Schlagwort: Kurzgeschichte

cover1Ein runder Genuss

Kirsten Slottke hat mit einem kurzen Roman bewiesen, dass nicht sehr viele Seiten notwendig sind, um den Lesern eine vollständige Handlung zu präsentieren.
Auf 39 Seiten serviert sie mit ihrer Geschichte „Mord und andere Leckereien“ ein feines literarisches Menü.

Als Vorspeise bekommen wir die Darstellung des Falles, einen Toten und die Hauptfiguren. Letztere sind eine liebenswerte Reinigungskraft und ein Kommissar, der nur ans Essen denkt.
Ein guter Hauptgang besteht in der Regel aus mehreren Teilen, die miteinander harmonieren und den Tischgästen das Gefühl geben, einen Höhepunkt erreicht zu haben. Genauso wächst die Spannung in mittleren Teil der Geschichte und der Leser wird für den krönenden Abschluss vorbereitet: das Dessert.
Das Dessert hinterlässt den letzten Eindruck bei einem Menü. Deswegen ist es wichtig, dass derjenige, der es genießt, es in guter Erinnerung behält.
In diesem Buch ist die Abwicklung rund und befriedigend, genau wie ein Dessert, das süß genug ist, um Glücksgefühle zu erwecken.

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„Solange du mich siehst“ ist ein Erzählungsband der irischen Weltbestsellerautorin Cecelia Ahern und beinhaltet zwei Kurzgeschichten: „Im Lächeln der Erinnerung“ und „Das Mädchen im Spiegel“.

„Das Mädchen im Spiegel“ habe ich zuerst gelesen, weil ich sehr gespannt darauf war und die Geschichte für mich spannender klang als die erste. Sie handelt von der jungen Frau Lila, die an ihrem Hochzeitstag ein Tabu bricht. Ihre Großmutter hat alle Spiegel in ihrem Haus mit schwarzen Tüchern verhängt, weil sie keine Spiegel mag, und das war für Lila ganz normal, so wie ihr Vater keinen Zucker im Tee mag. Sie ist damit aufgewachsen und hat sich nie besonders darum gekümmert. An diesem Tag aber will sie sich in ihrem Hochzeitskleid im Spiegel betrachten, und weil sie bei ihrer Großmutter ist, zieht sie das schwarze Tuch vom größten Spiegel im Haus herunter – ein furchtbarer Fehler!
Die Kurzgeschichte hat mir leider so gar nicht gefallen. Alle Personen (außer der Großmutter) waren mir sehr unsympathisch, ich fand die Geschichte allerdings auch zu kurz, um genug über die Personen, besonders über die Beziehung von Lila und ihrem Verlobten, zu erfahren. So sollte ich das als Leser eigentlich nicht empfinden.

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