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Chèvre à la japonaise

Nach seinem Erfolgsroman „Kirschblüten und rote Bohnen“ kommt Durian Sukegawa mit einer neuen Geschichte zurück, die die Leser wieder auf eine Reise in sein Heimatland Japan entführt.

Für seinen neuen Roman hat Sukegawa eine fiktive Insel im japanischen Archipel gewählt. Auf dieser Insel, die, auch wenn sehr klein, eine beeindruckende Natur aufweist, lebt eine überschaubare Anzahl von Menschen, die eine eingeschworene Gemeinschaft bilden und uralte Traditionen pflegen.
Ryosuke, der einsame und von Selbstmordgedanken geplagte Held von „Die Insel der Freundschaft“, landet in dieser für ihn kompletten neuen Welt. Dort sucht er nicht nur Seelenfrieden sondern auch Antworten auf viele Fragen, die seine Existenz quälen.
Wie in Sukegawas vorherigem Roman ist der Hauptcharakter von „Die Insel der Freundschaft“ ein mit seinem Leben unzufriedener Mann, der keinen rechten Zugang zu anderen Menschen finden kann, und der im Laufe der Geschichte eine lebensverändernde Erfahrung macht.

Aktuell Gegenwartsliteratur Rezensionen Roman

Grausam und rachsüchtig

Während des Lesens von „Unterleuten“ von Juli Zeh habe ich mir oft gedacht: „Hoffentlich lesen meine bösen Nachbarn dieses Buch nicht!“. Sie würde nämlich auf super Ideen kommen, um mich zu quälen. Dieses Buch, dessen Romanfiguren hauptsächlich damit beschäftigt sind, sich miteinander zu bekriegen und das Leben unmöglich zu machen, ist eine wahre Anleitung zur erfolgreichen Tortur von Nachbarn.
Unterleuten ist ein kleines Dorf, in dem sich alle kennen, und in dem neue Bewohner so eine Art Mutprobe durchlaufen müssen (davon merken sie auch nichts), um sich so ihr Recht zu erkämpfen und verdienen, würdige Unterleutner zu sein. Das Sagen hat der Dorf-Häuptling, der alle Geheimnisse kennt und alle Fäden in der Hand hält.

Gegenwartsliteratur Rezensionen Roman

Das Leben einer Mutmacherin

Wenn man ein perfektes Beispiel für eine erfolgreiche Geschichte suchen würde, wäre Jaqueline Bakir Brader die geeignete Ansprechpartnerin. Als Tochter türkischer „Gastarbeiter“, die es geschafft hat, sich einen Namen zu machen und sogar zur Arbeitgeberin geworden ist, zeigt sie, dass es sich lohnt, für seine Ideale und Träume zu kämpfen. Denn Jaqueline Bakir Braders Weg war hart und lang, aber sie hat es geschafft, die vielen Steine zu beseitigen, die ihr in diesen Weg gelegt wurden.
Ihre Geschichte erzählt sie in ihrem Buch „Die Mutmacherin“.

Frau Bakir Brader ist definitiv eine Mutmacherin. Das konnte ich selber erleben. Ich hatte das Vergnügen, sie während eines Festivals für den Frieden kennen zu lernen, das sie mitorganisiert hat. Nicht nur ihre Geschichte, sondern auch ihre Präsenz motivieren und inspirieren.

Rezensionen Sachbuch

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Dorayaki statt Popcorn

An ist eine asiatische Köstlichkeit. Die aus roten Bohnen hergestellte süße Paste ist wichtiger Bestandteil von japanischen Süßwaren. Ganz beliebt sind Dorayaki, kleine mit An gefüllte japanische Pfannkuchen.
Sentaro arbeitet jeden Tag in einem Imbiss unter einem Kirschbaum und backt Pfannkuchen, die er mit industriell hergestelltem An füllt. Jeden Tag steht er auf und führt tagsüber seinen eintönigen Job aus und abends betrinkt er sich. Bis eines Tages die 70-jährige Tokue vor seinem Imbiss erscheint und ihm zeigt, wie man An selber herstellt. Bohnen einweichen, kochen, Zucker dazu, rühren rühren rühren, aufpassen, dass sie nicht verbrennen. Sentaros Leben ändert sich von einem Tag zu dem anderen. Die Zubereitung der Bohnen beschäftigt ihn intensiv, aber es lohnt sich, die Paste schmeckt außerordentlich gut! Er fängt an, seine Arbeit zu schätzen.

Aktuell Gegenwartsliteratur Rezensionen Roman

Maletas_perdidas_Jordi_PuntiVier Söhne und kein Vater

Jordi Puntí, der in Barcelona lebende katalanische Schriftsteller, ist mittlerweile nicht nur in Spanien sondern in ganz Europa bekannt. Seine Bücher, ursprünglich in Katalanisch geschrieben, werden in mehreren Sprachen übersetzt.
Einer seiner bekanntesten Romane erschien in der spanischen Übersetzung unter dem Titel „Maletas perdidas“ (deutsche Ausgabe: „Die irren Fahrten des Gabriel Delacruz“). „Maletas perdidas“ bedeutet „vermisste Koffer“. Und diese vermissten Koffer spielen eine wichtige Rolle in diesem Buch.
Aber bevor Puntí uns bis zu diesen vermissten Koffern führt, erzählt er uns eine verrückte Geschichte, die aber – wer weiß – vielleicht im echten Leben hätte passieren können: Ein Mann hat vier Söhne, in ganz Europa verstreut, und sie wissen nichts von der Existenz der anderen.

„Maletas perdidas“ ist die Geschichte dieses Mannes. Die Geschichte konnte nur dann erzählt werden, als sich diese Brüder kennenlernten und sich auf die Suche ihres Vaters begaben, eines Fremden, denn dieser Vater verschwand gleichzeitig aus dem Leben seiner Söhne, Jahrzehnte vorher.

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Bevor du gehst

„Bevor du gehst“ von James Preller fiel mir zuerst durch das schlichte und sehr gelungene Design des Covers aus. Ich habe es schon oft erlebt, dass Bücher, die äußerlich eher zurückhaltend wirken und nicht mit großen Motiven und Farben auffallen wollen, mich besonders begeistern konnten. Zudem passt es wunderbar zur nachdenklichen und auch bedrückenden Seite des Buches.

James Prellers Idee zu diesem Jugendroman ist sehr interessant und lässt auf einen emotionalen und intensiven Stoff hoffen. Einen solchen hat er auch tatsächlich geschaffen, macht es dem Leser jedoch etwas schwerer, diesen auch an sich ran und auf sich wirken zu lassen. Das größte Problem hierbei ist, dass die Hauptfigur Jude mir zu fast jedem Zeitpunkt im Buch ungewöhnlich fremd und für mich undurchschaubar blieb. Die Geschichte bringt eine gewisse Schwere mit sich, die sich nicht abschütteln lässt. Nun kann ich dem Autor das aber nicht verübeln, denn es ist ihm sprachlich wirklich unglaublich gut gelungen, diese bedrückende Stimmung zu vermitteln und wirklich auf mich zu übertragen. Nur setzte sie etwas zu früh ein, als es eigentlich noch gar keinen Grund für diese Stimmung gab. Doch vielleicht ist es die ganz eigene Art des Autors auf eine schlimme Situation im Buch hinzuleiten?

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Binny for ShortIch habe die Erfahrung gemacht, dass die schönsten Bücher oftmals die sind, die man spontan entdeckt und direkt kauft. Man darf vorher nicht zu lange überlegt haben, sondern muss sie – aus einer Eingebung heraus – einfach mitnehmen und sofort lesen. Genau so ist es mir diese Woche mit „Binny for short“ von Hilary McKay passiert. Es kommt nur noch ganz selten vor, dass ich in Buchhandlungen Bücher entdecke, über die ich zuvor noch gar nichts gehört hatte, doch hier war genau das der Fall – Autorin und Buchtitel waren mir vollkommen unbekannt. Wie gut, dass ich das sich das jetzt geändert hat!

„Binny for short“ ist ein Kinder- / Jugendbuch, das eine wunderbare Freundschafts- und Familiengeschichte erzählt. Hilary McKay schreibt sehr warmherzig und man merkt ihr an, dass sie jede ihrer Figuren liebt. Mit ihren Eigen- und Besonderheiten haucht sie ihnen Leben ein und macht sie dadurch so liebenswert. Binny empfand ich von der ersten Seite an als tolle Hauptfigur – sie ist mutig, aber auch mal ängstlich, abenteuerlustig und sehr herzlich. Natürlich kann sie auch mal frech sein, wie es sich für das Alter gehört. Auch ihre Geschwister wird jeder Leser des Buches lieben lernen, sie sind einfach klasse. Ich jedenfalls habe auf jeder Seite mitgefiebert und mich wohlgefühlt, auch wenn ich vielleicht vom Alter her nicht so ganz zur eigentlichen Zielgruppe gehöre.

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9783351050009Lyrik und Musik

„Die Ordnung der Sterne über Como“. Wer kann einem Buch mit so einem Titel widerstehen? Ich auf jeden Fall nicht.
So heißt das Debüt von Monika Zeiner, ein Buch, das ich mit großen Erwartungen gelesen habe.
Große Erwartungen aufgrund des Titels und der Handlung: Liebe, die trotz Enttäuschungen und Schwierigkeiten über Zeit und Grenzen bestehen bleibt.
Zwischen Berlin und Italien pendelt der Leser und begleitet die Protagonisten auf eine Reise in deren eigenen Erinnerungen, die meisten schmerzhafter Natur.
Ich war sicher, „Die Ordnung der Sterne über Como“ wäre ein Buch für mich.

Monika Zeiners Geschichte hat mir am Anfang gut gefallen.
Tom, die Hauptfigur, hat etwas Lässiges an sich, das mich angezogen hat. Diese Charaktereigenschaft war aber nichts anderes als ein Hang zur Depression, der den Ton im Buch vorgibt. Die Handlung wirkte später oft träge und apathisch. Alle drei Protagonisten schweben in dieser fast inerten Atmosphäre. Nie konnte ich ihr Handeln nachvollziehen, ihre Gefühle blieben für mich rätselhaft und die Distanz zwischen mir und ihnen wurde immer größer.

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Alles dreht sich„Alles dreht sich“ ist der Debütroman der Wiener Autorin Rosemarie Eichinger.  Ihr ist hiermit ein nachdenkliches und wichtiges Jugendbuch gelungen, bei dem Titel, Cover und Inhalt sehr stimmig sind. Spätestens seit John Greens „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ sind realistische Jugendromane – durchaus auch mit ernsteren Themen – im Trend und das finde ich gut so! Denn ich vermute, dass ich unter anderem dadurch diesen tollen Roman entdecken und lesen durfte.

Im Buch geht es um Krebs, doch es ist nicht die typische Mitleidsgeschichte. Die Hauptfiguren – eine mit Gehirntumor, der andere psychisch labil – beschließen, dass sie etwas aus ihren Leben machen sollten, egal wie lange sie überhaupt noch zu leben haben. Denn mal ehrlich, wozu braucht jeder von uns billig produzierte Klamotten und Ähnliches? Wenn man ehrlich zu sich selbst ist, haben sicher die meisten von uns viel zu viel davon. So überlegen sich Linda, Max und ihre Freunde eine spannende Aktion, mit der sie Aufsehen erregen und ihre Mitmenschen zum Nachdenken anregen wollen. Das gelingt nicht nur im Buch, sondern auch beim Leser und so rückt das anfängliche Thema über die Erkrankung von Linda eher in den Hintergrund und man gewinnt einen Blick dafür, dass man jederzeit etwas Wichtiges tun kann. Selbst wenn man nur einen kleinen Teil der Mitmenschen erreicht, so ist es doch besser als gar nichts zu tun.

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Ich gehe davon aus, dass zu 99% echte Buchliebhaber diesen Blog besuchen. Deshalb möchte ich euch an dieser Stelle ein ganz besonderes Schmuckstück vorstellen: „Die fliegenden Bücher des Mister Morris Lessmore“ von William Joyce

Mister Morris Lessmore 1

Dieses – von Hardy Krüger Jr. wunderbar übersetze – Bilderbuch lässt Leserherzen höher schlagen. Es erzählt die Geschichte eines wahren Buchliebhabers, die Geschichte von Mister Morris Lessmore. Zusammen mit der wunderschönen Aufmachung und den zauberhaften Illustrationen von Joe Bluhm & William Joyce nimmt die kurze Handlung ihre Leser gefangen und mit auf eine Reise in die Welt der Bücher.

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