Schlagwort: Verwechslung

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Ein verrückter Pfau und viele überforderte Menschen

In einem Anwesen in den idyllischen schottischen Highlands geschehen seltsame Dinge. Jeder der Akteure ist Zeuge von irgendwelchem Ereignis, das er sich nicht ganz erklären kann, zieht eigene Rückschlüsse und schweigt. Bis zum Ende.

Als ich klein war, sind wir immer in einem schönen Park spazieren gegangen, in dem viele Pfauen frei liefen. Einer von ihnen war immer sehr aggressiv, komischerweise im selben Moment, als er seine prächtige Federkrone ausgebreitet hat. Ich hatte Angst vor ihm.
An ihn musste ich auch denken, als ich gelesen habe, wie Isabel Bogdans Pfau verrückt geworden war. In ihrem Debütroman „Der Pfau“ kann man lesen, was für ein Durcheinander ein einziges (verrücktes) Tier verursachen kann. Ein Durcheinander, das durch bestimmte menschliche Verhaltensweisen noch größer wird und zu unglaublich komischen Situationen führt, die für den Leser äußerst lustig sind, nicht aber für die Beteiligten. Lauter Missverständnisse, die bis zu Halb-Katastrophen reichen, und das alles wegen eines Pfaus…

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la-felicidad-es-un-te-contigo_9788467021240Ein Buch, das glücklich macht!

Um glücklich zu sein, braucht man wirklich nicht viel. Ein Stück Schokolade, der überraschende Anruf eines lieben Menschen, von dem man lange nichts gehört hat, einen Tag, der sonnig wird, obwohl der Wetterbericht es anders vorhergesagt hat, oder ein schönes Buch. Ich habe so ein Buch entdeckt, die spanische Autorin Mamen Sánchez hat es geschrieben und es heißt „La felicidad es un té contigo“, unter dem deutschen Titel „Die schönste Art, sein Herz zu verlieren“ erschienen.
Es ist klar, dass, wenn man das Glück in Buchform in den Händen hält, man möchte, dass einen dieses Gefühl nicht so schnell verlässt. Also muss man lesen und lesen, während man hofft, dass man am Ende des Buches nie ankommt.

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10502005_282774611907463_7425146526105139053_nFräulein Franzen und ihr Held

Jeder Mensch hat ein Geheimnis. Manche Menschen haben harmlose Geheimnisse, andere haben weniger harmlose. Die Gründe, etwas geheim zu halten, sind sehr verschieden. Fräulein Franzen, zum Beispiel, würde niemandem verraten, wie sie ihre Freizeit verbringt. Sie hat nämlich ein sehr schräges Hobby: Sie antwortet auf Kontaktanzeigen. Dabei trifft sie nie die entsprechenden Kandidaten persönlich, sondern beobachtet sie nur… aus der Ferne.
Als sie eines Tages schwer verletzt in ihrer Wohnung gefunden wird, wittert der ermittelnde Kommissar Schröder eine mehr als interessante Geschichte, als er unzählige Ordner mit Kopien der zwielichtigen Korrespondenz findet.

Fräulein Franzen und Kommissar Schröder sind die Hauptcharaktere in Anne Rüffers Debütroman „Fräulein Franzen besucht das Glück“.

Frau Rüffer hat mich sehr mit ihrem Schreibstil beeindruckt und ihre Figuren haben mich gleichermaßen unterhalten und berührt. Beim Gestalten ihrer Figuren beweist Frau Rüffer Feingefühl und Menschenkenntnis. Fräulein Franzen, eine steife, unzugängliche Dame in den mittleren Jahren überrascht mit ihrer Vergangenheit; und mit seiner Entwicklung vom frustrierten, fast närrischen, aber hartnäckigen und neugierigen Polizisten zum absoluten Helden der Geschichte, hat Kommissar Schröder mein Herz erobert.
Auch der Aufbau des Romans hat mir sehr gut gefallen. Durch seine Nichtlinearität entsteht eine Spannung, die den Leser treibt, weiterlesen zu wollen, um immer wieder erstaunliche Erkenntnisse zu gewinnen, sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart.

„Fräulein Franzen besucht das Glück“ ist ein bewegender Roman, bei dem es deutlich wird, dass nicht jeder jederzeit seines Glückes Schmied ist, sondern dass Glück auch reine Glückssache sein kann, wenn einem der richtige Held zufällig über den Weg läuft.

Es war für mich ein großes Vergnügen, Anne Rüffer und ihren Roman kennenzulernen!

LangenMüller
Gebundene Ausgabe
272 Seiten
Erscheinungsdatum: 13. August 2014
Preis: EUR 18,99
ISBN: 978-3784433592

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abidi_nachts_schafe_knaurAufs richtige Pferd gesetzt!

Träumt nicht jeder davon, eines Tages den Traumjob zu finden, bei dem man viel Geld verdient, und vor allem davon, dass sich alle Sorgen im Leben von einem Tag auf den anderen in Luft auflösen?
Davon träumen auch die drei Heldinnen in „Nachts sind alle Schafe schwarz“, dem neuesten Roman von Heike Abidi.
Und sie finden einen Weg, das ultimative Geschäft zu entwickeln, um viel und schnell Geld zu machen… leider waren sie bei der Planung komplett betrunken. Daraus ist eine Geschäftsidee entstanden, die eine Erfindung ist, worüber jeder vernünftige Mensch lachen würde: die „animalistische Balance“.
Sprüche wie „der Tiger in dir“, „so ein Angsthase“ oder „die fleißige Biene“ werden zu Kassenschlagern. Wer hätte das geglaubt? Ich natürlich nicht, aber Heike Abidi hat mich davon überzeugt, dass es möglich ist. Aber wie? Um es zu erfahren, muss man ihr Buch lesen.

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Heike-AbidiWahrheitsgemäß lügen

Offensichtlich hält Friederike nichts von dem Spruch „Lügen haben kurze Beine“. Seit einiger Zeit lebt sie nach dem Motto „Wahrheit wird völlig überbewertet“.
Seit jemand ihre „zu vielen Pfunde“ als Schwangerschaftsbäuchlein interpretiert hat, geht es bergauf mit ihrem Berufsleben. Sie entdeckt die Vorteile einer Schwangerschaft, und sie zögert keinen Moment, um diese zu genießen. Leider ist ihr Mutterglück nicht vollkommen, eine winzige Kleinigkeit trübt ihre Freude: Das Ende einer Schwangerschaft kommt in der Regel in der Gestalt eines Babys.

„Wahrheit wird völlig überbewertet“ heißt der lustige Roman von Heike Abidi, der Geschichte um die sympathische Friederike, die sich als Naturtalent im „kreativen Lügen“ offenbart. Mit den Schattenseiten des Lügens macht sie auch Bekanntschaft. „Professionelles Schwindeln“ erfordert viel mehr, als nur zu vermeiden, dass die Stimme beim Reden zittert.

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36891078z„Anrufbeantworter von Alfred Firneis. Bitte hinterlassen Sie keine Nachricht. Ich rufe nicht zurück.“

Diesen Spruch muss Susanne Beckmann mehrmals am Tag hören, jedes Mal wenn sie versucht, ihren Star-Schriftsteller Alfred Firneis zu kontaktieren. Sie braucht ihn, damit er weitere Best-Seller für ihren Verlag schreibt.
Susanne Beckmann ist aber eine hartnäckige Verlegerin und sie schafft es sogar, dem ausgebrannten Firneis zur Zwangs-Kur in den Alpen zu schicken. Da macht Firneis Bekanntschaft mit zwei außergewöhnlichen Menschen: August, dem Förster und Mara, der slowenischen Biologin.
Die Fische in dem Bergsee sind die einzigen Zeugen des Anfangs einer zarten Liebe zwischen Firneis und Mara. Firneis ist verändert, er ist nicht mehr der selbe… und auch Mara muss zugeben, dass „sie nicht sie“ ist.

René Freund liefert mit „Liebe unter Fischen“ ein bezauberndes Quartett an literarischen Figuren, die für Wirbel in dieser absolut schönen Liebesgeschichte sorgen.

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Wie im wirklichen Leben!

Als ich auf der letzten Seite von „Willkommen auf Skios“ von Michael Frayn angekam, war mein erster Gedanke: „Schaaade…“.
Dieses Buch war für mich ein großes Vergnügen, das leider von zu kurzer Dauer gewesen und zu schnell zu Ende gegangen ist.
Während ich dieses Buch gelesen habe, fühlte ich mich sehr gut unterhalten, und zwar auf hohem Niveau.
Vom ersten bis zum letzten Kapitel erstreckt sich eine filmreife Handlung, bei der es absolut keinen Platz für Langeweile gibt. „Willkommen auf Skios“ ist eine herrliche Verwechslungskomödie, wie ich sie selten gelesen habe. Das liegt daran, dass Michael Frayn die skurrilsten, verrücktesten und scheinbar unlogischsten Situationen überzeugend beschreibt und die Erklärung der Ursachen für die katastrophalsten Szenen sehr gut fundiert. Am Ende können keine Zweifel entstehen, dass diese Ereignisse, die zu der totalen Konfusion geführt haben (so wie sie im Buch eingetreten ist), sich auch im wirklichen Leben genauso abspielen würden.

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Komplizierter geht es kaum

Della hat ein sehr kompliziertes Leben, seit ihrer Kindheit. Aber ändern möchte sie es auch nicht. Diesem komplizierten Leben verdankt sie ihren Erfolg, zwar ist das für ihre Familie nur ein bescheidener Erfolg, aber immerhin trägt sie zum Budget bei. Kompliziert ist ihr Leben, weil sie nicht nur ein Leben führt, wie jeder normale Mensch, sondern mehrere: Je nach Einsatz schlüpft sie in die entsprechende Identität, die ihr es ermöglicht, ihren Beitrag für die Haushaltskasse zu verdienen.
Della lernen wir in „Die schönsten Dinge“ von Toni Jordan, dann in ihrer Rolle als Ella, Evolutionsbiologin, kennen. Die Rolle, die ihr endlich zum großen Durchbruch in ihrer Karriere verhelfen soll. Dellas, also in diesem Fall Ellas, großes Ziel ist, Daniel Metcalf, Millionär (zum Glück jung und attraktiv), zu überzeugen, ihr Projekt „Tasmanischer Tiger“ zu finanzieren. Sie muss nur ihre Rolle als erfahrene Evolutionsbiologin meisterhaft spielen, und da der tasmanische Tiger schon längst ausgestorben ist, wäre es nicht schlecht, ihn auch zum Leben zu erwecken…

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Zimtzuckersüß

Ich bin hartnäckige Teetrinkerin.
Während ich aber ein bestimmtes Buch gelesen habe, hatte ich immer wieder das seltene Bedürfnis, einen Cappuccino zu trinken. Dieser Cappuccino musste unbedingt ein Zimtzuckerherz auf dem Schaum haben.
Der Grund für ein solches Verlangen hat einen Namen: „Zimtzuckerherz“ von Heike Abidi. Ein zimtzuckersüßes Buch, das mich ein ganzes Wochenende unterhalten hat. Die Heldin dieser Geschichte ist eine Buchautorin. Ihr Erfolg als solche ist garantiert, denn sie ist eine bekannte Journalistin, die regelmäßig Artikel für eine Zeitung schreibt. Und sie ist beliebt!

Aber die ganze Sache hat einen Haken – diese Autorin führt sozusagen, ein Doppelleben: Ihre Artikel und Bücher über Ordnung im Büro erscheinen unter dem Pseudonym „Vera Kroemer“, und dahinter steckt nicht die Ordnung in Person, sondern Veronika Kramer, Chaotin aus Leidenschaft und Kaffeejunkie, die nur darin Expertin ist, in Fettnäpfchen zu treten. Veronika ist aber eine liebenswerte Person, die mit der ständigen Angst lebt, enttarnt zu werden und dadurch ihre Fans zu enttäuschen. Schließlich verdient sie mit ihrem Erfolg als Vera Kroemer ihre Brötchen und finanziert sich auch dadurch ihre Koffeinsucht.

Eine schöne Idee, aus der man eine schöne Geschichte machen kann. Und genau das hat Heike Abidi geschafft: Eine schöne Geschichte zu schreiben, bei der man einfach gute Laune bekommt.

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