Schlagwort: Normalität

Die unglaublichen Abenteuer des Barnaby Brocket

Spätestens mit „Die unglaublichen Abenteuer des Barnaby Brocket“ hat es John Boyne für mich geschafft. Seine Bücher haben das Potential Klassiker zu werden, deren besondere Wirkung niemals nachlassen wird. Beim Lesen dieser wundervollen kleinen Geschichte musste ich sehr oft an Roald Dahls „Matilda“ denken. Zwar erzählt der Autor auf den ersten Blick eine ganz andere Geschichte, aber er hat mir ein genauso außergewöhnliches Lesegefühl geschenkt. Und blickt man unter die Oberfläche der Geschichte, so findet man sehr schnell Themen, die sich ähneln und die diesem Buch seine ganz besondere Bedeutsamkeit geben.

Barnaby Brocket wird in eine „ganz normale Familie“ geboren. Das Problem ist nur, dass diese so „normal“ ist, dass sie nichts akzeptieren kann, was über ihren Horizont hinausgeht. In Wahrheit trifft es also vielmehr die Aussage, dass sie glauben normal zu sein, doch eigentlich sind sie langweilig und intolerant. Wäre Barnaby genauso, hätte das auch alles ganz gut funktionieren können, doch er ist etwas Besonderes. Im Laufe des Buches abeitet der Autor auf dieser Grundlage ganz wunderbar heraus, dass jeder Mensch seine Besonderheiten hat, worin auch immer diese liegen. Bei Barnaby äußert sich das in einer für Menschen wirklich ungewöhnlichen Fähigkeit: er fliegt und das nicht nur, wenn er Lust dazu hat, sondern er kann sich tatsächlich nicht auf dem Boden halten.

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