Schlagwort: Sachbuch

Das Leben einer Mutmacherin

Wenn man ein perfektes Beispiel für eine erfolgreiche Geschichte suchen würde, wäre Jaqueline Bakir Brader die geeignete Ansprechpartnerin. Als Tochter türkischer „Gastarbeiter“, die es geschafft hat, sich einen Namen zu machen und sogar zur Arbeitgeberin geworden ist, zeigt sie, dass es sich lohnt, für seine Ideale und Träume zu kämpfen. Denn Jaqueline Bakir Braders Weg war hart und lang, aber sie hat es geschafft, die vielen Steine zu beseitigen, die ihr in diesen Weg gelegt wurden.
Ihre Geschichte erzählt sie in ihrem Buch „Die Mutmacherin“.

Frau Bakir Brader ist definitiv eine Mutmacherin. Das konnte ich selber erleben. Ich hatte das Vergnügen, sie während eines Festivals für den Frieden kennen zu lernen, das sie mitorganisiert hat. Nicht nur ihre Geschichte, sondern auch ihre Präsenz motivieren und inspirieren.

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17505229208„Jeder Mensch möchte herausfinden, wer er ist“

Auch wenn sich viele Wissenschaftler und Philosophen diesem Thema widmen, finde ich persönlich, dass das Bedürfnis, alles über sich selber zu wissen, zur Natur des Menschen gehört, es ist wie ein Axiom und einer der Grundsätze für die persönliche Entwicklung jedes Einzelnen. Das Herausfinden bedeutet auch, sich identifizieren zu können, mit dem, was man entdeckt, oder sich bewusst zu distanzieren.

Jennifer Teege hat eines Tages eine furchtbare Entdeckung gemacht, für deren seelische Verarbeitung sie Jahre gebraucht hat. Sie ist die leibliche Enkelin von Amon Göth, einem sadistischen Nazi-Verbrecher, vor allem aus dem Film „Schindlers Liste“ bekannt.

Ich habe Jennifer Teege zum ersten Mal in einem Fernsehinterview gesehen. Sie wurde mir sofort sympathisch und ihre Geschichte hat mich sehr beeindruckt. Noch während die Sendung lief, habe ich ihr Buch, das sie zusammen mit der Journalistin Nikola Sellmair geschrieben hat, bestellt. Dieses Buch, in dem sie ihre Geschichte erzählt, und das mittlerweile in mehrere Sprachen übersetzt wurde, hat mir sehr gut gefallen.

Rezensionen Sachbuch

41k42xJKttLEinfach nur Menschen…

Dass große Schriftsteller auch nur Menschen sind, vergessen Verehrer oft. Dass ihr Leben nicht immer glamourös und sorglos ist, kann man sich kaum vorstellen.
Viele Schriftsteller, die in den 30er Jahren im deutschen Sprachraum lebten, sahen sich gezwungen, diesen aufgrund ihrer jüdischen Herkunft oder ihrer Ideologien zu verlassen.
Stefan Zweig und Joseph Roth haben trotzdem versucht, während ihres Exils das Leben zu genießen und die Erinnerungen an die Heimat auszublenden. In dem atmosphärischen kleinen Badeort Ostende haben sie sich mit anderen heimatlosen Kollegen getroffen und bei einem flüchtigen Urlaubsgefühl auf die Rückkehr in die Heimat gehofft.

In seinem Buch „Ostende: 1936, Sommer der Freundschaft“ erzählt Volker Weidermann über einen Sommer im Leben von Stefan Zweig und Joseph Roth, von zwei Freunden, die nicht unterschiedlicher sein konnten.

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insightImageEin Sachbuch mit dem gewissen Unter-haltungsfaktor

Über die Geschichte der Menschheit haben schon unzählige Autoren geschrieben. Deswegen müsste man sich wundern, wenn gerade ein Buch, das den Titel „Eine kurze Geschichte der Menschheit“ trägt, zum Bestseller wird.

Wenn ein Sachbuch von vielen Menschen gelesen wird, liegt es daran, dass der Autor es geschafft hat, den Stoff, der sein Spezialgebiet ausmacht, so gut und verständlich zu vermitteln, dass die Leser das Gefühl haben, etwas lernen zu können, ohne gelangweilt zu werden. Und genau das ist Yuval Noah Harari mit seinem Buch „Eine kurze Geschichte der Menschheit“ gelungen.
Erstaunlicherweise habe ich dieses Buch mit großem Interesse gelesen, auch wenn ich mit der Materie vertraut war. Das war ausschließlich dem Unterhaltungswert des Buches zu verdanken.

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333 EntdeckungenDie Region Stuttgart anders entdecken

Ich war noch nie in Stuttgart, auch nicht in der Nähe. Dabei ist Stuttgart eine Stadt, die ich schon immer kennenlernen wollte.

Astrid Schlupp-Melchinger hat mich mit ihrem Buch „333 Entdeckungen in der Region Stuttgart“ motiviert, Stuttgart und Umgebung einen Besuch abzustatten.

„333 Entdeckungen in der Region Stuttgart“ ist kein gewöhnlicher Reiseführer. Es ist ein Kompendium kleinerer und größerer Geschichten über sehr bekannte und weniger bekannte Sehenswürdigkeiten, Kuriositäten und einmalige Persönlichkeiten, die diese Region geprägt haben.
Lange muss man nicht nach den Stuttgarter Entdeckungen suchen. Ein roter kleiner Kreis am Rande des Textes bedeutet, dass der Leser an dieser Stelle etwas zu entdecken hat. Zu dieser Entdeckung gibt es eine Geschichte und oft verbirgt diese eine Überraschung, sogar für Einheimische, da bin ich mir sicher.

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Anleitung zum UnglücklichseinIch bin nicht nur ein großer Fan von Büchern, sondern komme auch an Buchverfilmungen nur schwer vorbei. Am 4. Juli 2013 erschien „Anleitung zum Unglücklichsein“ basierend auf der gleichnamigen Buchvorlage von Paul Watzlawick, auf DVD und Blue-ray. Der Film erzählt – unter der Regie von Sherry Hormann – eine verträumte Geschichte über die Liebe und das Leben.

Johanna Wokalek ist dabei eine großartige Besetzung der Hauptfigur Tiffany Blechschmid. Allein durch ihr schauspielerisches Talent gibt sie dem Film eine ganz besondere Atmosphäre – so ganz anders, als sonst für Filme mit deutschen Schauspielern üblich. Dank ihr und der wunderbar gewählten Drehorte und Kulissen entfaltet der Film seine ganz eigene Magie.

Die Stimmung, die Bilder und die Schauspieler konnten mich folglich durchweg überzeugen und in eine andere Welt entführen. Leider gelang es ihnen aber dennoch nicht, mir die eigentliche Handlung wirklich nahe zu bringen und mich mitfühlen zu lassen. Hier oftmals der rote Faden in der Handlung, weshalb ich gedanklich fast schon abschweifte und mich nur von den schönen Bildern berauschen ließ. Inhaltlich überzeugt der Film nicht ganz, was aber auch der Tatsache geschuldet sein kann, dass es eben nicht so einfach ist, aus einem Sachbuch ein gut durchdachtes Drehbuch zu machen. Hier hätte ich mir vorab mehr erwartet.

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„Jeder Kontakt ist bereits ein Gewinn“

Der Mensch wurde nicht dafür gemacht, um allein zu sein. Und trotzdem ist ausgerechnet die Einsamkeit der am meisten verbreitete Zustand in unserer modernen Gesellschaft.
In den Zeiten der Globalisierung klingt das etwas paradox, denn noch nie war es einfacher, miteinander zu kommunizieren, und zwar weltweit und ohne Barrieren, wie im 21. Jahrhundert der Fall ist.
Aber gerade diese Art ultramodernen Informationsaustauschs könnte ein Hindernis werden, um persönliche Beziehungen zwischen Menschen zu pflegen. Richtige, echte Begegnungen werden immer seltener, Computer und Mobiltelefon ersetzen so praktisch die Menschen, die uns bestimmt mit ihrer Präsenz bereichern würden.
Viele Menschen haben es verlernt, offen für echte Begegnungen zu sein, und somit versperren sie sich viele Chancen im Leben, im beruflichen und im privaten Bereich.

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Ein Traumhaus, 13 Eigentümer

Oliver Geyer hatte einen Traum: ein eigenes Wochenendhaus an einem See. Nicht zu weit weg von der Großstadt, denn ganz darauf verzichten möchte er auch nicht. Diesen Traum teilte er mit 12 Freunden; gut – diesen Traum teilt fast jeder eigentlich mit der halben Menschheit, es sind ja auch nicht wenige auf der Welt, die von einer Sommer- oder Ferienresidenz träumen. Oliver Geyer hat sich aber zusammen mit seinen 12 Freunden den Traum verwirklicht, indem sie gemeinsam ein Haus gekauft haben.
Man könnte denken, da ist Chaos vorprogrammiert… und… das stimmt auch. Chaos ist die Devise!

Aber ist so ein Unternehmen überhaupt möglich? Müssen die Teilnehmer dieser „Traum-Realisierungsgesellschaft“ zwingend über eine besondere Bereitschaft zu Kompromissen verfügen?
Die Antworten auf diese Fragen gibt uns Oliver Geyer in seinem Buch „Sommerhaus, jetzt!“, das er sicherlich während seiner zahlreichen Mußestunden auf der Gartenbank vor dem Traumhaus geschrieben hat.

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Die Kalvinisten rocken!

Kerstin Schweighöfer träumt von einem Leben in Frankreich neben ihrem Traum-Franzosen.
Daraus ist aber keine Realität geworden. Das Schicksal hat es anders gewollt: ein Leben in den Niederlanden neben einem (Traum?-)Niederländer namens Jan Kees.

Kerstin ist nicht nur eine Deutsche, sie kommt sogar aus Bayern! Bekanntlich haben es die Deutschen in den Niederlanden nicht einfach, und eine Bayerin wirkt im Reich der Windmühlen nicht nur exotisch, für sie muss ein Leben in einem flachen Land am Meer fast einer überirdischen Erfahrung gleichen. Diese Bayerin lernt aber im Land der von ihr liebevoll genannten Kalvinisten zu leben und vor allem zu genießen. Ihre persönlichen Erfahrungen teilt sie mit uns, an den Niederlanden interessierten Lesern, in ihrem Buch mit dem originellen (und versöhnlichen) Titel „Auf Heineken könn wir uns eineken“.

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