Keinesfalls überflüssig

Der libanesische Schriftsteller Rabih Alameddine hat mit „Eine überflüssige Frau“ eine Geschichte über eine Frau geschrieben, die sich für ein Leben innerhalb ihrer vier Wände entschieden hat und die Erfüllung in einer ungewöhnlichen Tätigkeit findet: Sie übersetzt Bücher ins Arabische, Manuskripte, die keiner liest, weil sie ihre Werke vor der Öffentlichkeit versteckt. Aus ihrer Sicht ist das eine überflüssige Beschäftigung, wie alles andere, was mit ihr selber zu tun hat.
Aaliya ist bereits über 70 und lebt in Beirut. Sie hat schon viel erlebt und darüber berichtet sie, während sie sich an die Vergangenheit erinnert, an ein Leben, das ihr nichts Aufregendes oder Zufriedenstellendes anzubieten hatte, aber für den Leser eine interessante Informationsquelle über die neueste Geschichte Beiruts ist. Für den Buchliebhaber hat Aaliya auch viel zu sagen. Sie verfügt über ein immenses Literaturwissen und ein hervorragendes Gedächtnis. Für jede Situation, für jedes Ereignis findet sie das entsprechende Zitat oder einen Vergleich zu einem Thema in einem von ihr gelesenen Buch oder zu einem Lebenslauf eines Dichters. Allein deswegen müsste sich Aaliya nicht ganz so minderwertig fühlen. Ihre Fähigkeiten stempelt sie als Macken ab und ihre Gelehrtheit und Begabung als unnötiges Wissen. Sie arbeitet trotzdem fleißig weiter und sucht Inspiration in ihrer eigenen Vita.

Weiterlesen Eine überflüssige Frau von Rabih Alameddine

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1150395_413045612138484_1223347944_n„Nah oder fern gibt es nicht mehr,

… nur noch nah oder fremd.“

Unter dieser Prämisse hat Hannah Dübgen einen rührenden Roman über vier Junge Vertreter unserer globalisierten Welt geschrieben.
Vier junge Menschen, die sich auf der Oberfläche des Planeten bewegen, als gäbe es keine Grenzen, die selbstverständlich die Zeitzonen überqueren, um kurz ein Geschäft abzuschließen oder auf einem Klavier zu spielen.

Die Geschichten der vier Hauptprotagonisten sind so unterschiedlich, wie die Länder, in denen sie leben. Gemeinsam aber haben alle etwas: Sie leben nicht in dem Land, in dem sie geboren wurden und aufgewachsen sind. Dass das nicht die einzige Gemeinsamkeit ist, entdeckt der Leser langsam im Laufe der Geschichte.
Das Besondere an diesem Roman ist die Wirkung, die dieser auf dem Leser übt. Für mich besonders interessant waren die Entdeckung mancher Ähnlichkeiten mit meiner Person und meiner Lebensweise und eines Empfindens von Verbundenheit mit einer bestimmten Figur. Und gerade diese Verbundenheit wurde für mich der wichtigste Grund, um weiter zu lesen. Weiterlesen Strom von Hannah Dübgen

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