Schlagwort: Zukunft

51ER1OrmrLLZwiespältige Gefühle

Wenn ich mir die Welt in 15 Jahren vorstelle, sehe ich keinen großen Unterschied zu unserer heutigen. Vor 15 Jahren sah sie auch nicht ganz anders aus. Und auch wenn wir mittedrin im 21. Jahrhundert sind, fliegen noch keine Autos zwischen den Wolken, vor Krebs fürchtet man sich nach wie vor und alt werden wir immer noch. Alles anders, als viele Zukunftsvisionäre es vorausgesagt haben. Karen Duve vertritt in dieser Hinsicht eine andere Auffassung. In ihrer Vorstellung nehmen die Menschen sogar Krebs gerne in Kauf, um mittels hochmoderner Medikamente ewig jung bleiben zu können. Leider hat das Wort „ewig“ für sie eine ganz andere Bedeutung als für uns. In Karen Duves neuestem Roman „Macht“ gibt es keine Zukunft mehr. 2031 läuft die Ewigkeit nach maximal fünf Jahren ab.

Unglaublich verrückte Sachen, wie Frauen an der Macht als Staatsform, CO₂-Punkte statt Geschenkgutscheine, salonfähige Hasstiraden gegen Fleischfresser und Fahrradhelm- pflicht, sind Normalität im Jahr 2031. Frauenfreund, Vegetarier, Umweltschützer und Softie Sebastian zeigt uns diese Welt aus seiner ganz persönlichen Perspektive. Der 70-Jährige, der durch regelmäßige Einnahme von Verjüngungspillen wie Mitte 30 aussieht, träumt von der Vergangenheit. Er kannte ja eine Welt ohne Handys und eine Kindheit ohne Fernbedienung. Oh, eigentlich ist er ein sympathischer und knuffiger Typ.

Aktuell Gegenwartsliteratur Rezensionen Roman

Eden und Orion - Lichtjahre zu dirDer Auftakt zur „Eden und Orion“-Reihe von Helen Douglas hat mir ein paar unterhaltsame Lesestunden beschert. Es ist ein schöner Jugendroman über Freundschaft, die Liebe und die Zukunft. Der Untertitel „Lichtjahre zu dir“ verrät schon, dass es auch um das Thema Zeitreise geht.

Für mich hat die Autorin hier einen sehr schönen Grundgedanken in Form einer leicht zu lesenden Geschichte verpackt. Ein Junge und zwei weitere Menschen aus der Zukunft kommen zurück in unsere heutige Zeit, um die Welt vor einer ziemlichen Katastrophe zu bewahren. Doch für Ryan wird es nicht nur eine Mission in Sachen Weltrettung, sondern auch eine in Sachen Liebe. Er lernt nämlich Eden kennen, ein ganz besonderes Mädchen.

Aktuell Jugendbuch Rezensionen

Die Scanner (1)„Die Scanner“ von Robert M. Sonntag ist ein Jugendroman, der über ein außergewöhnliches Thema erzählt. Viele der aktuellen Neuerscheinungen spielen in der Zukunft, doch in keiner davon stehen Bücher, Leser, Autoren und all die anderen Menschen, die damit zu tun haben, im Mittelpunkt. Bei diesem Buch ist das ganz anders!

Robert M. Sonntag versetzt seine Leser in eine relativ nahe Zukunft. Und doch hat sich im Jahr 2035 im Bezug auf Bücher sehr viel verändert. Liest aktuell eher noch ein geringer Anteil der Leser elektronische Bücher – E-Books – so ist es in dieser Zukunftsvision unnormal, wenn man gedruckte Bücher liest. Der riesige Ultranetz-Konzern schickt seine Buchagenten überall hin aus, um noch Menschen aufzuspüren, die Printbücher lesen und ihnen diese für teils sehr hohe Summen abzukaufen. Danach werden die Bücher gescannt und für alle kostenlos zur Verfügung gestellt.

Das interessante an dieser Geschichte ist wohl, dass es gar nicht so abwegig ist, dass wir uns immer mehr in eine solche Richtung entwickeln. Aktuell stehen gedruckte Bücher noch sehr gut da, doch wer weiß schon, wie es in 22 Jahren aussehen wird? Auch der Wunsch nach kostenloser Verfügbarkeit von Texten immer und überall wird größer. Dabei wird aber oft genug vergessen, dass Autoren, Verlage und Co. für ihre Arbeit auch bezahlt werden möchten. Tut das niemand, würde es wohl auch keine neuen Geschichten mehr geben. Und mal ehrlich – wäre das nicht echt traurig?

Aktuell Jugendbuch Jungsecke Rezensionen

Keine Frage: Facebook ist ein weltweites Phänomen. Und vielleicht seid ihr ja auch Mitglied? Kennt euch aus mit ‚Likes‘ und dergleichen? Nun, die sechzehnjährige Emma hat bestimmt noch nie zuvor von Facebook und Sozialen-Netzwerken gehört, denn… es ist Mai 1996!

Emma bekommt zu dieser Zeit ihren ersten Computer geschenkt und richtet diesen mit Hilfe ihres ehemals besten Freundes Josh ein. Doch dann öffnet sich plötzlich dieses merkwürdige Fenster und sie landet auf einer Seite namens ‚Facebook‘. Und dort gibt es eine 31-jährige Frau, die am selben Tag Geburtstag hat, genauso heißt und auch so aussieht wie Emma. Es dauert zwar eine Weile, aber dann begreift Emma, dass es sich bei der Frau um sie selbt handelt – um ihr Ich aus der Zukunft. Und ihr Leben scheint alles andere als rosig zu sein. Sie ist arbeitslos, unglücklich verheiratet… ganz im Gegensatz zu Josh, der anscheinend mit dem beliebtesten Mädchen der Schule verheiratet ist, in Wohlstand lebt und eine glückliche Familie gründet!

Aktuell Jugendbuch Liebesroman Rezensionen

Die Teenager Day und June wohnen in demselben (utopischen) Amerika, aber es könnten auch zwei ganz unterschiedliche Welten sein: Während Day aus einem Armenviertel stammt, gehört June zu der priviligierten Elite der Republik. Während Days Familie aus seinen Eltern und zwei Brüdern besteht, hat June nur noch ihren großen Bruder Metias. Ihre Eltern sind vor vielen Jahren bei einem Unfall umgekommen. Allerdings haben beide Teenager eines gemeinsam: Bei dem „Großen Test“, den alle Kinder mit 10 Jahren durchlaufen, haben sie mit der sensationellen, nie erreichten Punktzahl 1500 bestanden.

Während June jedoch zum gefeierten Wunderkind der Republik wird, werden an Day grausame Experimente durchgeführt, an denen er scheinbar zugrundegeht. In Wirklichkeit aber überlebt er und wird zu einer Art Robin Hood, der die Wohlhabenden bestiehlt und seine arme Familie und andere Slumbewohner beschenkt. In den Armenvierteln brechen immer wieder „Seuchen“ aus, schreckliche tödlich verlaufende Krankheiten. Die Reichen jedoch werden jedes Jahr wirkungsvoll gegen diese Krankheiten geimpft.

Aktuell Jugendbuch Jungsecke Rezensionen

Mit „Die Ballade der Lila K“ ist der französischen Autorin Blandine Le Callet ein besonderer und tiefsinniger Blick auf eine mögliche Zukunft gelungen. Die Geschichte des Mädchens Lila spielt hauptsächlich zur Zeit des beginnenden 22. Jahrhunderts. Und das Leben von Lila aber auch das Leben allgemein ca. 100 Jahre in der Zukunft wird hier alles andere als rosig geschildert.

Die Autorin hat eine düstere und eindrucksvolle Dystopie für Erwachsene geschrieben, die sich stark vom aktuellen Trend der Jugendbuchdystopie abhebt. Mit viel Gefühl fürs wirklich Wichtige nimmt sie sich ihrer Hauptfigur Lila an und bringt sie dem Leser immer näher. Dabei erhält er eine Schilderung ihres kompletten Gefühlsspektrums und Lebensweges – Stück für Stück erfährt man mehr über sie und zugleich mehr über die Lebensumstände, die in dieser Zukunftsvision herrschen.

Aktuell Rezensionen Roman

EverlastingSchon als ich „Everlasting – Der Mann, der aus der Zeit fiel“ das erste Mal in der Vorschau vom Wunderlich Verlag entdeckte, wusste ich, dass ich dieses Buch lesen muss! Gedacht, getan! Innerhalb kürzester Zeit habe ich Holly-Jane Rahlens außergewöhnlichen Roman verschlungen und konnte ihn nicht mehr zur Seite legen.

Das Buch hat mich in vielerlei Hinsicht fasziniert und meine Erwartungen vollkommen erfüllt, wenn nicht gar noch übertroffen. Die Autorin hat das Talent, gleichermaßen unterhaltsam und in einer wunderbaren Sprache zu schreiben. Sie verknüpft Spannung, eine tolle Romanidee und eine perfekte Portion Gefühl zu einer wunderbaren Gesamtkomposition.

Dabei genehmigt uns die Autorin einen fasznierenden Einblick in eine mögliche Zukunft des Jahres 2264. Ich konnte mir alles sehr gut vorstellen und habe alles förmlich bildlich vor mir gesehen. Besonders gefiel mir, dass die Autorin durchaus auch kritische Gedanken zu unserer zukünftigen Welt anbringt, das Buch dadurch aber nicht an Leichtigkeit verliert. Und so durfte ich Finn Nordstrom, einen Historiker und Sprachwissenschaftler aus dem 23. Jahrhundert, auf seinen fesselnden Reisen zurück in unsere Zeit begleiten. Besonders interessant fand ich hierbei den Aspekt, dass jemand aus der Zukunft in unsere jetzige Zeit reist. Bei Finns Eindrücken von unserer Zeit musste ich oft schmunzeln und wurde nicht selten überrascht.

Aktuell Liebesroman Rezensionen Roman

Amerika, in der nicht allzu fernen Zukunft:
Die gute Nachricht ist, dass die schwierige Diskussion um Abtreibung gelöst ist und dass es immer genug Organspenden gibt. Die schlechte Nachricht: Eltern können ihre Kinder erst zwischen 13 und 18 Jahren sozusagen „rückwirkend abtreiben“. Die zynische Begründung der Regierung lautet: Das Leben dieser Jugendlichen, genannt „Wandler“ endet strenggenommen nicht. Weil 99,44% ihres Körpers für Organspenden verwertet werden, leben sie weiter – nur in anderen Körpern.

Da Jugendliche zwischen 13 und 18 Jahren bekanntlich schwierig sind und zuweilen auch in der Öffentlichkeit richtig negativ auffallen, gibt es tausende Wandler. In „Ernte-Camps“ werden zunächst ihre Begabungen festgestellt, dann werden sie verwertet.

Aktuell Jugendbuch Jungsecke Rezensionen

In der heutigen Gesellschaft haben Viele immer häufiger das Gefühl, dass nach Arbeit und anderen Verpflichtungen kaum noch Freizeit übrig bleibt. Man hört und liest sogar den Wunsch nach mehr Stunden am Tag. Wie verbringen wir unsere Zeit und verbringen wir sie eigentlich sinnvoll? Zeit ist ein immer wichtigeres Thema, alles soll schneller, besser und perfekter sein – doch ist das am Ende wirklich das Beste für die Menschheit?

Eine durchaus glaubwürige Zukunftsvision zum Thema Lebenszeit hat Gerd Ruebenstrunk mit seinem Jugendroman „Rebellen der Ewigkeit“ geschrieben. Darin hat der Konzern Tempus Fugit eine Möglichkeit gefunden Menschen Lebenszeit abzukaufen und sie anderen – reicheren – Menschen zu verkaufen. Zwischen Arm und Reich tut sich eine immer größere Schlucht auf und das Sozialsystem ist längst nicht so gut, wie wir es heute haben. Wer nicht zahlen kann und krank ist, muss eben im Zweifel früher sterben.

Aktuell Jugendbuch Jungsecke Rezensionen

Bereits der erste Band der Reihe um das Mädchen Gaia – Die Stadt der verschwundenen Kinder – hatte mich tief in seinen Bann gezogen. Gerade ist bei Heyne fliegt endlich der 2. Band „Das Land der verlorenen Träume“ erschienen und dieses Buch hat es wirklich in sich. Gleich von Beginn an war ich noch mehr von der Geschichte begeistert, als schon beim Vorgänger. Caragh O’Brien hat ein großartiges Talent, den Leser in eine für ihn neue Welt zu versetzen und sie dabei ganz real erscheinen zu lassen!

Nach ihrer schnellen Flucht im Band 1 ist Gaia zu Beginn dieses Romans an ihrem körperlichen Ende angelangt. Noch schlimmer steht es um ihre Schwester Maya, die mehr tot als lebendig ist. Ihre Suche nach dem toten Wald hätte sie beinahe beide umgebracht. Doch sie werden von Chardo Peter gefunden und nach Sylum gebracht. Tatsächlich lebte dort einst Gaias Großmutter.

Aktuell Fantasy Jugendbuch Rezensionen