Schlagwort: Polen

17594The Lullaby of Polish Girls

Dagmara Dominczyk hat ein polnisches Liebeslied geschrieben: „Wir träumten jeden Sommer“.

Wie ein Liebeslied lässt sich dieses Buch von der in New York lebenden polnischen Autorin lesen. Man spürt die Liebe und die Verbundenheit zur polnischen Heimat auf jeder Seite.
Dagmara Dominczyk erzählt die Geschichten dreier junger Frauen, die aus demselben kleinen polnischen Dorf stammen. Beim Lesen merkt man, dass dies die einzige Gemeinsamkeit, trotz Freundschaft, zwischen den Frauen ist.
Dennoch finden sie immer wieder zu einander, auch dann, wenn Zeit und Distanz sie noch unterschiedlicher gemacht haben.

Sehr interessant ist der Aufbau des Romans. Aus den drei Perspektiven der jungen Frauen wird erzählt, abwechselnd in der Vergangenheit und in der Gegenwart.

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av_wrobel_hannah_rz.inddEinfühlungskraft und Leidenschaft

Europa zwischen zwei Weltkriegen. Der alte Kontinent ist demontiert. Der Frieden nach dem Ersten Weltkrieg bereitet den Boden für den Zweiten Weltkrieg. Politisch und wirtschaftlich ist Europa am Ende. Populisten und Demagogen nutzen die Lage, um die Macht zu ergreifen.
Für viele ist die Flucht die einzige Lösung. Weg von dem Faschismus, weg von der großen Armut.
Für die jüdischen Bewohner Europas war dies eine besonders harte Zeit: Für die gut situierten, die es nicht geschafft haben, ihren Reichtum zu sichern und für die verarmten Juden aus Ost-Europa, die nur weg von dem Elend wollten. Es galt nur, ein neues Leben anzufangen.
Der amerikanische Kontinent war das perfekte Ziel. Junge Länder mit Opportunitäten für einen neuen Anfang. Brasilien bot diese Möglichkeit. Wie alle lateinamerikanischen Länder entstand Brasilien aus der Zusammenkunft verschiedenster Ethnien und Kulturen.
In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts kann Brasilien in seiner kurzen Geschichte als Nation viel souveräner mit Multikultur und Einwanderung umgehen als das von Nationalismus geprägte und bestimmte uralte Europa.

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Heimat schmeckt nach „Kisiel“

So einfach läuft es manchmal: Oma Greta kocht „Kisiel“, der Erzfeind probiert ein Löffelchen davon und voilá: Schon ist er der beste Freund geworden!

Leider verläuft längst nicht alles so reibungslos im Paradies: Das „Paradies“ ist die BRD der späten 80er und diejenige, die einen Freund durch eine polnische Süßspeise namens „Kisiel“ gewonnen hat, ist ein kleines polnisches Mädchen, dessen größter Traum es war, in die BRD auszuwandern. Eines Tages erfüllen ihre Eltern diesen Traum: Sie, das kleine Mädchen und dessen Bruder fliehen nach Westdeutschland. Was folgt ist keineswegs vergleichbar mit einem paradiesischen Leben. Es ist das Leben als Aussiedlerfamilie. Und das ist alles andere als ein schöner Traum.

„Sitzen vier Polen im Auto“ erzählt die Geschichte des kleinen Mädchens Aleksandra, Ola genannt, und von dessen Familie. Sie sind polnische Bürger und fliehen in den Westen mit der Hoffnung auf ein besseres Leben.

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