Schlagwort: Kulinarisch

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Chèvre à la japonaise

Nach seinem Erfolgsroman „Kirschblüten und rote Bohnen“ kommt Durian Sukegawa mit einer neuen Geschichte zurück, die die Leser wieder auf eine Reise in sein Heimatland Japan entführt.

Für seinen neuen Roman hat Sukegawa eine fiktive Insel im japanischen Archipel gewählt. Auf dieser Insel, die, auch wenn sehr klein, eine beeindruckende Natur aufweist, lebt eine überschaubare Anzahl von Menschen, die eine eingeschworene Gemeinschaft bilden und uralte Traditionen pflegen.
Ryosuke, der einsame und von Selbstmordgedanken geplagte Held von „Die Insel der Freundschaft“, landet in dieser für ihn kompletten neuen Welt. Dort sucht er nicht nur Seelenfrieden sondern auch Antworten auf viele Fragen, die seine Existenz quälen.
Wie in Sukegawas vorherigem Roman ist der Hauptcharakter von „Die Insel der Freundschaft“ ein mit seinem Leben unzufriedener Mann, der keinen rechten Zugang zu anderen Menschen finden kann, und der im Laufe der Geschichte eine lebensverändernde Erfahrung macht.

Aktuell Gegenwartsliteratur Rezensionen Roman

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Eine Geschichte, die nicht zu Ende gehen soll

Die Osmanen waren dafür bekannt, dass sie alles andere als geizig waren. Am Essen vor allem haben sie nicht gespart, aus der einfachsten Mahlzeit haben sie ein Fest gemacht. Von ihren Köchen haben die Sultane alles und noch mehr verlangt. Das Beste vom Besten war für sie nicht gut genug. Um den Ansprüchen des Sultans gerecht zu werden und die Produktion gigantischer Mengen von Speisen zu garantieren – 4000 Serailbewohner mussten satt zu kriegen sein -, hatte die Residenz des Sultans, der Topkapı-Palast, mehrere Küchen und hunderte von Köchen. Allein dem Sultan standen 32 unterschiedliche Gerichte pro Mahlzeit zu.

Eines Tages kommt ein Mann in die Palastküchen. Mit seinen Kochkünsten verschafft er sich spielend leicht Zugang zu diesen heiligen Räumen. In kürzester Zeit gelingt ihm etwas, worauf andere ein ganzes Leben lang hinarbeiten müssen: für den Sultan persönlich zu kochen.
Allerdings verfolgt dieser Mann ein ganz anderes Ziel, als nur für den Monarch kochen zu dürfen.
Wer ist dieser begabte Küchenmeister und was sind seine Pläne?

Aktuell Gegenwartsliteratur Rezensionen Roman

Ganz nach meinem Geschmack!

Eva Thorvald hinterlässt bei jedem Menschen, der ihr begegnet, einen bleibenden Eindruck, sogar bei flüchtigen Begegnungen. Das liegt daran, dass sie eine gewisse, schwer zu deutende Ausstrahlung hat, der man sich nicht entziehen kann.

J. Ryan Stradal hat die Figur von Eva Thorvald kreiert und hat die Menschen, die sie im Laufe ihres Lebens bewusst oder unbewusst beeinflusst hat, in seinem Debütroman „Die Geheimnisse der Küche des Mittleren Westens“ zu Wort kommen lassen.
Jede ihrer Geschichten beinhaltet einen direkten oder indirekten Blick auf Eva. Es sind Erfolgs- oder Versagensgeschichten, und in allen spielt sie eine Rolle. Indem diese Menschen über ihre Leben berichten, erzählen sie auch über Evas Leben. Ihre Person wird aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet, und genau das ist das Besondere und Spannende an diesem Roman.

Viele Perspektiven, viele Schicksale und eine Gemeinsamkeit in Form einer Person: Eva Thorvald.
„Die Geheimnisse der Küche des Mittleren Westens“ ist ein Buch ganz nach meinem Geschmack: Charismatische Figuren, die sich tief in das Herz des Lesers einnisten, um lange da zu verweilen, eine interessante Handlung mit einem unerwarteten Ende und ein Schreibstil, der mit jeder Seite besser wird.

„Die Geheimnisse der Küche des Mittleren Westens“ ist eine schöne und warme Geschichte voll mit Überraschungen, an die ich sehr lange denken werde. Mehr kann man von einem Buch eigentlich nicht erwarten.

Diogenes
Gebundene Ausgabe
432 Seiten
Erscheinungsdatum: 24. August 2016
Preis: EUR 24,00
ISBN: 978-3257069754

Gegenwartsliteratur Rezensionen Roman

51lnFEjpP5LDer neue Kieffer: spannend und unterhaltsam!

Schon fünfmal habe ich Xavier Kieffer auf Verbrecherjagd begleitet. Fünfmal hat er mich in Luxemburg und im Dreiländereck in interessante Ecken geführt, mir Lust auf die typischen Köstlichkeiten der Region gemacht und vieles über Lebensmittel und Lebensmittelskandale beigebracht.
Xavier ist ein sehr sympathischer Mann, Koch aus Leidenschaft, einer, der weiß, wie man das Leben genießt und gleichzeitig menschlich und bodenständig ist. Seine Neugier und sein konsequentes Handeln machen ihn zum guten Ermittler. Bisher immer unfreiwillig. Diesmal aber bekommt er zum ersten Mal einen konkreten Auftrag, einen Fall zu lösen. Die große Überraschung in dieser Folge ist der Auftraggeber. Auch mächtige und sehr gefährliche Gegner gibt es in „Gefährliche Empfehlungen“, dem 5. Teil der kulinarischen Krimireihe um den luxemburgischen Koch Xavier Kieffer von Tom Hillenbrand.

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Dorayaki statt Popcorn

An ist eine asiatische Köstlichkeit. Die aus roten Bohnen hergestellte süße Paste ist wichtiger Bestandteil von japanischen Süßwaren. Ganz beliebt sind Dorayaki, kleine mit An gefüllte japanische Pfannkuchen.
Sentaro arbeitet jeden Tag in einem Imbiss unter einem Kirschbaum und backt Pfannkuchen, die er mit industriell hergestelltem An füllt. Jeden Tag steht er auf und führt tagsüber seinen eintönigen Job aus und abends betrinkt er sich. Bis eines Tages die 70-jährige Tokue vor seinem Imbiss erscheint und ihm zeigt, wie man An selber herstellt. Bohnen einweichen, kochen, Zucker dazu, rühren rühren rühren, aufpassen, dass sie nicht verbrennen. Sentaros Leben ändert sich von einem Tag zu dem anderen. Die Zubereitung der Bohnen beschäftigt ihn intensiv, aber es lohnt sich, die Paste schmeckt außerordentlich gut! Er fängt an, seine Arbeit zu schätzen.

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Tödliche OlivenEin guter alter Freund

Um die Olivenöle in meiner Küche „mit allen Sinnen“ zu verkosten, habe ich meine Lektüre von „Tödliche Oliven“, dem vierten Fall um den luxemburgischen Koch Xavier Kieffer, unterbrochen. So neugierig war ich zu erfahren, ob meine Öle so schmecken, wie sie schmecken müssen: pfeffrig, fruchtig, bitter.

Natürlich habe ich immer gewusst, dass Olivenöl nicht gleich Olivenöl ist, aber dass Xavier darüber so wenig wusste wie ich, hat mich begeistert!
Aber nicht nur das hat mich begeistert, auch der spannende Fall, in den Tom Hillenbrand Xavier noch einmal verwickelt hat. Diesmal muss der in Sachen Olivenöl unerfahrene Koch – er ist ja in erster Linie ein Experte in der regionalen Küche seines Landes – mehr in diesem Gebiet lernen, als es ihm lieb ist.

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9783862200511_coverDie Geschichte eines Mikrokosmos

Wenn in einem Buch erst auf den letzten Seiten ein Geheimnis gelüftet wird, ein wichtiges Geheimnis, von dessen Existenz der Leser nicht mal ahnte… ein Geheimnis, das nicht nur überrascht, sondern auch erschüttert, und auch vieles erklärt, was ohne dieses Wissen einfach unerklärlich war… Wenn ich so ein Buch lese, bleibt bei mir ein befriedigendes Gefühl zurück, komplett überlistet worden zu sein. Und so hat mich Paola Cereda in die Irre geführt. In „Agata verzaubert eine Insel“ erzählt sie eine ungewöhnliche Geschichte, die bestimmt auch jeden Leser verzaubert. Und auch ich muss zugeben, dass ich den Zauber spürte, der von diesem Buch ausging.

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35946„… with a little help from my friends…“

… hat Ringo vor Jahrzehnten gesungen, und das könnte auch Luises Lebensmotto sein.
Luise, eine sehr sympathische und charmante Frau, die ein besonderes Talent fürs Kochen hat. Und davon profitieren ihre Freunde, weil Luise am liebsten für sie kocht. Ihre Küche ist ein beliebter Treffpunkt, gute und schlechte Nachrichten werden dort überbracht, Erfolge zelebriert und Lösungen für Probleme gefunden.
Als Luise eines Tages selber Hilfe braucht, sind diese Freunde alle für sie da. In ihrer Küche kündigt sie an, dass sie ihr Leben ändern wird.

„Essen mit Freunden“ von Ilke S. Prick ist ein schöner, leichter und romantischer Roman um eine Frau, die die Fähigkeit hat, Menschen zusammen zu bringen. Dazu braucht sie in der Regel, nur ein Menü zusammenzustellen.

Ich hatte Spaß beim Lesen über Luises Koch- und Liebesabenteuer. Nachdem lange wenig Aufregendes in ihrem Leben passiert war, erlebt Luises viel Neues, und vor allem macht sie die schöne Erfahrung, dass ihre Freunde wahre Helfer und nicht nur für sie da sind, wenn der Tisch mit Köstlichkeiten gedeckt ist.

Schon während der Steinzeit haben sich die Menschen um die Feuerstelle versammelt, haben gegessen und sich gegenseitig Geschichten erzählt. Wertvolle Momente des Alltags. Leider erlebt man heutzutage, dass immer mehr Menschen es verlernt haben, am Tisch mit Familie und Freunden zu sitzen, sich die Zeit dafür zu nehmen. Insofern macht Luise alles richtig, wenn sie ihre Küche und ihr mit Liebe zubereitetes Essen mit ihren Freunden teilt, denn sie teilt dadurch viel mehr als nur Nahrungsmittel. Sie gibt sich und den anderen eine Gelegenheit, das Leben in seinem Ursprünglichkeit zu genießen, zumindest so lange sie am selben Tisch sitzen, und manchmal ist sogar auch die Wirkung dieses Zusammenseins langfristig.

Luise hat sich im Laufe der Geschichte verändert. Auch wenn ich ein Fan von konsequenten Romanfiguren bin, hat mir Luises stetige Verwandlung gut gefallen. Die Luise am Ende des Buches kann ich mir viel besser als Freundin vorstellen, als die Luise von den ersten Seiten.

Ilke S. Prick weiß auch, wovon sie schreibt. In ihrer Webkolumne Nachrichten vom Küchentisch betreibt sie virtuell genau dasselbe, was Luise bei sich zu Hause: sich Zeit nehmen, für sich selber und für andere… am Küchentisch.

Insel Verlag
Taschenbuch
253 Seiten
Erscheinungsdatum: 18. August 2013
Sprache: Deutsch
Preis: EUR 8,00
ISBN: 978-3458359463

Aktuell Liebesroman Rezensionen Roman Unterhaltungsliteratur

der_duft_von_teeDie Farbe von Tee

Als ich das erste Mal die Umschlaggestaltung von „Der Duft von Tee“ (englischer Originaltitel „The Colour of Tea“) gesehen hatte, habe ich mich sofort in dieses Buch verliebt. Der Titel und das Bild darunter sind so wunderschön, dass ich ihnen kaum widerstehen konnte. Die geblümten Tassen mit goldenem Rand und die bunten Macarons versprachen eine leichte und unbeschwerte Lektüre. Groß war meine Überraschung, als ich angefangen habe zu lesen…

Hannah Tunnicliffe hat mit „Der Duft von Tee“ eine leicht zu lesende Geschichte geschrieben, die gleichzeitig von einem schweren Frauenschicksal erzählt.
Grace ist eine junge Frau, die auf den ersten Blick alles zu haben scheint: einen erfolgreichen Ehemann, der sie liebt, und eine schöne Wohnung in Macao, einer aufregenden Stadt, in der Kosmopoliten zu Hause sind. Aber Grace ist depressiv, sie ist sehr unglücklich und fühlt sich allein.

Ob es wirklich möglich ist, dass ein Mensch es schafft, einer sehr schwierigen Situation zu entkommen, das hängt nicht nur von dem vorhandenen Willen ab. Grace hat es fertig gebracht und sich einen Ruck gegeben und ihr Leben über Nacht verändert. In Graces Fall lag das Geheimnis des Wandels an den Macarons…

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3-596-17303-5Nicht so gut wie sein Ruf

Mit hohen Erwartungen habe ich angefangen, den hochgelobten Roman „Zusammen ist man weniger allein“ von Anna Gavalda zu lesen.
Diese Erwartungen wurden anfangs nicht nur erfüllt, sondern sogar übertroffen. Aber nur bis zur Hälfte des Buches… leider.
Nach und nach dachte ich mir, der Spruch „weniger ist mehr“ wäre etwas, was Madame Gavalda hätte beherzigen sollen, um die Qualität ihres Romans bis zur letzten Seite gewährleisten zu können.

Diese Geschichte hat mich bewegt. Ihre Figuren sind mir ans Herz gewachsen, aber bedauerlicherweise wurden sie gegen Ende gewöhnlicher und kitschiger, sie verloren ihre Reize und das, was sie so einzigartig gemacht hat. Die untypischen Dialoge, die ich so geliebt habe, wurden durch flache und teilweise sogar groteske Situationen ersetzt.

Gavaldas Geschichte um eine keineswegs alltägliche Wohngemeinschaft wurde 2004 verfilmt. In der Hauptrolle Audrey Tautou.

FISCHER Taschenbuch
Taschenbuch
560 Seiten
Erscheinungsdatum: 14. September 2006
Preis: EUR 9,95
ISBN: 978-3596173037

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