Schlagwort: Erinnerung

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„Wir wollen kein weiches Begräbnis!“

Nach dem Lesen vom „Wuhan Diary“ habe ich mich sehr für dessen Autorin, die bekannte chinesische Schriftstellerin Fang Fang, interessiert. Leider sind Informationen über sie nicht so einfach zu finden. Aus diesem Grund habe ich mich gefreut, als vor kurzem ein weiteres Buch von ihr auf Deutsch im Verlag Hoffmann und Campe erschienen ist: „Weiches Begräbnis“. Für mich stand fest, dass ich dieses Buch lesen muss!

Warum „weiches Begräbnis“. Das war das Erste, was ich mich gefragt habe, als ich den Titel las. Was ist das? Was bedeutet es? So ein Titel klingt vielleicht romantisch. Beim Lesen aber habe ich gelernt, dass darunter sich eine Grausamkeit verbirgt. Ein weiches Begräbnis wünscht sich kein Mensch chinesischen Ursprungs. Ein Begräbnis ohne Sarg, der Körper im direkten Kontakt mit der Erde, ist eine unzumutbare Sache, eine große Ungerechtigkeit. Wer ohne Sarg begraben wird, wer keine würdige Beerdigung bekommt, kann nicht wieder geboren werden, der muss als klagender Geist bis in die Ewigkeit umherirren.

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„Solange du mich siehst“ ist ein Erzählungsband der irischen Weltbestsellerautorin Cecelia Ahern und beinhaltet zwei Kurzgeschichten: „Im Lächeln der Erinnerung“ und „Das Mädchen im Spiegel“.

„Das Mädchen im Spiegel“ habe ich zuerst gelesen, weil ich sehr gespannt darauf war und die Geschichte für mich spannender klang als die erste. Sie handelt von der jungen Frau Lila, die an ihrem Hochzeitstag ein Tabu bricht. Ihre Großmutter hat alle Spiegel in ihrem Haus mit schwarzen Tüchern verhängt, weil sie keine Spiegel mag, und das war für Lila ganz normal, so wie ihr Vater keinen Zucker im Tee mag. Sie ist damit aufgewachsen und hat sich nie besonders darum gekümmert. An diesem Tag aber will sie sich in ihrem Hochzeitskleid im Spiegel betrachten, und weil sie bei ihrer Großmutter ist, zieht sie das schwarze Tuch vom größten Spiegel im Haus herunter – ein furchtbarer Fehler!
Die Kurzgeschichte hat mir leider so gar nicht gefallen. Alle Personen (außer der Großmutter) waren mir sehr unsympathisch, ich fand die Geschichte allerdings auch zu kurz, um genug über die Personen, besonders über die Beziehung von Lila und ihrem Verlobten, zu erfahren. So sollte ich das als Leser eigentlich nicht empfinden.

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Bücher, in denen es um das menschliche Gedächtnis oder die Erinnerungsfähigkeit geht, scheinen momentan einen kleinen Trend zu erleben. Nur wenige Wochen bevor ich „Forgotten“ von der amerikanischen Autorin Cat Patrick gelesen habe, hatte ich „Ich. darf. nicht. schlafen.“ von S.J. Watson beendet. Auf den ersten Blick, scheinen die Bücher viele Gemeinsamkeiten zu haben. Bis auf den thematischen Grundansatz sind sie sich aber gar nicht besonders ähnlich. Während Watsons Buch ein eher ’sanfter‘ Psychothriller ist, ist „Forgotten“ Liebesgeschichte und Drama (für Jugendliche und Erwachsene) zugleich.

Zunächst bin ich aufgrund des Buchcovers auf diesen Roman aufmerksam geworden, das nachträglich betrachtet auch sehr schön den Konflikt der Handlung darstellt. Die Schmetterlinge muten zwar etwas kitschig an, passen aber gut zur sich langsam entwickelnden Liebesgeschichte im Buch. Der Ausschnitt von London und der ihres Schattens, den sie mit ihrer Hand berührt, zeigt, dass ihre Vergangenheit für sie im Dunkeln liegt. Seit London etwa 6 Jahre alt war, hat sie keine Erinnerungen an ihre Vergangenheit, sondern nur an ihre Zukunft. Sie kann sich merken, was am aktuellen Tag passiert ist, vergisst nachts jedoch wieder alles.

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