Schlagwort: Konsum

Alles dreht sich„Alles dreht sich“ ist der Debütroman der Wiener Autorin Rosemarie Eichinger.  Ihr ist hiermit ein nachdenkliches und wichtiges Jugendbuch gelungen, bei dem Titel, Cover und Inhalt sehr stimmig sind. Spätestens seit John Greens „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ sind realistische Jugendromane – durchaus auch mit ernsteren Themen – im Trend und das finde ich gut so! Denn ich vermute, dass ich unter anderem dadurch diesen tollen Roman entdecken und lesen durfte.

Im Buch geht es um Krebs, doch es ist nicht die typische Mitleidsgeschichte. Die Hauptfiguren – eine mit Gehirntumor, der andere psychisch labil – beschließen, dass sie etwas aus ihren Leben machen sollten, egal wie lange sie überhaupt noch zu leben haben. Denn mal ehrlich, wozu braucht jeder von uns billig produzierte Klamotten und Ähnliches? Wenn man ehrlich zu sich selbst ist, haben sicher die meisten von uns viel zu viel davon. So überlegen sich Linda, Max und ihre Freunde eine spannende Aktion, mit der sie Aufsehen erregen und ihre Mitmenschen zum Nachdenken anregen wollen. Das gelingt nicht nur im Buch, sondern auch beim Leser und so rückt das anfängliche Thema über die Erkrankung von Linda eher in den Hintergrund und man gewinnt einen Blick dafür, dass man jederzeit etwas Wichtiges tun kann. Selbst wenn man nur einen kleinen Teil der Mitmenschen erreicht, so ist es doch besser als gar nichts zu tun.

Aktuell Jugendbuch Rezensionen

33 Cent - um ein Leben zu rettenEs gibt selten Bücher, die mich wirklich nachdenklich machen und bei denen auch lange Zeit nach dem Lesen, meine Gedanken förmlich mit der Handlung verworben sind. Ich bekomme das Erzählte einfach nicht aus dem Kopf und sicher war genau das auch das Ziel des Autors dieses Buches. Zuletzt ging es mir so mit Janne Tellers „Nichts. Was im Leben wichtig ist“ und nun verwundert es mich nicht, dass es sich erneut um ein Jugendbuch aus dem Hanser Verlag handelt, das dieses Gefühl wieder in mir hervorrufen konnte: „33 Cent – um ein Leben zu retten“ von Louis Jensen.

Der dänische Autor schreibt hier über ein Thema, das sicher vielen von uns bewusst ist und dennoch gerät es viel zu oft in Vergessenheit. Doch nicht so beim jugendlichen Erzähler dieses Buches, in dessen Gedanken und Gefühle wir für etwas mehr als 100 Seiten schlüpfen dürfen. Dieser findet nämlich heraus, dass nur 33 Cent pro Tag nötig sind, um einem afrikanischen Kind das Leben zu retten. Doch wenn nur so ein kleiner Beitrag gebraucht wird, weshalb sterben dann immer noch Millionen von Kindern? Immerhin sehen wir sie regelmäßig in den Nachrichten: größe Köpfe, dünne Körper, Fliegen in der Nase… Und wieso tun wir so wenig dagegen, außer ab und zu mal etwas in eine Sammelbüchse zu werfen oder zu spenden? Das allein scheint ja nicht zu reichen!

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