51lnFEjpP5LDer neue Kieffer: spannend und unterhaltsam!

Schon fünfmal habe ich Xavier Kieffer auf Verbrecherjagd begleitet. Fünfmal hat er mich in Luxemburg und im Dreiländereck in interessante Ecken geführt, mir Lust auf die typischen Köstlichkeiten der Region gemacht und vieles über Lebensmittel und Lebensmittelskandale beigebracht.
Xavier ist ein sehr sympathischer Mann, Koch aus Leidenschaft, einer, der weiß, wie man das Leben genießt und gleichzeitig menschlich und bodenständig ist. Seine Neugier und sein konsequentes Handeln machen ihn zum guten Ermittler. Bisher immer unfreiwillig. Diesmal aber bekommt er zum ersten Mal einen konkreten Auftrag, einen Fall zu lösen. Die große Überraschung in dieser Folge ist der Auftraggeber. Auch mächtige und sehr gefährliche Gegner gibt es in „Gefährliche Empfehlungen“, dem 5. Teil der kulinarischen Krimireihe um den luxemburgischen Koch Xavier Kieffer von Tom Hillenbrand.

Weiterlesen Gefährliche Empfehlungen von Tom Hillenbrand

Aktuell Krimi und Thriller Rezensionen Unterhaltungsliteratur

csm_9783832198121_4294e40addDorayaki statt Popcorn

An ist eine asiatische Köstlichkeit. Die aus roten Bohnen hergestellte süße Paste ist wichtiger Bestandteil von japanischen Süßwaren. Ganz beliebt sind Dorayaki, kleine mit An gefüllte japanische Pfannkuchen.
Sentaro arbeitet jeden Tag in einem Imbiss unter einem Kirschbaum und backt Pfannkuchen, die er mit industriell hergestelltem An füllt. Jeden Tag steht er auf und führt tagsüber seinen eintönigen Job aus und abends betrinkt er sich. Bis eines Tages die 70-jährige Tokue vor seinem Imbiss erscheint und ihm zeigt, wie man An selber herstellt. Bohnen einweichen, kochen, Zucker dazu, rühren rühren rühren, aufpassen, dass sie nicht verbrennen. Sentaros Leben ändert sich von einem Tag zu dem anderen. Die Zubereitung der Bohnen beschäftigt ihn intensiv, aber es lohnt sich, die Paste schmeckt außerordentlich gut! Er fängt an, seine Arbeit zu schätzen.

Weiterlesen Kirschblüten und rote Bohnen von Durian Sukegawa

Aktuell Gegenwartsliteratur Rezensionen Roman

Tödliche OlivenEin guter alter Freund

Um die Olivenöle in meiner Küche „mit allen Sinnen“ zu verkosten, habe ich meine Lektüre von „Tödliche Oliven“, dem vierten Fall um den luxemburgischen Koch Xavier Kieffer, unterbrochen. So neugierig war ich zu erfahren, ob meine Öle so schmecken, wie sie schmecken müssen: pfeffrig, fruchtig, bitter.

Natürlich habe ich immer gewusst, dass Olivenöl nicht gleich Olivenöl ist, aber dass Xavier darüber so wenig wusste wie ich, hat mich begeistert!
Aber nicht nur das hat mich begeistert, auch der spannende Fall, in den Tom Hillenbrand Xavier noch einmal verwickelt hat. Diesmal muss der in Sachen Olivenöl unerfahrene Koch – er ist ja in erster Linie ein Experte in der regionalen Küche seines Landes – mehr in diesem Gebiet lernen, als es ihm lieb ist. Weiterlesen Tödliche Oliven von Tom Hillenbrand

Aktuell Krimi und Thriller Rezensionen

9783862200511_coverDie Geschichte eines Mikrokosmos

Wenn in einem Buch erst auf den letzten Seiten ein Geheimnis gelüftet wird, ein wichtiges Geheimnis, von dessen Existenz der Leser nicht mal ahnte… ein Geheimnis, das nicht nur überrascht, sondern auch erschüttert, und auch vieles erklärt, was ohne dieses Wissen einfach unerklärlich war… Wenn ich so ein Buch lese, bleibt bei mir ein befriedigendes Gefühl zurück, komplett überlistet worden zu sein. Und so hat mich Paola Cereda in die Irre geführt. In „Agata verzaubert eine Insel“ erzählt sie eine ungewöhnliche Geschichte, die bestimmt auch jeden Leser verzaubert. Und auch ich muss zugeben, dass ich den Zauber spürte, der von diesem Buch ausging.

Agata, die junge Heldin dieser Geschichte, ist eine intelligente und charismatische Person. Alles, was sie im Leben kann, hat sie sich selber beigebracht. Ohne jemals Liebe und Zuwendung von anderen Menschen erfahren zu haben, hat sie trotzdem gelernt, für andere da zu sein. Mit ihrem besonderen Talent zum Kochen hat sie sich eine eigene Existenz aufgebaut, sie hat es geschafft, unabhängig und selbstständig zu werden. Das macht sie zu einer Exotin auf einer namenslosen Insel, die kaum jemand kennt, im Italien der Nachkriegszeit.
Aber auch andere Figuren sind wichtig, nicht nur für die Handlung sondern auch für Agatas Biografie: der Nomade Dumitru, Zirkuskünstler, der liebenswerte Gefängnisdirektor mit seinen feinen Hosen, das Ober-Ekelpaket und Kapitalistenschwein Greco, die absolut frommen Inselfrauen… Alle sehr überzeugend in ihrer jeweiligen Rolle, und sie alle bilden den Mikrokosmos der Insel.
Paola Cereda verleiht ihnen allen Leben mit ihrem halb magischen, halb naiven Erzählstil. Man fühlt sich auf die namenslose Insel transportiert und teilt das Leben, das Agata und die anderen Insulaner leben, zu dem Täuschungen und Enttäuschungen gehören, in dem aber auch Wunder geschehen und die Weltordnung durcheinandergerät, weil plötzlich Sesshafte zu Nomaden und Nomaden zu Sesshaften werden. Bis das Ende kommt… mit einem Geheimnis, das die Illusion beendet.

„Agata verzaubert eine Insel“ ist ein schöner, melancholischer und zum Teil magischer Roman um eine ganz besondere Frau, die am falschen Ort zur falschen Zeit geboren ist, und die sich dennoch getraut hat, ihr eigenes Leben zu leben.

Graf Verlag
Gebundene Ausgabe
288 Seiten
Erscheinungsdatum: 8. August 2014
Preis: EUR 18,00
ISBN: 978-3862200511

Aktuell Gegenwartsliteratur Rezensionen Roman

35946„… with a little help from my friends…“

… hat Ringo vor Jahrzehnten gesungen, und das könnte auch Luises Lebensmotto sein.
Luise, eine sehr sympathische und charmante Frau, die ein besonderes Talent fürs Kochen hat. Und davon profitieren ihre Freunde, weil Luise am liebsten für sie kocht. Ihre Küche ist ein beliebter Treffpunkt, gute und schlechte Nachrichten werden dort überbracht, Erfolge zelebriert und Lösungen für Probleme gefunden.
Als Luise eines Tages selber Hilfe braucht, sind diese Freunde alle für sie da. In ihrer Küche kündigt sie an, dass sie ihr Leben ändern wird.

„Essen mit Freunden“ von Ilke S. Prick ist ein schöner, leichter und romantischer Roman um eine Frau, die die Fähigkeit hat, Menschen zusammen zu bringen. Dazu braucht sie in der Regel, nur ein Menü zusammenzustellen.

Ich hatte Spaß beim Lesen über Luises Koch- und Liebesabenteuer. Nachdem lange wenig Aufregendes in ihrem Leben passiert war, erlebt Luises viel Neues, und vor allem macht sie die schöne Erfahrung, dass ihre Freunde wahre Helfer und nicht nur für sie da sind, wenn der Tisch mit Köstlichkeiten gedeckt ist.

Schon während der Steinzeit haben sich die Menschen um die Feuerstelle versammelt, haben gegessen und sich gegenseitig Geschichten erzählt. Wertvolle Momente des Alltags. Leider erlebt man heutzutage, dass immer mehr Menschen es verlernt haben, am Tisch mit Familie und Freunden zu sitzen, sich die Zeit dafür zu nehmen. Insofern macht Luise alles richtig, wenn sie ihre Küche und ihr mit Liebe zubereitetes Essen mit ihren Freunden teilt, denn sie teilt dadurch viel mehr als nur Nahrungsmittel. Sie gibt sich und den anderen eine Gelegenheit, das Leben in seinem Ursprünglichkeit zu genießen, zumindest so lange sie am selben Tisch sitzen, und manchmal ist sogar auch die Wirkung dieses Zusammenseins langfristig.

Luise hat sich im Laufe der Geschichte verändert. Auch wenn ich ein Fan von konsequenten Romanfiguren bin, hat mir Luises stetige Verwandlung gut gefallen. Die Luise am Ende des Buches kann ich mir viel besser als Freundin vorstellen, als die Luise von den ersten Seiten.

Ilke S. Prick weiß auch, wovon sie schreibt. In ihrer Webkolumne Nachrichten vom Küchentisch betreibt sie virtuell genau dasselbe, was Luise bei sich zu Hause: sich Zeit nehmen, für sich selber und für andere… am Küchentisch.

Insel Verlag
Taschenbuch
253 Seiten
Erscheinungsdatum: 18. August 2013
Sprache: Deutsch
Preis: EUR 8,00
ISBN: 978-3458359463

Aktuell Liebesroman Rezensionen Roman Unterhaltungsliteratur

der_duft_von_teeDie Farbe von Tee

Als ich das erste Mal die Umschlaggestaltung von „Der Duft von Tee“ (englischer Originaltitel „The Colour of Tea“) gesehen hatte, habe ich mich sofort in dieses Buch verliebt. Der Titel und das Bild darunter sind so wunderschön, dass ich ihnen kaum widerstehen konnte. Die geblümten Tassen mit goldenem Rand und die bunten Macarons versprachen eine leichte und unbeschwerte Lektüre. Groß war meine Überraschung, als ich angefangen habe zu lesen…

Hannah Tunnicliffe hat mit „Der Duft von Tee“ eine leicht zu lesende Geschichte geschrieben, die gleichzeitig von einem schweren Frauenschicksal erzählt.
Grace ist eine junge Frau, die auf den ersten Blick alles zu haben scheint: einen erfolgreichen Ehemann, der sie liebt, und eine schöne Wohnung in Macao, einer aufregenden Stadt, in der Kosmopoliten zu Hause sind. Aber Grace ist depressiv, sie ist sehr unglücklich und fühlt sich allein.

Ob es wirklich möglich ist, dass ein Mensch es schafft, einer sehr schwierigen Situation zu entkommen, das hängt nicht nur von dem vorhandenen Willen ab. Grace hat es fertig gebracht und sich einen Ruck gegeben und ihr Leben über Nacht verändert. In Graces Fall lag das Geheimnis des Wandels an den Macarons… Weiterlesen Der Duft von Tee von Hannah Tunnicliffe

Aktuell Rezensionen Roman

3-596-17303-5Nicht so gut wie sein Ruf

Mit hohen Erwartungen habe ich angefangen, den hochgelobten Roman „Zusammen ist man weniger allein“ von Anna Gavalda zu lesen.
Diese Erwartungen wurden anfangs nicht nur erfüllt, sondern sogar übertroffen. Aber nur bis zur Hälfte des Buches… leider.
Nach und nach dachte ich mir, der Spruch „weniger ist mehr“ wäre etwas, was Madame Gavalda hätte beherzigen sollen, um die Qualität ihres Romans bis zur letzten Seite gewährleisten zu können.

Diese Geschichte hat mich bewegt. Ihre Figuren sind mir ans Herz gewachsen, aber bedauerlicherweise wurden sie gegen Ende gewöhnlicher und kitschiger, sie verloren ihre Reize und das, was sie so einzigartig gemacht hat. Die untypischen Dialoge, die ich so geliebt habe, wurden durch flache und teilweise sogar groteske Situationen ersetzt.

Gavaldas Geschichte um eine keineswegs alltägliche Wohngemeinschaft wurde 2004 verfilmt. In der Hauptrolle Audrey Tautou.

FISCHER Taschenbuch
Taschenbuch
560 Seiten
Erscheinungsdatum: 14. September 2006
Preis: EUR 9,95
ISBN: 978-3596173037

Aktuell Gegenwartsliteratur Liebesroman Rezensionen Roman

Ungarisches Rezept zum Leben

Würde ich mir eine Freundin wünschen, wäre Elsa unter den Top Ten auf meiner Liste: Sie ist nett, selbstbewusst, sie sieht gut -für ihr Alter sehr gut sogar- und jung aus. Ihr gehört ein gut gehendes Restaurant, sie hat eine schicke Wohnung und ist sehr beliebt in der kleinen Stadt, in der sie lebt.
Wäre sie meine Mutter, wäre ich bestimmt nicht ganz so glücklich: Sie hat einen jüngeren Liebhaber, für den sie wenig empfindet, sie ist launisch und frustriert, was sie immer versucht zu vertuschen, und das macht sie wiederum noch launischer und frustrierter. Aber sie hat auch keine Kinder. Trotzdem könnte ihr Leben so schön sein… so erfüllt…
Warum das nicht so ist, kann man in dem sehr schönen Roman von Marc Fitten „Elsas Küche“ lesen.

Der US-amerikanische Autor lebte jahrelang in Ungarn. Seine bisher veröffentlichen Romane schildern das Leben von nicht mehr jungen Frauen im post-sozialistischen Ungarn. Eine dieser Frauen ist Elsa, eine eigenwillige, moderne und intelligente Frau, die große Pläne mit ihrem Leben und mit ihrem Restaurant hat. Weiterlesen Elsas Küche von Marc Fitten

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