Schlagwort: Erwachsenwerden

In der Regel haben Buchtitel eher eine geringe bis gar keine Auswirkung darauf, ob ich ein Buch kaufe oder nicht. Der Inhalt muss gut klingen, der Schreibstil muss mir beim Anlesen gefallen und gegen ein hübsches Cover habe ich auch nichts einzuwenden. Nur Buchtitel sind mir bisher eher nicht und wenn doch, dann nach dem Lesen aufgefallen. Häufig stellt sich nach dem Lesen ja heraus, dass der Titel gar nicht zum Inhalt passt.

Ganz anders ist es bei „Die besondere Traurigkeit von Zitronenkuchen“. Der wirklich großartige Buchtitel kam mir immer wieder in den Kopf und schnell war klar: dieses Buch musste ich lesen. Beim Lesen stellt man sehr schnell fest, dass er den Kern des Buches zu 100 Prozent trifft.

Dieser Roman über ein Mädchen, das im Essen schmeckt, was derjenige, der es zubereitet hat bei der Zubereitung gefühlt hat, ist wirklich zauberhaft. Schon allein die Idee zur Geschichte hat mich total begeistert. Man muss sich das nur mal vorstellen, wie interessant und zugleich unheimlich es wäre, zu wissen, was die Mutter, die Freundin oder der Koch im Restaurant beim Zubereiten des Essens gefühlt haben. Häufig kommen dabei nämlich Dinge zum Vorschein, die man lieber doch nicht gewusst hätte. So geht es auch Rose im Buch.

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Die Jugendliche SPIEGEL-Bestseller-Autorin Katharina Weiß erzählt 25 Geschichten von Jugendlichen zwischen 15-25. Es geht darum, wie die Jugendlichen und jungen Erwachsen unsere Gesellschaft wahrnehmen, was  für sie schön ist, welche Ideale sie verfolgen und wie sie sich selbst sehen. Dabei hat sie alle Arten von Menschen befragt. Von den schüchternen Leuten, die oft kaum wahrgenommen werden bis hin zu den auffallensten Leuten. Diese 25 Geschichten hat sie im Buch „Schön!?: Jugendliche erzählen von Körpern, Idealen und Problemzonen“ verarbeitet, um der Gesellschaft die Wahrheit zu zeigen.

Das Cover gefällt mir gut, denn das Auge ist ein typisch geschminktes Auge, das als hübsch gilt. Und in „Schön!?“ geht es ja genau um so etwas, das Aussehen, die Wahrnehmung, Schönheitsideale. Ich selbst bin jugendlich und kann mich deshalb sehr gut mit dem Buch identifizieren. Es gefällt mir sehr, dass die Jugendlichen so offen und unter ihrer wahren Identität über ihre Probleme, Ideale und Einstellungen reden ohne Angst davor, verurteilt oder ausgelacht zu werden.

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Ab und zu entdeckt man sie, diese Bücher, die einen beim Lesen verzaubern, die gar nicht mal großartig spannend und aufregend sein müssen, sondern durch eine wunderschöne Sprache und liebenswerte Hauptfiguren überzeugen. Das soll jetzt aber nicht heißen, das dieses Buch langweilig war, nein, das war es überhaupt nicht. Ein solches Buch ist für mich auf jeden Fall „Das als ist mein Leben“ von Stephen Chbosky, das eine Neuauflage des vor über 10 Jahren erschienenen Romans „Vielleicht wieder morgen“ ist. Ich bin sehr froh, dass dieses Buch – mit neuem Titel und in neuer Aufmachung – nun einmal mehr an die Leser gebracht wird, ich bin wirklich hin und weg davon und kann es nur jedem ans Herz legen, der sich gern von Büchern berühren lässt.

Charlie ist 16 Jahre alt und zu einer meiner liebsten Buchfiguren geworden. Man hat immer das Gefühl, dass er ein bisschen ehrlicher und höflicher als die meisten ist, ohne dabei aufgesetzt zu wirken oder künstlich. Nein, Charlie ist so wie er ist und ich finde ihn ganz fantastisch. Er liebt Bücher, seine besten Freunde, liebt es über die Geschehnisse in der Welt nachzudenken und liefert dem Leser genau dadurch einen ganz besonderen, für viele sicher neuen Blickwinkel aufs Leben. Trotz aller Niederlangen, Ängste und Sorgen sieht er doch das Gute und strahlt eine unbändige Hoffnung aus. Und egal, was auch geschehen mag, irgendwie wird doch wieder alles gut, wenn man es nur versucht und fest daran glaubt. Charlie ist stark!

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