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Fatale Ausstrahlung

Schon als Kind fand ich Leuchttürmer faszinierend. Sie besaßen für mich eine romantische Aura. Auch die Vorstellung, in einem Leuchtturm zu leben und zu arbeiten, hatte etwas Idyllisches an sich. Aber es gab noch etwas, was die Sache weniger malerisch machte: die Einsamkeit.

In ihrem Debütroman „Die Leuchtturmwärter“ erzählt Emma Stonex eine Geschichte über einen Leuchtturm auf offener See und dessen Bewohner, drei Leuchtturmwärter, die für ihre Zeit auf dem Leuchtturm auf ein komfortables Leben auf dem Festland und auf ihre Familien verzichten mussten.

Emma Stonex zeigt in ihrem Buch, dass, um Leuchtturmwärter zu sein, viel Disziplin und Selbstbeherrschung voraussetzt. Man muss schließlich den wenigen Raum, der zur Verfügung steht, mit anderen teilen, und bei Unstimmigkeiten, gar Streitereien, gibt es kein Entkommen.

Das Team der Maiden, Stonex‘ Leuchtturms, wirkt auf den ersten Blick relativ harmonisch, die täglich anfallenden Arbeiten werden problemlos erledigt, die Männer scheinen, sich zu verstehen, Differenzen sind noch im Rahmen des Vertretbaren. Dieser Eindruck hält so lange an, bis sie uns ihre Gedanken, Gefühle und Ängste offenbaren. Dann merkt man: In Wirklichkeit brodelt es im Inneren der Männer wie in einem Vulkan.

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