Schlagwort: Zweiter Weltkrieg

Kriege, Säuberungen und Auslöschungen

Selten hat mich ein Buch so herausgefordert wie der Roman „Belladonna“ der kroatischen Schriftstellerin Daša Drndić.

In diesem Buch erzählt sie über den 65-jährigen Andreas Ban, der eine große Angst vor der Pensionierung hat. Er weiß, dass ein Rentner in seiner Heimat Kroatien keine Perspektiven hat, er weiß, dass seine Rente nicht reichen wird und er möchte sich nicht nur von Dosensardinen ernähren. Aber am meisten hat er vor den Erinnerungen Angst. Seitdem er nicht mehr arbeiten muss, kommen die Erinnerungen hoch, an seine Kindheit, an die Zeit im Exil, nachdem er Belgrad vor dem Bürgerkrieg verlassen musste, und immer wieder muss er an den Nationalsozialismus denken, und an die Rolle, die sein eigenes Land dabei spielte.

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Hanni erlebt mit 15 Jahren den Beginn des zweiten Weltkriegs – ihre Welt und ihr Leben wird sich für immer ändern: Bald wird ihr großer Bruder Jürgen knapp zwanzigjährig eingezogen, danach Hannis Vater und ihr kleiner Bruder Alfred würde auch so gern gegen den Feind kämpfen.

Die zurückgebliebene Familie besteht aus Oma, Mutti, Hanni und Alfred, und natürlich Bobby, dem Hund. Sie wursteln sich so einigermaßen durch, doch sind heilfroh, als sie einen französischen Kriegsgefangenen bekommen können. Der soll ihnen so manch schwere Arbeit abnehmen. Statt eines großen starken Mannes kommt aber Philippe zu ihnen, ein schmächtiger junger Mann, der gern Musik studieren möchte.

Er ist ausgehungert und erst gar nicht in der Lage, einen Kartoffelacker anzulegen. Aber Oma und Mutti füttern ihn heraus und pflegen ihn auch gut, als er krank wird. Nach und nach entwickelt sich ein sehr gutes Verhältnis zwischen Philippe und Hannis Familie. Sogar der 12-jährige Alfred, der ja in der Hitlerjugend reichlich mit Vorurteilen gegen Ausländer im allgemeinen und Franzosen im Besonderen versorgt wird, beginnt Philippe zu mögen. Schließlich kann der auf Blättern pfeifen, bringt ihm das Schwimmen bei und kann sogar die französische Gebrauchsanweisung für Alfreds neue Kamera lesen! Alfred macht die Erfahrung, dass alle, auch Franzosen, Menschen sind, mit Müttern, mit Talenten, mit Humor und mit Persönlichkeit.

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