Schlagwort: Russland

51Xd0rPvoFLRadioaktive Idylle

Todeszone, verbotene Zone, Sperrgebiet… und trotzdem Heimat.
Jahrzehnte nach der Nuklearkatastrophe in einem sowjetischen Dreiländereck kehrt eine Frau in ihre radioaktive Heimat, das kleine Dorf Tschernowo, zurück. Ihrem Beispiel folgen andere Menschen, und so entstand in einem Stück verstrahlter Erde eine, zumindest auf den ersten Blick, echte und liebenswerte Nachbarschaft.
Diese Trendsetterin ist das zielstrebige 80-jährige russische Enegiebündel Baba Dunja.

Die Bestsellerautorin -und eine meiner Lieblings- schriftstellerinnen – Alina Bronsky hat eine Geschichte geschrieben, wie ich sie vorher noch nie gelesen habe. Sie hat es geschafft, dass ich ein verseuchtes Gebiet als idyllisch empfinde und das Leben der Menschen darin als erfüllend und harmonisch. Es war ein großes Vergnügen, über den Alltag Baba Dunjas in der sogenannten Todeszone zu lesen.

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die-listensammlerin-072508582Listen als Lebensinhalt

Es gibt viele Arten von Macken, Fimmeln, Marotten, Zwängen. Ich denke, jeder Mensch hat bestimmte Eigenarten, die er am liebsten verheimlicht, aus Angst, von anderen als verrückt abgestempelt zu werden.

In Lena Goreliks neuestem Roman schreibt Sofia, die geplagte Protagonistin, Listen. Listen über alle möglichen und unmöglichen Themen. Das ist nicht nur Gewohnheit und Leidenschaft, das gibt ihr Halt in allen Lebenslagen und Sicherheit in kritischen Phasen. Manche Menschen kauen an ihren Nägeln, andere essen den Kühlschrank leer, Sofia schreibt neue Listen und bearbeitet und aktualisiert alte Listen.
Sofia und ihre Listen waren für mich ein Leseerlebnis in diesem noch jungen Jahr 2014.

Aktuell Gegenwartsliteratur Rezensionen Roman

061973027-das-gruene-zeltLeben zwischen Stalins Tod und Perestroika

Bücher können gute Freunde sein. Das wissen alle, die nicht nur aus Vergnügen lesen, oder nur um die Langeweile zu vertreiben. Bücher können sogar wichtige Bestandteile eines Lebens sein, können Menschen verändern. Aber Bücher können auch eine Gefahr darstellen, vor allem für diejenigen, die bereit sind, das eigene Leben zu riskieren, damit Literatur verbreitet wird.
In der Sowjetunion, wie in allen Ländern, in denen ein totalitäres Regime das Sagen hat, könnte die Lektüre oder das Besitzen eines einzigen Buches die Verbannung in ein Arbeitslager bedeuten.

Die Liebe zu Büchern und das Verlangen nach Freiheit haben Ilja und Olga zusammen gebracht. Ihre Jugend verbrachten sie in den 60er Jahren, der post-stalinistischen Zeit. Beide Idealisten, aus unterschiedlicher Herkunft, deren einzige Gemeinsamkeit der Hass auf die Sowjetische Union war.
In „Das grüne Zelt“ erzählt Ljudmila Ulitzkaja über das Leben Iljas und Olgas, und was sie dazu gebracht hat, die russische Literatur zu lieben, vor allem verbotene russische Literatur.

2012 Aktuell Gegenwartsliteratur Rezensionen Roman

Bei „Grischa“ hat mir besonders der erste Teil des Buches sehr gefallen. Die Stimmung, die direkt zu Beginn entsteht, war ganz besonders und hat mich richtig in das Buch hinein gezogen. Leigh Bardugo versetzt den Leser hier in eine andere Welt; innerhalb von nur wenigen Minuten ist man in einem magischen Russland angekommen und freut sich auf ein spannendes Abenteuer.

Die Hauptfiguren in „Grischa – Goldene Flammen“, dem ersten Band einer Trilogie, sind Alina und Maljen. Beide gefielen mir direkt sehr gut und machten Lust darauf mehr über sie zu erfahren. Man begeleitet sie zunächst im Kindesalter – die beiden sind Waisen und wachsen zusammen auf. Mit zunehmendem Alter stellt sich für Alina heraus, dass sie mehr für Maljen empfindet als nur tiefe Freundschaft, doch erwidert er ihre Liebe? Sein gutes Aussehen sorgt vielmehr dafür, dass er von allzu vielen Frauen umschwärmt wird, sogar die magisch begabten Grischa werfen ein Auge auf ihn. 

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