Schlagwort: Konflikt

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Chèvre à la japonaise

Nach seinem Erfolgsroman „Kirschblüten und rote Bohnen“ kommt Durian Sukegawa mit einer neuen Geschichte zurück, die die Leser wieder auf eine Reise in sein Heimatland Japan entführt.

Für seinen neuen Roman hat Sukegawa eine fiktive Insel im japanischen Archipel gewählt. Auf dieser Insel, die, auch wenn sehr klein, eine beeindruckende Natur aufweist, lebt eine überschaubare Anzahl von Menschen, die eine eingeschworene Gemeinschaft bilden und uralte Traditionen pflegen.
Ryosuke, der einsame und von Selbstmordgedanken geplagte Held von „Die Insel der Freundschaft“, landet in dieser für ihn kompletten neuen Welt. Dort sucht er nicht nur Seelenfrieden sondern auch Antworten auf viele Fragen, die seine Existenz quälen.
Wie in Sukegawas vorherigem Roman ist der Hauptcharakter von „Die Insel der Freundschaft“ ein mit seinem Leben unzufriedener Mann, der keinen rechten Zugang zu anderen Menschen finden kann, und der im Laufe der Geschichte eine lebensverändernde Erfahrung macht.

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Dorayaki statt Popcorn

An ist eine asiatische Köstlichkeit. Die aus roten Bohnen hergestellte süße Paste ist wichtiger Bestandteil von japanischen Süßwaren. Ganz beliebt sind Dorayaki, kleine mit An gefüllte japanische Pfannkuchen.
Sentaro arbeitet jeden Tag in einem Imbiss unter einem Kirschbaum und backt Pfannkuchen, die er mit industriell hergestelltem An füllt. Jeden Tag steht er auf und führt tagsüber seinen eintönigen Job aus und abends betrinkt er sich. Bis eines Tages die 70-jährige Tokue vor seinem Imbiss erscheint und ihm zeigt, wie man An selber herstellt. Bohnen einweichen, kochen, Zucker dazu, rühren rühren rühren, aufpassen, dass sie nicht verbrennen. Sentaros Leben ändert sich von einem Tag zu dem anderen. Die Zubereitung der Bohnen beschäftigt ihn intensiv, aber es lohnt sich, die Paste schmeckt außerordentlich gut! Er fängt an, seine Arbeit zu schätzen.

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Ganz normale Leute

Was geschieht hinter den stilvollen Hamburger Fassaden? Leben die Leute da auch so, wie wir es uns vorstellen? Erfolgreich, ohne Geldsorgen, immer am Puls der Zeit gehend? Sind sie überhaupt glücklicher als das Durchschnittsindividuum? Offensichtlich nicht. Oder nicht immer. Zumindest bei Isabell und Georg, miteinander verheiratet und hinter einer dieser Hamburger Fassaden wohnhaft, könnte man davon ausgehen, dass das Glücklichsein nicht das herrschende Gefühl ist.
Isabell und Georg sind die Hauptakteure in „Die Glücklichen“, dem Debütoman von Kristine Bilkau.

Eigentlich geht es hier um ganz normale Menschen mit ganz normalen Existenzängsten. Was für viele Normalität ist, erleben Isabell und Georg zum ersten Mal im Laufe ihres gemeinsamen Ehelebens. Erfolg und finanzielle Sicherheit können Eintagsfliegen sein.

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507_cover_worte_sind_nicht_meine_sprache_02Keine klare Botschaft

Karl, ein sehr junger Mann, verliebt sich in Fiorella, ein Mädchen, das den Beweis seiner Liebe in schriftlicher Form von ihm verlangt. Leider kann dieser junge Mann nicht mit Worten umgehen. Aus Angst, seine Angebetete zu verlieren, bittet er einen Schriftsteller, für ihn die Briefe zu schreiben, in denen er seine Gefühle für dieses Mädchen ausdrückt.
Das klingt wie „Cyrano de Bergerac“! Und gerade deswegen habe ich mich für „Worte sind nicht meine Sprache“ von dem britischen Autor Aidan Chambers interessiert. Diese Thematik ist zeitlos und bietet Stoff für interessante Geschichten.
Auf diesen Roman habe ich mich gefreut.

Nach dem vielversprechenden Anfang, in dem der Autor Humor und Originalität beweist, nimmt die Handlung einen ganz anderen Kurs, als der von mir erhoffte. Nicht die Briefe an Fiorella bilden den Schwerpunkt der Geschichte sondern die ungewöhnliche Freundschaft, die zwischen Karl und dem Schriftsteller entsteht.

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