Schlagwort: Familien-Konflikte

©Aba
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„Seine Welt war das Eiscafé, meine begann dort, wo die Terrasse aufhörte“

Ich habe mich immer gefragt, warum mein italienisches Lieblingseiscafé, das „Eiscafé Venezia“, den ganzen Winter lang geschlossen ist. Gegen ein Eis in der kalten Jahreszeit hätte ich nämlich nichts.
Die Antwort auf diese Frage fand ich in dem wunderbaren Roman „Die Eismacher“ von dem niederländischen Bestsellerautor Ernest van der Kwast.
Venezia heißt auch das Eiscafé in dem Rotterdamer Stadtzentrum, in dem van der Kwast seine Familiengeschichte spielen lässt. Von morgens bis abends stehen der Eismacher und seine Frau hinter der Theke, immer gut gelaunt, immer geduldig, immer freundlich. Auch wenn in ihren Köpfen und im Hinterzimmer die Konflikte brodeln.

Eis macht glücklich, nicht nur, weil es süß, weich und lecker ist, sondern auch weil die Illusion stimmt. Denn wenn man sein Stück Glück genießt, kommt man nicht auf die Idee zu überlegen, ob dieses Eis möglicherweise das Resultat von viel Arbeit und Aufopferung ist. Man kann es sich nicht einmal vorstellen, dass ein Moment Leichtigkeit nur möglich sein kann, weil andere gerade darauf verzichten.

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51xtiNy8hELNichts ändert sich

Zwei Frauen, die nicht unterschiedlicher sein können, aber Mutter und Tochter sind. Das sind Elizabeth und Franziska, die Protagonistinnen des Romans „Aberland“ von der Österreicherin Gertraud Klemm.

Elizabeth genießt ein Hausfrauenleben im Wohlstand, ihre Tochter Franziska hat ihre Karriere als Wissenschaftlerin unterbrochen, um sich um ihr Baby zu kümmern. Ganz wichtig: Franziska will nicht werden wie ihre Mutter – oberflächlich und einfältig. Sie will mehr, sie will auch als wichtiges und unverzichtbares Familienmitglied in dem Mini-Universum wahrgenommen werden, das aus geldverdienendem Vater, schwer schuftender Mutter und Kind besteht. Was Franziska für „oberflächlich und einfältig“ hält, ist gerade dieses Hausfrauenleben, dem sie mit allen Mitteln versucht zu entkommen, und mit dem Elizabeth ihren Frieden gemacht zu haben scheint, aber das Schicksal aller Frauen ist, die mit der Entscheidung, für ihre Kinder da zu sein, automatisch eine Rolle übernehmen, der sie sich nicht entziehen können. Oder zumindest macht es ihnen unsere Gesellschaft sehr schwer, weil das schon immer so vorgesehen war: Der Mann verdient das Geld, die Frau arbeitet gratis für die Familie.

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