren!
Eine der Neuentdeckungen des Manhattan Verlages ist „Der Sommernachtsball“ von Stella Gibbons, zuerst im Jahr 1938 in England veröffentlicht.

Ende der 30er Jahre, eine Zeit, in der sich viele schwerwiegende Veränderungen weltweit angekündigt hatten. Aber in dem idyllischen Essex feiert der ländliche Adel Englands luxuriöse Partys und erlebt sein eigenes Märchen.
Wie in jedem Märchen gibt es bei Stella Gibbons auch Gute und Böse, Arme und Reiche und jede Menge Intrigen. Aber vor allem gibt es ganz viele Träume und natürlich auch die wahre große Liebe.

„Der Sommernachtsball“ ist eine leichte Geschichte, die unterhält und für eine Weile Sorgen und Probleme vergessen lässt. Weiterlesen Der Sommernachtsball von Stella Gibbons

Aktuell Liebesroman Rezensionen Roman Unterhaltungsliteratur

haeusle-cornwall-cover-01-zoom„Rosamunde wer?“

Sonntag Nachmittag. Theoretisch Sommer, aber der Himmel ist grau und der Wind herbstlich kalt. Eigentlich gutes Lesewetter. Gerade habe ich „Ein Häusle in Cornwall“ von Elisabeth Kabatek zu Ende gelesen und wollte die gute Laune, die ich mit diesem Buch bekommen habe, noch eine Weile behalten und kein Risiko eingehen, indem ich ein neues Buch anfange. Also habe ich den Fernseher eingeschaltet. Und das war auch die richtige Entscheidung: Bei ZDF lief Rosamunde Pilcher. Super! So einen Film habe ich noch nie gesehen, und zufälligerweise spielen diese Filme in Cornwall, genau so wie Elisabeth Kabateks Buch. Leider konnte ich es nicht länger als fünf Minuten aushalten. Zu Recherchezwecken haben sie allerdings gereicht.

„Rosamunde wer?“ fragten die Einwohner des kleinen Ortes St. Agnes in Cornwall, jedes Mal wenn die schwäbische Emma die Filme von Rosamunde Pilcher erwähnt hat.
Emma, arbeitssüchtige Schwäbin, trifft eine für sie untypische Entscheidung: Sie fliegt spontan nach Cornwall, um sich bei einem verklemmten Engländer, den sie gerade kennengelernt hat, von einem Burn-Out zu erholen. Weiterlesen Ein Häusle in Cornwall von Elisabeth Kabatek

Liebesroman Rezensionen Roman Unterhaltungsliteratur

Tagebuch einer Lady auf dem Lande von E M DelafieldZeitverschwendung?

Typisch für Jane Austens Romane ist die Beschreibung des beschaulichen Lebens der Engländer auf dem Lande.
Bei ihr ist es immer romantisch und tragisch zugleich, aber immer edel.
Aber nicht nur in der Viktorianischen Zeit wurde über dieses Thema geschrieben.
„Tagebuch einer Lady auf dem Lande“ ist eine Wiederentdeckung des Manhattan Verlags.
E. M. Delafield (Pseudonym der englischen-französischen Schriftstellerin Edmée Elizabeth Monica de la Pasture) hat dieses Buch 1930 veröffentlicht und wurde so eine der beliebtesten Schriftstellerinnen Englands. 1935 erschien es in Deutschland unter dem Titel „Ich und meine lieben Mitmenschen. Tagebuch einer Provinzdame“.

Ein Tagebuch dient mehreren Zwecken: Es kann eine objektive oder subjektive Beschreibung normaler Tagesabläufe sein. Es kann Erinnerungen an besonders schöne oder schlechte Tage beinhalten. Aber, wie im Falle der oben genannten provinziellen Dame, kann es sogar der einzige vorhandene Gesprächspartner sein. Es ist geduldig und kann Geheimnisse bewahren. Weiterlesen Tagebuch einer Lady auf dem Lande von E. M. Delafield

Rezensionen Roman Unterhaltungsliteratur