Schlagwort: Familiensaga

Geschickt eingefädelt

Mit ihrer neuen Romantrilogie hat sich Katherine Pancol offensichtlich fest vorgenommen, ihre Leser auf die Folter zu spannen. Nach dem Lesen von Teil 1 blieb ich mit vielen Fragezeichen im Kopf zurück und auch mit der Hoffnung, dass die ganzen Mysterien so bald wie möglich erklärt werden. Zum Glück hat der carl’s books Verlag seine Leser nicht zu lange auf die Fortsetzung warten lassen. Das ist die gute Nachricht. Die nicht so gute ist, dass Katherine Pancol es uns leider nicht so einfach machen will.
In „Muchachas – Kopfüber ins Leben“, dem zweiten Teil der Trilogie um die vier unterschiedlichen kämpferischen Frauen, erleben wir einige interessante Höhepunkte, die aber gleichzeitig zu neuen Erwartungen führen. Auch lernen wir manche Romanfiguren besser kennen, die im ersten Teil nur kurz vorgestellt wurden, die Verbindungen zwischen ihnen werden auch klarer, während andere Handlungen, die im vorherigen Band eine größere Rolle gespielt hatten, vernachlässigt werden – sicherlich nur scheinbar.

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blasmusikpopBergbarbaren versus Alpenrepublik

Mit der Zeit entwickelt ein erfahrener Leser ein gutes und zuverlässiges Gespür dafür, welches Buch „das richtige“ ist. Cover, Klappentext, Autor können ein Hinweis dafür sein, aber oft erlebt man Enttäuschungen, wenn man sich immer nur darauf verlässt.
Das Gespür aber lässt sich selten täuschen.
Der erfahrene Leser weiß auch, ob ein Buch mit Liebe und Hingabe geschrieben wurde. Das sind Gefühle und Eigenschaften, die sich auf den Leser übertragen.
„Blasmusikpop oder Wie die Wissenschaft in die Berge kam“ ist genau so ein Buch: Es ist das richtige für mich, und dass Vea Kaiser es mit viel Liebe geschrieben hat, habe ich deutlich gespürt.

Vea Kaiser hat mit „Blasmusikpop oder Wie die Wissenschaft in die Berge kam“ ein Epos geschrieben, ein Alpen-Epos. Durch die Augen zweier außergewöhnlicher Männer sehen wir das Leben eines kleinen alpinen Dorfes in einer Alpenrepublik (der aufmerksame Leser wird sofort Ähnlichkeiten zu einem bestimmten europäischen Staat feststellen), das sich seit dem Mittelalter heldenhaft gegen die Wirkung und den Einfluss der Außenwelt wehrt. Das ist größtenteils durch die schwer erreichbare alpine Lage möglich. Aber auch die Charaktereigenschaften der Bewohner dieses Dorfes, das sehr stark dem einen berühmten „kleinen gallischen Dorf“ ähnelt, tragen dazu bei, dass diese alpine Gemeinschaft eine Art Mini-Nation bildet, die das Schicksal und die Geschichte der Alpenrepublik nicht teilt, zu der es offiziell gehört. Das bringt große und kleine Vorteile mit sich, aber auch manche Nachteile. Und von diesen Vorteilen und Nachteilen lässt uns Vea Kaiser wissen, und meistens aus der Sicht ihrer Hauptfiguren.

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