Schlagwort: Taschenbuch

„Was ist das eigentlich, was du da machst? Ist das Krimi, ist das Familiengeschichte, ist das Komödie, ist das Satire?“
„Genau, das alles“

Als Henning Bröhmann den Schriftsteller Dietrich Faber zu seinem neuen Buch interviewt hat, fragte er ihn, was eigentlich das wäre, was er da macht. Die Antwort auf diese Frage überraschte Herrn Bröhmann, der nicht viel damit anfangen konnte. Der verdutzte Herr Bröhmann schien das Gefühl zu haben, das Opfer eines bösen Scherzes zu sein.
Die Erklärung für diese Situation ist einfach: Henning Bröhmann ist die Hauptfigur der Kriminalromane, deren Autor Dietrich Faber ist.

„Hessen zuerst!“ ist die fünfte Folge der Reihe um den Kriminalhauptkommissar – inzwischen Ex-Kriminalhauptkommissar – Henning Bröhmann.

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Das eigene Café: Traum oder Trauma?

Vor ein paar Jahren habe ich Moritz Netenjakob mal wieder im Fernsehen gesehen. Das Interessante an der Sache war, dass er nicht als Buchautor oder Kabarettist vor der Kamera stand. Die Bilder zeigten ihn hinter der Tresse eines Cafés. Seines Cafés. Das Beste von allem war der Name: „Macho Café“. Mitten im beliebten und bunten Köln-Sülz hat er sich einen Traum verwirklicht. Zusammen mit seiner Frau betrieb er ein deutsch-türkisches gastronomisches Lokal, in dem er auch Lesungen hielt, und in dem die Speisekarte von seinen schriftstellerischen und komödiantischen Fähigkeiten zeugte. Da es sich um ein Familienunternehmen handelte, mussten auch die Denizoğlus ran, wie zum Beispiel Tante Emine, die den Umsatz mit Kaffeesatzlesen steigerte.
Wie ich mir gewünscht habe, eines Tages im „Macho Café“ sitzen zu dürfen! Die Erfüllung dieses Wunsches wurde mir leider nicht gegönnt. Das Café gibt es mittlerweile nicht mehr.

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Ein deutsches Herz, ein türkisches Herz

Wer nicht an die Liebe glaubt, wird es spätestens nach dem Lesen von „Die Farben im Spiegel“ tun. Dieses Buch ist der zweite Erwachsenenroman von der deutsch-türkischen Autorin Deniz Selek.

Mit ihrem Roman „Die Frauen vom Meer“ hat mich Deniz Selek sehr berührt. Diese Geschichte, von den Frauen in ihrer Familie inspiriert, zeigt, wie unmissverständlich sie ihren Ursprung als Deutsche und Türkin lebt.
Jetzt mit „Die Farben im Spiegel“ stellt sie uns ein ganz anderes Thema vor. Die Handlungsorte, hauptsächlich Hannover und Istanbul, wie in allen ihren Büchern, zeigen, wie verbunden Deniz Selek sich ihren Heimatorten fühlt.
Mit „Die Farben im Spiegel“ hat sie einen Liebesroman geschrieben. Keinen gewöhnlichen oder durchschnittlichen Liebesroman, sondern einen, der gleichzeitig zeigt, was es bedeutet, zu zwei so unterschiedlichen Kulturen zu gehören. Denn dies gehört zu dieser Liebesgeschichte zwischen Alev und Koray dazu. Sie findet nämlich in zwei Städten, zwei Ländern, zwei Kontinenten statt. Und unglaublicherweise sind diese räumliche Distanz und auch die langen Zeitspannen die, die diese zwei Menschen trennen, aber auch genau das, was sie immer wieder zusammen bringt.

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Katastrophal lustig!

Endlich ein neues Buch von Elisabeth Kabatek! Ihre schwäbischen Heldinnen sind legendär, und ihr Humor und ihre Fantasie, chaotische Zustände in Szene zu setzen, genau nach meinem Geschmack.
In ihrem neuen Buch, „Kleine Verbrechen erhalten die Freundschaft“, hält Elisabeth eine Überraschung parat: Diesmal gibt es auch einen männlichen Helden, natürlich auch schwäbisch. Das ist Jan, nicht nur Held sondern auch Opfer von Luise und Sabrina (selbstverständlich auch Schwäbinnen).
Die Wege der drei kreuzen sich durch puren Zufall. Sie befinden sich auf der Flucht vor ihren eigenen Leben und wissen nicht, wie es weiter gehen soll. Zu dritt entwickeln sie einen Plan, der eigentlich kein Plan ist. In Wahrheit haben sie gar keinen Plan und lassen das Schicksal über sie entscheiden. Um genauer zu sein, sind die katastrophalen Umstände ihrer Zusammenkunft, das, was ihnen den Weg weist.

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Unbeugsame Frauen

Die Schriftstellerin Katja Maybach hat mit ihrem neuesten Roman „Die Stunde unserer Mütter“ eine Geschichte über eine große Freundschaft zwischen zwei Frauen und ihren jeweiligen Töchtern geschrieben, die mich tief berührt hat. Zwei Frauen, so mutig und aufrichtig, dass man einen großen Respekt für sie empfinden muss.

Mitten im Zweiten Weltkrieg sehen sich Maria und ihre Schwägerin Vivien dazu gezwungen, zusammen zu leben. Sie bewältigen den Alltag in den schwierigen Zeiten und versuchen, das Beste aus ihrer Situation zu machen, obwohl sie es alles andere als einfach haben: Marias Mann, wie fast jeder andere Mann im Deutschland der 40er Jahre, kämpft an der Front, und Viviens Mann riskiert sein Leben, indem er Juden versteckt.
Maria und ihre Tochter Anna, und Vivien und ihre Tochter Antonia sind charakterstarke Romanfiguren, an die ich lange denken werde. Den Nationalsozialismus nehmen sie nicht als selbstverständlich hin und das Konzentrationslager, das praktisch vor ihrer Tür liegt, ignorieren sie nicht, wie es sonst Millionen Deutsche getan haben.

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Alptraumlandschaft Altersheim

Es ist vorbei… schade. Ab jetzt werde ich mir nur vorstellen können, wie es mit den alten finnischen Damen weitergeht, denn „Sherry für drei alte Damen oder Wer macht das Licht aus?“ ist der letzte Teil der Trilogie um die über 90 Jahre alte Siiri und ihre Freundinnen, die Bewohnerinnen der alptraumhaften Seniorenresidenz „Abendhein“.
Minna Lindgren hat mit diesem dritten Teil das beste Buch der Trilogie geschrieben, einen rundum zufriedenstellenden Abschluss, bei dem ich wenig zu meckern hatte.

Drei Folgen lang haben Siiri, Irma und Anna-Liisa unter der Unfähigkeit des für sie zuständigen Pflegepersonals, der Korruption der Geschäftsführung und der Untätigkeit der Behörden gelitten. Nachdem die Renovierungsarbeiten in „Abendhein“ abgeschlossen wurden, durften sie ihre Wohnungen wieder beziehen. Sie leben jetzt in einer hochmodernen Einrichtung, voll automatisiert, und in der die Computer das Sagen haben und die Arbeit erledigen, die vorher Menschen getätigt haben.

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Cathys Museum

Eine Engländerin hat einen Roman geschrieben, den ich als außergewöhnlichen Berlin-Roman bezeichnen würde, und den ich bestimmt sehr lange in Erinnerung behalten werde.
„Museum der Erinnerung „ heißt dieses Buch, bei dem ich eine starke Sehnsucht nach Berlin gespürt habe. Als Kulisse für ihre Geschichte hat Anna Stothard das Berliner Museum für Naturkunde gewählt. Aus meiner Sicht eine geniale Entscheidung, denn diese monumentale Einrichtung bietet die perfekte Bühne für die dramatische Handlung in diesem Roman. Nicht nur die Dimensionen des Gebäudes sondern die Art von Exponaten, die darin ausgestellt werden und die Beschaffenheit der Räumlichkeiten – einer klassischen naturkundlichen Sammlung – bilden die perfekte Szenerie für eine spannende Entwicklung.

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Wenn das Leben so einfach wäre…

Ein Buch mit dem Titel „Kokostee“ und so einem bunten Cover musste ich lesen. Auch die Idee, weltberühmte, bereits gestorbene Superstars wieder zum Leben zu erwecken, fand ich kurzweilig und anregend. Dass das Buch vom berühmten Moderator Oliver Geissen geschrieben wurde, hat eigentlich keine Rolle gespielt, denn der Name des Autors ist mir erst später aufgefallen, und noch viel später wurde mir klar, dass es sich um den Oliver Geissen aus dem Fernsehen handelt. Das liegt aber daran, dass ich noch nie eine ganze Sendung mit ihm gesehen habe. Also gute Voraussetzungen, um das Buch vorurteilsfrei zu lesen!

Und worum geht es? Adschei hat einen ungewöhnlichen Job: Er ist der Butler von sieben Weltstars, die ein idyllisches Leben führen auf einer kleinen Insel mitten im Indischen Ozean, von deren Existenz keiner weiß. Das Besondere, eigentlich Verblüffende, ist, dass alle diese Weltstars – auch wenn sie unvergesslich sind und in den Herzen ihrer Fans ewig leben werden – tot sind. Zumindest offiziell. Aber in Wirklichkeit leben sie inmitten von großem Luxus unter paradiesischen Zuständen. Sie hatten einmal die Nase voll von Ruhm, Drogen und Showbusiness, haben ihren Tod inszeniert und leben alle zusammen weiter, isoliert, geschützt, ganz friedlich und glücklich. Genauso glücklich sind die Menschen, die ihnen dieses Leben ermöglichen, das ist die Armada von Bediensteten und Leibwächtern.

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Mafiöse Zustände

Als ich schon dachte, schlimmer könnte es für die drei 90-jährigen Siiri, Irma und Anna-Liisa nicht werden, wurde in der Tat das Leben in der Seniorenresidenz Abendheim zum absoluten Alptraum: Eine umfangreiche Renovierung des Gebäudes macht einen Aufenthalt auf längere Sicht einfach unmöglich. Die älteren Damen überlegen also, ob es nicht sinnvoll wäre zu flüchten. Aber wohin?

„Whisky für drei alte Damen oder Wer geht hier am Stock?“ von der finnischen Schriftstellerin Minna Lindgren erzählt eine fast gruselige Geschichte über die totale Renovierung der Altersresidenz, in der die drei quirligen Heldinnen wohnen, und über alles, was sie unternehmen, um dem Horror, den diese Renovierungsmaßnahme mit sich bringt, zu entkommen.

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51lnFEjpP5LDer neue Kieffer: spannend und unterhaltsam!

Schon fünfmal habe ich Xavier Kieffer auf Verbrecherjagd begleitet. Fünfmal hat er mich in Luxemburg und im Dreiländereck in interessante Ecken geführt, mir Lust auf die typischen Köstlichkeiten der Region gemacht und vieles über Lebensmittel und Lebensmittelskandale beigebracht.
Xavier ist ein sehr sympathischer Mann, Koch aus Leidenschaft, einer, der weiß, wie man das Leben genießt und gleichzeitig menschlich und bodenständig ist. Seine Neugier und sein konsequentes Handeln machen ihn zum guten Ermittler. Bisher immer unfreiwillig. Diesmal aber bekommt er zum ersten Mal einen konkreten Auftrag, einen Fall zu lösen. Die große Überraschung in dieser Folge ist der Auftraggeber. Auch mächtige und sehr gefährliche Gegner gibt es in „Gefährliche Empfehlungen“, dem 5. Teil der kulinarischen Krimireihe um den luxemburgischen Koch Xavier Kieffer von Tom Hillenbrand.

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