Schlagwort: Glück

51w3LF7EpeLEin bisschen Magie hat noch niemandem geschadet

Warum immer nur über Glück reden, diskutieren oder philosophieren? Muss man immer das Glück suchen, es sich verdienen oder dafür kämpfen? Dorle würde einfach sagen, dass selbst zum Glück zu kommen, auch eine gute Portion Glück gehört.
Dorle ist die außergewöhnliche Heldin aus Susann Rehleins neuestem Roman „Die erstaunliche Wirkung von Glück“.

Was macht Dorle für mich so außergewöhnlich? Dass sie es ist und es nicht weiß. Zurückgezogen lebt sie in ihrem Souterrain und wird von ihren Nachbarn als Concierge ausgenutzt. Das Leben mit allen seinen guten und schlechten Seiten geht an ihr vorbei. Aber auf einmal wird ihre Existenz aufregend, glamourös, sogar ein bisschen mysteriös, und sie entdeckt die ungeahnten Fähigkeiten, die in ihr schlummern.

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978-3-552-06257-3_2145712185-66Ein sympathischer Versager

Daniel Glattauer schreibt unvergessliche und berührende Geschichten, mit Figuren, die wissen, wie sie sich langsam aber sicher in das Herz des Lesers einnisten. Mit Gerold Plassek, einem alkoholabhängigen und mittelmäßigen Journalisten ohne Ambitionen, ist ihm mal wieder eine Figur gelungen, die an Liebenswürdigkeit und schrägem Charme kaum zu übertreffen ist.
Gerold Plassek ist der eigenbrötlerische Held von Glattauers neuestem Roman „Geschenkt“.

In „Geschenkt“ wird die Geschichte eines Wunders erzählt. In Wien verschenkt ein anonymer Spender 10.000 € an ein Obdachlosenheim, nachdem Plassek darüber berichtet hat. Für Plassek, der sich als Versager in allen Bereichen seines Lebens betrachtet, ist das ein kleiner Erfolg in seinem bedeutungslosen Dasein. Außer dem Alkohol gibt es kaum etwas, das ihn motiviert. Trotzdem gibt es ein paar Menschen in seiner persönlichen Umgebung, die für ihn wichtig sind, aber die Beziehungen, die er zu ihnen pflegt, kann man nicht einmal als solche bezeichnen. Erst im Zusammenhang mit dieser mysteriösen Spende ändert sich das.

Auch wenn es sich etwas schnulzig anhören könnte, ist dieser Roman alles andere als das. Ohne an Herzlichkeit zu verlieren, sprühen Plasseks Gedanken und auch oft die Dialoge im Buch vor Ironie und Selbstspott. Gerade die Tatsache, dass Plassek immer versucht, niemanden zu verletzen und diese Bissigkeit im Grunde nur gegen sich selbst richtet, macht ihn sehr sympathisch.

Wie kann der Leser einen Alkoholiker und Versager, einen Mann, der im nüchternen Zustand kaum fähig ist, menschliche Beziehungen aufzubauen und zu erhalten, am Ende ins Herz schließen?
Das schafft Glattauer.

„Geschenkt“ ist eine wunderbare Geschichte. Mit viel Herz und Humor hat Glattauer eine Figur geschaffen, die definitiv ein Publikumsliebling werden kann, einen Held in einem Märchen, das nichtsdestoweniger lebensnah bleibt.

Absolut empfehlenswert!

Deuticke
Gebundene Ausgabe
336 Seiten
Erscheinungsdatum: 25. August 2014
Preis: EUR 19,90
ISBN: 978-355206257

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Anleitung zum UnglücklichseinIch bin nicht nur ein großer Fan von Büchern, sondern komme auch an Buchverfilmungen nur schwer vorbei. Am 4. Juli 2013 erschien „Anleitung zum Unglücklichsein“ basierend auf der gleichnamigen Buchvorlage von Paul Watzlawick, auf DVD und Blue-ray. Der Film erzählt – unter der Regie von Sherry Hormann – eine verträumte Geschichte über die Liebe und das Leben.

Johanna Wokalek ist dabei eine großartige Besetzung der Hauptfigur Tiffany Blechschmid. Allein durch ihr schauspielerisches Talent gibt sie dem Film eine ganz besondere Atmosphäre – so ganz anders, als sonst für Filme mit deutschen Schauspielern üblich. Dank ihr und der wunderbar gewählten Drehorte und Kulissen entfaltet der Film seine ganz eigene Magie.

Die Stimmung, die Bilder und die Schauspieler konnten mich folglich durchweg überzeugen und in eine andere Welt entführen. Leider gelang es ihnen aber dennoch nicht, mir die eigentliche Handlung wirklich nahe zu bringen und mich mitfühlen zu lassen. Hier oftmals der rote Faden in der Handlung, weshalb ich gedanklich fast schon abschweifte und mich nur von den schönen Bildern berauschen ließ. Inhaltlich überzeugt der Film nicht ganz, was aber auch der Tatsache geschuldet sein kann, dass es eben nicht so einfach ist, aus einem Sachbuch ein gut durchdachtes Drehbuch zu machen. Hier hätte ich mir vorab mehr erwartet.

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